Leukämie

Eltern organisieren Typisierungsaktion für Pauline

Pauline (7) ist so willensstark wie Pippi Langstrumpf. Doch seit Ostern geht es ihr sehr schlecht. Sie hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist wahrscheinlich ihre einzige Überlebenschance. Am Samstag ist eine Typisierungsaktion in Wolfenhausen. Auch Geldspenden werden dringend benötigt.

Pauline liebt Delfine und ihre Kaninchen. Sie freut sich über Pizza und Pommes, ist ein kleines Mathe-Genie, trainiert Leichtathletik, ist aktiv bei der Kinderfeuerwehr, möchte Tierärztin werden und mit ihren Eltern nach Ägypten reisen. Am liebsten will sie alles schnell und alles gleichzeitig. „Pauline ist ein Wildfang, der im ganzen Dorf bekannt ist. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck“, erzählen ihre Eltern. Neues sauge sie auf wie ein Schwamm. Sie hinterfrage alles so lange, bis sie es verstanden habe und mit der Antwort zufrieden sei. „Damit treibt sie ihr Umfeld manches Mal in den Wahnsinn.“ Pauline ist ein ganz normales, wundervolles kleines Mädchen – so mutig, tapfer und willensstark wie Pippi Langstrumpf. „Immer mit dem Kopf durch die Wand“, sagen ihre Eltern.

So war das bis kurz vor Ostern. Seitdem ist alles anders. Das stärkste Mädchen der Welt ist plötzlich schwach und hilflos. Die Siebenjährige bekommt Fieber, hat Schmerzen im Nacken. Der Hausarzt überweist sie mit Verdacht auf Hirnhautentzündung nach Gießen ins Uniklinikum. Doch die Eltern werden mit einer noch schlimmeren Diagnose konfrontiert: Pauline hat Blutkrebs.

Noch am gleichen Tag beginnt die Therapie. Regelmäßige Blutkontrollen, Chemotherapien und unzählige Tabletten bestimmen jetzt Paulines Alltag. „In den ersten Wochen erkannten wir unser Kind nicht wieder. Sie wurde regelrecht depressiv und wollte nur noch bei verdunkeltem Zimmer im Bett liegen“, berichten ihre Eltern.

Trotz der intensiven Behandlung stellte sich heraus, dass die Krebszellen nicht im gewünschten Maße rückläufig sind. Inzwischen steht fest, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit nur eine Stammzelltransplantation Paulines Leben retten kann. Das heißt: Das Mädchen wird nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zu einer Stammzellspende bereit ist.

Deshalb haben Paulines Eltern und Freunde gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) für Samstag eine Typisierungsaktion geplant (siehe Info-Box). Ihr Appell lautet: „Mitempfinden reicht nicht. Wir sollten jetzt alle zusammenstehen und der Familie zeigen, dass wir bei ihr sind und nichts unversucht lassen.“ Paulines Eltern stellen klar: „Aufgeben ist keine Option. Mit eurer Registrierung schenkt ihr unserer Tochter und anderen Patienten das Wertvollste, was es gibt – die Hoffnung auf ein zweites Leben.“

(red)

Unter dem Motto „Pauline will leben!“ appellieren die Eltern der Siebenjährigen an die Menschen in der Region, sich am Samstag, 11. November, in der Zeit von 11 bis 16 Uhr im Bürgerhaus Wolfenhausen (Kirschbaumweg 17, Weilmünster) in die Stammzelldatei der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen zu lassen. Die Registrierung dauert nur etwa acht Minuten: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Wangenschleimhaut durchgeführt. Im Labor werden anschließend die Gewebemerkmale bestimmt. Teilnehmen kann, wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist. Da die DKMS als auf Spenden angewiesen ist, wird zudem um finanzielle Unterstützung gebeten. Die Typisierung eines Spenders kostet die gemeinnützige Organisation 35 Euro. Auch Ideen für Benefizveranstaltungen werden gerne entgegengenommen. red

Spendenkonto

DKMS, Raiffeisenbank eG Großenlüder, IBAN: DE 66 5306 2035 0000 0917 90, Stichwort: Pauline.

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