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Weinbach: 8,5 Millionen Euro für die neue Lahnbrücke

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Von: Tobias Ketter

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Schon bald könnte die Brücke über die Lahn (Landesstraße 3452), welche die Dörfer Gräveneck und Wirbelau miteinander verbindet, neu gebaut werden.
Schon bald könnte die Brücke über die Lahn (Landesstraße 3452), welche die Dörfer Gräveneck und Wirbelau miteinander verbindet, neu gebaut werden. © Tobias Ketter

Bauarbeiten beginnen frühestens im Jahr 2023 - Keine Beschränkung für Schwerlastverkehr

Weinbach -Über den möglichen Neubau der Lahnbrücke nahe dem Weinbacher Ortsteil Gräveneck wird seit vielen Jahren diskutiert. Bereits Mitte der 1990er Jahre gab es erste Planungen für ein solches Projekt, die nach der Sanierung des bestehenden Bauwerks in 2001 jedoch zunächst nicht weiter verfolgt wurden. Doch nun ist das Thema wieder in aller Munde. Schon bald könnte die Brücke über die Lahn (Landesstraße 3452), welche die Dörfer Gräveneck und Wirbelau miteinander verbindet, neu gebaut werden.

"Der Neubau ist nötig, um die Tragfähigkeits- und Dauerhaftigkeitdefizite des bestehenden Bauwerks auszuräumen", sagt Bettina Amedick, Sprecherin von Hessen Mobil. Die Straßen- und Verkehrsbehörde ist für das Projekt verantwortlich. Mit den erneuten Planungen sei bereits 2012 begonnen worden. Der Planfeststellungsbeschluss werde im Herbst dieses Jahres erwartet. Zuvor müsse im Frühjahr 2022 noch der Fachbeitrag der Wasserrahmenrichtlinie fertiggestellt und ausgelegt werden.

"Erst wenn ein bestandskräftiges Baurecht vorliegt, kann die Ausführungsplanung fertiggestellt und mit der Bauvorbereitung begonnen werden", erklärt Amedick. Der Bau könne somit frühestens 2023 beginnen. "Voraussetzung für diesen Zeitplan ist natürlich, dass nach dem Beschluss nicht geklagt wird", so die Sprecherin.

Hessen Mobil geht von einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren aus. Neben der neuen Brücke soll auch eine Hangstützwand errichtet werden. Die Baukosten werden derzeit auf 8,5 Millionen Euro geschätzt. In 2015 ging man noch von Kosten in Höhe von 6,7 Millionen Euro aus. Die Kostensteigerung sei laut Amedick insbesondere auf die in den vergangenen Jahren generell gestiegenen Baukosten zurückzuführen. Außerdem koste die noch detailliertere Planung (vorgezogene Ausführungsplanung) recht viel Geld. Die Summe für das Projekt wird übrigens vollständig vom Land Hessen gezahlt.

Und inwieweit soll sich die neue Brücke von der derzeit bestehenden unterscheiden? "Die neue Lahnbrücke wird aufgrund der schrägen Lage rund 164 Meter lang sein sowie eine durchgehende Breite von 10,60 Metern inklusive der Brückenkappen haben", sagt Amedick. Die Fahrbahn werde 6,50 Meter breit sein. Die sogenannte lichte Höhe (Unterkante Bauwerk im Bereich der Lahn-Mitte - höchster Schifffahrtswasserstand) betrage, wie auch bei der vorhandenen Brücke, etwa elf Meter. Die alte Lahnbrücke führt rechtwinklig über die Lahn und ist 105 Meter lang. Die Fahrbahnbreite beträgt derzeit nur 3,5 Meter. Das sich in Planung befindende Bauwerk soll an einer anderen Stelle errichtet werden. "Die Querung des Flusses erfolgt künftig rund 230 Meter stromaufwärts", berichtet die Sprecherin von Hessen Mobil. Im Rahmen der Voruntersuchung habe man zwischen vier Varianten im Hinblick auf die wirtschaftlichen, verkehrlichen und umweltfachlichen Belange abgewogen, wobei sich die gewählte Trasse als Vorzugsvariante herausgestellt habe.

Kein erhöhtes Verkehrsaufkommen

Nicht alle Bürger aus den umliegenden Ortschaften befürworten den Neubau der Brücke. Denn es wird eine steigende Belastung durch den Schwerlastverkehr in den Dörfern befürchtet. Aktuell ist das 1909 errichtete Bauwerk nämlich für Fahrzeuge, die mehr als neun Tonnen wiegen, gesperrt.

Befahrbar ist die Lahnbrücke nur einstreifig und zwei Ampeln regeln den Verkehr. Das wird sich voraussichtlich aber bald ändern. Denn für die neue Brücke soll es keine Tonnenbeschränkung mehr geben. Hessen Mobil geht aber trotzdem nicht davon aus, dass es in den Ortschaften ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen geben wird.

"Um die Auswirkungen durch die Aufhebung der Tonnagebeschränkung einstufen zu können, wurde vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2016 eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt", sagt Amedick. Dabei wurden zwei Modellrechnungen aufgestellt: Die Prognose Nullfall 2030 und die Modellrechnung Prognose Planfall 2030. "Der Nullfall bildet die verkehrliche Entwicklung bis zum Jahr 2030 ab, wenn die Brücke nicht ersetzt wird. Der Planfall 2030 wurde mit einem Neubau berechnet", teilt Hessen Mobil mit. Als Ergebnis lässt sich den Angaben der Straßenbehörde zufolge festhalten, dass auf der Landestraße 3452 durch den Neubau lediglich eine sehr geringe Steigerung des Pkw-Verkehrs (1000 Fahrzeuge statt 800 Fahrzeuge pro Tag) und auch des Schwerverkehrs (30 Fahrzeuge statt 20 Fahrzeuge pro Tag) zu erwarten ist.

"Die Ortsdurchfahrt Gräveneck wird auch bereits heute von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über neun Tonnen genutzt, die das ortsansässige Gewerbe, den Campingplatz und die Kläranlage anfahren", sagt Amedick. "Wir gehen aufgrund der Verkehrsuntersuchung davon aus, dass die Landesstraße 3452 nur von Ziel- und Quellverkehr in und aus den Ortschaften Gräveneck und Wirbelau genutzt werden wird", so die Sprecherin weiter. Aus den zu erwartenden Verkehrsmengen lasse sich deshalb kein Handlungsbedarf für die Ortsdurchfahrten im Zuge des Neubaus ableiten.

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