Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder (Mitte) überreichte einen Betrag in Höhe von 7500 Euro an Andreas Giehl (links) und Volker Wüst von "wäller markt".
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Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder (Mitte) überreichte einen Betrag in Höhe von 7500 Euro an Andreas Giehl (links) und Volker Wüst von "wäller markt".

Gewerbe

Westerwald: Mit digitalem Marktplatz den Einzelhandel stärken

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Beim kooperativen Onlinevertrieb einteigen und verlorene Kunden zurückgewinnen

Wallmerod -Auch der Einzelhandel im heimischen Bereich muss auf die Entwicklung auf dem freien Markt und die Kundenwünsche reagieren und sich neuen Möglichkeiten öffnen. Aus diesem Grund haben sich am 23. Januar 2020 Personen zusammengefunden und den "wäller markt" als Genossenschaft für die drei Landkreise Altenkirchen, Neuwied und den Westerwaldkreis gegründet. Als dann grünes Licht der Kommunalaufsicht kam, konnte die Werbetrommel aktiviert werden.

Die Verbandsgemeinde Wallmerod hat sich als erste von 25 Verbandsgemeinden im Westerwaldkreis dieser Idee angeschlossen und ihren Beitrag in Höhe von 7500 Euro, 50 Cent pro Einwohner, geleistet, um dieses Angebot nun auch dem Einzelhandel in der Verbandsgemeinde anzubieten und diesen zu unterstützen. Aus diesem Anlass fanden sich die beiden Vorstandsmitglieder vom "wäller markt", Andreas Giehl und Volker Wüste, im Rathaus ein, um ihr Projekt vorzustellen.

Mit einer Teilnahme am "wäller markt" wird demnach allen Einzelhändlern in den drei angeschlossenen Landkreisen die Chance geboten, in einen kooperativen Onlinevertrieb einzusteigen, um so die durch den Lockdown verlorenen Kunden zurück zu gewinnen. "Allein der Onlinehandel ist um 15 Prozent auch im Lebensmittelbereich gestiegen", so Volker Wüst. Selbstverständlich kann dies jeder Einzelhändler oder Erzeuger selbst in die Hand nehmen, dies jedoch mit deutlich höherem Aufwand.

Das Projekt "wäller markt" als digitale Infrastruktur leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Existenzsicherung des regionalen Einzelhandels und somit zum Erhalt von Strukturen in den Einkaufsstädten.

Um nun dieses Projekt auf gesunde Beine zu stellen, ist ein finanzieller Rückhalt notwendig. Daher wurden Fördermittel aus dem Leader-Programm beantragt, und auch die ersten Beitrittserklärungen liegen vor. Diese haben schon jetzt ein Gesamtkapital von 62 700 Euro erbracht. Jedes Mitglied muss bei einem Eintritt einen Betrag von 100 Euro aufwenden. Auch wurden Zuschüsse von einzelnen Verbandsgemeinden erwartet.

Start im Juli geplant

"Wir finden das gut", so Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder (CDU). Vor allem wird dies seinen Worten nach als eine Chance für den Einzelhandel im ländlichen Raum gesehen, ist doch gerade der Einzelhandel mehr als jedes andere Gewerbe betroffen. Einzelhändler, die mindestens eine Verkaufsstelle in einem der angeschlossenen Landkreise haben, bekommen die Chance, neben offline auch online ihre Produkte anbieten zu können, ohne gleich in großen Onlineanbieterverträgen geknebelt zu sein.

Seit 2018 seien in den drei Landkreisen, nach Informationen von "wäller markt", 450 Millionen Euro im Non-Food-Bereich investiert worden.

Start für den "wäller markt" wird "sechs Monate nach der finanziellen Absicherung" sein, so Andreas Giehl. Erwartet wird, dass es am 1. Juli soweit ist. Wichtig sei, dass auch die Einzelhändler mitziehen. Daher wird nicht unter der Zahl von 50 sich anschließenden Einzelhändler gestartet. Als Zentrum wird an den größere Umkreis von Hachenburg gedacht, wo dann der Fuhrpark "mit E-Mobilität und vier Vollzeitbeschäftigten und zehn Fahrern" ihre neue Heimat haben werden.

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