Thorsten Behr (links) und Robert Nickel würden sich über viele Besucher in ihrem "Wäller-Pop-Up-Park" freuen.
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Thorsten Behr (links) und Robert Nickel würden sich über viele Besucher in ihrem "Wäller-Pop-Up-Park" freuen.

„Wäller-Pop-Up-Park“

Einzigartiges Pilotprojekt: Eine Kirmes, die nicht Kirmes heißen darf

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Kirmes trotz Corona? Wegen der Krise sind Kirmesveranstaltungen derzeit nicht erlaubt. In Westerburg gibt es jedoch eine Alternative: Den „Wäller-Pop-Up-Park“.

Westerwald - Eine Westerburger Kirmes, normalerweise immer am ersten Augustwochenende, gab es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht. Und damit ist die Stadt kein Einzelfall, was zu einem finanziellen Fiasko für viele Schausteller geführt hat. "Mir fehlt ein sechsstelliger Betrag", berichtet Thorsten Behr aus Diez.

Doch er hat in Westerburg gemeinsam mit Schausteller Robert Nickel aus Mainz ein für den heimischen Raum einzigartiges Pilotprojekt gestartet. Der "Wäller-Pop-Up-Park" hat am Donnerstag eröffnet und kann dieses und nächstes Wochenende auf der Hofwiese besucht werden. "Aus Coronagründen" hoch eingezäunt wurde in dem damit abgesicherten Bereich alles das aufgebaut, was einen Kirmesbesucher erfreut - außer den Hygienebereich am Anfang vielleicht, den die aktuelle Lage aber vorschreibt.

Vorbei am Auto-Scooter und am historischen Kettenkarussell geht es über einen Kettenflieger weiter zu den Fahrgeschäften für die kleinen Besucher. Denn für alle Altersklassen ist etwas dabei. Außer den Fahrgeschäften sind auch Pfeile- und Dosenwerfen sowie Entenfangen im Angebot. Und wer eine leckere Currywurst, Gegrilltes oder einen süßen Crêpes mit einem kühlen Getränk haben möchte, wird auch fündig. Lediglich Losbuden gibt es nicht. "Dies ist ein Warengeschäft", berichtet Thorsten Behr. Das sei nicht erlaubt.

Außer der Einzäunung gibt es aber noch einen weiteren Unterschied zu den herkömmlichen Kirmesplätzen. "Wir müssen Eintritt nehmen", sagt Thorsten Behr. Am Eingang werden zwei Euro erhoben, wobei ein Euro in zwei Warencoupons zu je 50 Cent bei den Fahrgeschäften eingelöst werden können. "Wir mussten schon beim Strom in Vorkasse treten." So soll das wirtschaftliche Risiko gesenkt werde. In vielen Ländern wie den USA sei das auf solchen Plätzen schon immer üblich.

Westerwald: "Wäller-Pop-Up-Parks" - Weitere Zusagen möglich

Dankbar sind Thorsten Behr und Robert Nickel den Verantwortlichen der Stadt Westerburg, die dem Hygienekonzept der Veranstalter zugestimmt haben. Angesprochen auf den Namen berichten die beiden dann von Schwierigkeiten. "Den Namen Kirmes durften wir aus Coronagründen nicht nehmen, da Kirmesveranstaltungen nicht erlaubt sind, und auch der Name Freizeitpark war verboten." Deshalb ist der "Wäller-Pop-Up-Park" entstanden.

Nachdem alle Schwierigkeiten behoben wurden hoffen Thorsten Behr und Robert Nickel nun auf die Möglichkeit weiterer "Wäller-Pop-Up-Parks" in den Nachbargemeinden aufbauen zu dürfen. Denen wurde dieses Angebot bereits gemacht. "Die Verantwortlichen haben ihre Zusage gemacht, sich über dieses Projekt in Westerburg zu informieren und ihre Zusage zu einem weiteren ,Pop-Up-Park' vom Verlauf abhängig gemacht", berichten die beiden.

Die Öffnungszeiten

In Westerburg ist der Park bis Sonntag, 27. September, und am Wochenende von Donnerstag, 1. Oktober, bis Sonntag, 4. Oktober, geöffnet. Geöffnet ist von 14 bis 21 Uhr, sonntags von 12 bis 20 Uhr.

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