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Zahlreiche Interessierte sind zur Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle nach Dauborn gekommen.

Informationsveranstaltung in Dauborn

Nina Fiedler von Naturstrom AG: „Wir wollen 100 Prozent erneuerbare Energien“

Etwa 200 Interessierte waren zum Infomarkt in die Mehrzweckhalle Dauborn gekommen, um sich über den Stand der Planungen der Windenergieanlagen in der Gemeinde Hünfelden zu informieren.

„Bei uns hat Energie Zukunft“, war auf Transparenten zu lesen, „Bist du dafür oder dagegen?“, eine mehrmals gehörte Frage. „Dann setze ich mich neben dich“, die mehr scherzhafte Ergänzung. Gleich zu Beginn der Begrüßung von Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) drängten sich drei Windenergie-Gegner vor die Bühne und hielten Schilder mit den Aufschriften „Täuschen, Verschweigen, Lügen“ hoch.

Dr. Rainer Kaps, Leiter Themenfeld Energie bei der HessischenLandesEnergieagentur (LEA), betonte, dass an diesem Abend den Bürgern Informationen angeboten würden. Anhand von Faktenpapieren könne man an verschiedenen Themeninseln mit Experten diskutieren. Das Angebot richte sich selbstverständlich auch an Kritiker und Gegner. Kaps bat aber darum, eine gewisse (N)Etikette im Umgang miteinander zu wahren.

Ein Gegner wies darauf hin, dass der Bürgerentscheid zu den Windkraftanlagen bereits acht Jahre zurückliege und stellte in Frage, ob die Entscheidung noch Gültigkeit habe. 65 Prozent hatten sich im Jahr 2010 für die Errichtung einer Windenergieanlage ausgesprochen. Scheu-Menzer wies darauf hin, dass die Planungen für ein derartiges Projekt durchaus eine so lange Vorlaufzeit hätten.

Dr. Rainer Kaps von der Hessischen LandesEnergieAgentur spricht mit Windkraftgegner Dr. Roland Hofmann.

Der Auftritt der Gegner sorgte im Saal für etwas Unruhe und es wurde deutlich, dass die Menschen gekommen waren, um sich zu informieren und nicht, um Grundsatzdebatten zu führen.

Einen einführenden Vortrag hielten Nina Fiedler und Dominik Schönhoff von der Naturstrom AG, die für eine ganzheitliche Energiewende steht. „Unsere Vision ist es, 100 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen“, formulierte Fiedler selbstbewusst. Unter Einbeziehung der Menschen vor Ort soll die Wertschöpfung in der Region gehalten werden. Fiedler kündigte Baustellenbesichtigungen an, bei denen sich die Bürger ebenfalls informieren können.

Thema Sicherheit

Um den Betrieb der Windenergieanlagen ging es am Infostand, den Georg Sonneborn, Geschäftsführer Bürgerwindpark Hünfelder Wald GmbH & Co. KG/Naturstrom AG betreute. Hier stand auch Regina Heuser von der Land und Forst Erneuerbare Energien GmbH zur Verfügung. Es wurden Visualisierungen der drei geplanten Anlagen aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt und über die Themen Sicherheit, zum Beispiel Eiswurf und Brandschutz, und Abschaltungen beispielsweise bei Vogelzug gesprochen.

Am Stand Bürgerforum Energieland Hessen konnten die Besucher mit Dr. Rainer Kaps, Florian Voigt, Melanie Schlepütz (LEA) diskutieren. Sie stellten Unterstützungsmöglichkeiten des Bürgerforums Energieland Hessen (BFEH), ein Angebot der Hessischen LEA, dar. Verschiedene Faktenpapiere lagen zur Mitnahme aus. Sowohl an den Themeninseln als auch in kleinen Grüppchen wurde viel und ausgiebig zu den unterschiedlichen Aspekten diskutiert. Viele sehen eine Windenergieanlage als eine sinnvolle Alternative zu Atom- und Kohleenergie an.

Ein Mann sagte: „Es ist wie so oft bei den Gegnern, ich möchte das zwar, aber nur nicht vor meiner Haustür“. Die Fragen und Diskussionen an den Informationsständen waren aber fast ausnahmslos sachlich. Konkrete Fragen gab es zum Bau und Rückbau, zur Sicherheit, speziell auch, ob die Fundamente diese enorme Last aushalten. Auch zum Naturschutz und den Speichermöglichkeiten gab es Nachfragen. Interessierte Investoren wollten wissen, wie sicher die Prognosen für die Anlagen seien. Ein für viele interessanter Aspekt war, dass hier die größten vorhandenen Anlagen errichtet werden sollen und dass mit jedem Meter mehr an Höhe der Ertrag um etwa 0,5 Prozent gesteigert wird. Auch wenn man diese Anlagen dann weit und deutlich sieht, hat die Höhe den positiven Effekt, dass sich die Rotorblätter gemächlicher drehen als bei kleineren Anlagen und das menschliche Auge das als angenehmer als eine schnellere Drehung empfindet. Am Ende der Veranstaltung konnte man noch offene Fragen notieren und ein Feedback geben. Die meisten waren der Meinung, dass ihnen der Abend weitergeholfen habe.

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