Wirtschaft

Wirtschaftsmotor kühlt etwas ab - Geschäftslage aber immer noch gut

Der heimischen Wirtschaft geht es zum Jahresbeginn gut, auch wenn die Unternehmen angesichts zunehmender Unsicherheiten mit ihren Erwartungen vorsichtiger geworden sind. Das berichtet die IHK.

. „Die Geschäfte der Firmen im Landkreis laufen weiter gut, wenn auch nicht mehr unter Volldampf.“ So kommentiert Präsident Ulrich Heep die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zum Jahreswechsel. Dafür sind die Antworten von 250 repräsentativ ausgewählten Unternehmen ausgewertet worden. Der Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen der Betriebe zusammenfasst, erreicht 121 Punkte. Eine Marke von 120 aufwärts gilt als gut, ab 130 als sehr gut. Nach Rekordwerten von 132 Punkten Anfang 2018 und 133 im Frühjahr war der Wert im Herbst 2018 bereits auf 123 Punkte zurückgegangen. Der Hessentrend ist auf 119 Punkte gesunken.

Ihre aktuelle Geschäftslage schätzen die allermeisten Firmen im IHK-Bezirk Limburg entweder als gut (47 Prozent) oder befriedigend (48) ein. Beim Blick in die Zukunft gibt es bei den Unternehmern im Kreis mehr optimistische Stimmen (18 Prozent) als pessimistische (14). Die meisten Betriebe gehen für 2019 von einer etwa gleichbleibenden Geschäftslage aus (68 Prozent).

In der Industrie hat sich Konjunkturklimaindex von 124 Punkten im Herbst auf jetzt 118 Punkte erneut verschlechtert. Ihre gegenwärtige Lage bezeichnen aktuell 49 Prozent der Industrieunternehmen als gut, nur vier Prozent als schlecht, 46 Prozent sind zufrieden. Dagegen zeigt der Index im Baugewerbe weiter nach oben: auf 138 Punkte (nach 134 im Herbst 2018).

Die Stimmung im Einzelhandel ist relativ gut. Die Umsätze sind in den letzten vier Monaten per Saldo um 20 Prozent gestiegen. Der Index erreicht mit 107 Punkten einen für die Branche hohen Wert. 32 Prozent der befragten Einzelhändler bezeichnen ihre gegenwärtige Lage als gut, nur sechs Prozent als schlecht, 62 Prozent sind zufrieden.

Wie immer viel positiver sind die Rückmeldungen aus dem Großhandel. Der Konjunkturklimaindex bleibt bei 138 Punkten, 35 Prozent der Kaufleute berichteten von höheren Umsätzen.

Im Dienstleistungsgewerbe liegt der Wert bei 123 Punkten; vor einem Jahr waren es 132 Punkten zum Beginn des letzten Jahres. Genau die Hälfte der Dienstleister ist mit der Geschäftslage zufrieden, sechs Prozent bezeichnen sie als schlecht. In diesem Bereich sieht es am besten in der PR-, Marketing- und Immobilienbranche aus (129 Punkte). Die Verkehrsunternehmen (124) und das Gastgewerbe (119) liegen jeweils fünf Punkte dahinter.

Viele Unsicherheiten

Die Umfrageergebnisse für den IHK-Bezirk Limburg bestätigen die nach unten revidierten Erwartungen und Ergebnisse für das Wachstum in Deutschland, wonach die Konjunktur weiter abkühlt. Unsicherheiten für die Unternehmen bestehen unter anderem bei Auslandsrisiken wie dem Brexit, dem Handelsstreit zwischen den USA und China, dem schwächeren Wachstum in China oder einer möglichen Finanzmarktkrise. Aber auch im Inland gibt es Belastungen, die das Wachstum bremsen. So steht in der aktuellen Erhebung der Fachkräftemangel bei 57 Prozent der Unternehmen an erster Stelle der Risiken für die Geschäftsentwicklung – vor der Sorge um die Inlandsnachfrage und die politischen Rahmenbedingungen. Als Begründung führen sie schlechte Infrastruktur und 5G-Ausbau, Überregulierung, Bürokratielasten oder langwierige Genehmigungsverfahren, Zinspolitik und Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Dieselfahrverbote und Beschädigung der Automobilindustrie sowie mangelnde wirtschaftsstrategische Ausrichtung der Bundesregierung an.

(hei , pm)

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