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Zensus: Montag wird im Kreis gezählt

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"Zensus 2022" steht auf einem Tablet, mit dem Erhebungsbeauftragte des die Befragungen durchführen. Diese besuchen die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger und erfassen die Daten mit einem Fragebogen.
"Zensus 2022" steht auf einem Tablet, mit dem Erhebungsbeauftragte des die Befragungen durchführen. Diese besuchen die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger und erfassen die Daten mit einem Fragebogen. © picture alliance/dpa

165 Erhebungsbeauftragte unterwegs

Limburg-Weilburg -Wie viele Menschen leben in Deutschland, wie wohnen und arbeiten sie? Auch im Kreis Limburg-Weilburg beginnt am Montag, 16. Mai, der Zensus 2022, eine bundesweite Volkszählung, bei der nicht nur die Einwohnerinnen und Einwohner gezählt werden. Darüber hinaus werden auch Daten erhoben, wie die Bürgerinnen und Bürger aktuell leben, wohnen und arbeiten. Auch im Landkreis werden rund 23 000 Menschen an 5900 Anschriften befragt.

Möglicherweise haben die Bewohnerinnen und Bewohner der zufällig ausgewählten Häuser bereits in den nächsten Tagen von ihren Interviewerinnen und Interviewern - sogenannten Erhebungsbeauftragten - Post im Briefkasten, die ankündigen, wann die Haustürbefragung stattfinden soll. Mit der Benachrichtigung kann es aber auch theoretisch noch etwas dauern, weil die Erhebungsbeauftragten des Landkreises Limburg-Weilburg bis zum 12. August Zeit haben, die Gespräche zu führen und sich ihre Zeit frei einteilen können.

Für die Vorbereitung und Durchführung des Zensus 2022 im Landkreis Limburg-Weilburg ist eine Erhebungsstelle eingerichtet worden. Seit November laufen dort die Vorbereitungen. Deren Leitung haben Vanessa Mangrum und Milena Becher inne. Die 28- und die 24-Jährige kennen sich schon aus Studienzeiten, waren vorher beim Landkreis im Gesundheitsamt beziehungsweise im Impfzentrum tätig. "Wir fanden die Stellenausschreibung interessant, hier etwas in Eigenverantwortung planen und umsetzen zu können", berichtet Vanessa Mangrum.

"Zuerst wurden sowohl die Technik als auch die Räumlichkeiten datenschutzrechtlich abgeriegelt", berichtet Milena Becher. Es sei wichtig, dass niemand sonst Zugang zu den erhobenen Daten hat. "Datenschutz wird bei der Zensus-Befragung wirklich großgeschrieben. Die Daten werden wirklich nur für diese Statistik verwendet", erläutern beide.

Auf die Stellenausschreibung als Erhebungsbeauftragte haben sich laut Mangrum insgesamt 200 Personen aus der Region beworben. Fast alle konnten nach Prüfung der Personen auch als Erhebungsbeauftragte bestellt werden. Es seien viele Rentnerinnen und Rentner dabei, aber ebenso viele Schülerinnen und Schüler, die sich ein paar Euro dazuverdienen wollten, erklärt Mangrum. Zahlreiche Erhebungsbeauftragte seien bereits beim letzten Zensus 2011 dabei gewesen.

Zwölf Fragen

an der Haustür

An der Haustüre werden zwölf Fragen zu den Personen im Haushalt abgefragt. Der Kontakt dauert fünf bis zehn Minuten. Zusätzliche Angaben zu den Themen Bildung und Erwerbstätigkeit können die Befragten dann später in Ruhe online eingeben. Wer keinen Internetzugang hat, kann die Fragen per Brief beantworten. Am Ende des Prozesses sind einzelne Daten nicht mehr konkreten Personen zuordenbar.

Die Befragung findet üblicherweise alle zehn Jahre statt, wurde aber aufgrund der Pandemie diesmal um ein Jahr nach hinten verschoben. Insgesamt 165 Erhebungsbeauftragte werden im heimischen Landkreis unterwegs sein. Wichtig für die Bürgerinnen und Bürger zu wissen ist auch, dass die Interviewerinnen und Interviewer sich durch einen Dienstausweis legitimieren müssen.

Milena Becher und Vanessa Mangrum hatten die vergangenen Monate bereits viel mit der Vorbereitung des Zensus 2022 zu tun. Sie mussten die Adressen im Kreis in einzelne Bezirke einteilen, damit keiner der Interviewer mehr als 150 Personen zu befragen hat. Es sei auch darauf geachtet worden, dass keine Interviewer in ihren eigenen Wohngebieten eingesetzt würden. Trotzdem würden die Erhebungsbeauftragten wohnortnah eingesetzt, weil der Aufwand sonst für viele zu groß wäre. Denn man könne ja, so Mangrum, nicht davon ausgehen, jeden Bürger beim ersten Hausbesuch direkt anzutreffen. Auf den Erstankündigungsschreiben ist eine Kontaktnummer angegeben, so dass die Auskunftspflichtigen mitteilen können, wenn sie aus beruflichen oder privaten Gründen am genanntem Termin nicht zu Hause sind.

Landesamt hat

zufällig ausgewählt

Mangrum sagt, dass der Landkreis die Bürgerinnen und Bürger für die Befragung selbst nicht ausgesucht habe. Die Anschriften wurden durch ein mathematisches Verfahren zufällig durch das Statistische Landesamt ausgewählt. Es kann theoretisch sein, dass jemand, der 2011 bereits befragt wurde, erneut zu den Befragten zählt. Die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger sind übrigens zur Teilnahme am Zensus verpflichtet.

Becher und Mangrum appellieren, an der Befragung teilzunehmen. Sie sind aber guter Dinge, dass der Großteil der Befragungen unkompliziert ablaufen werden.

Insgesamt sollen in ganz Deutschland acht Prozent der Menschen interviewt werden, um verlässliche aktuelle Daten über die Einwohnerzahlen und Lebensverhältnisse zu erhalten. "Die Ergebnisse des Zensus sind wichtig für die Politik, um daraus Maßnahmen in Sachen Verbesserung der Infrastruktur ableiten zu können, beispielsweise wo mehr Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeeinrichtungen benötigt werden", berichtet Mangrum. Die Stichprobenbefragung ist notwendig, um etwaige Ungenauigkeiten der Melderegister festzustellen und um Daten zu erheben, die nicht in den Registern vorliegen, wie zum Beispiel Angaben zu Bildung und Ausbildung oder zu Erwerbstätigkeit. Die Ergebnisse des Zensus werden voraussichtlich ab Ende 2023 vorliegen. red

Fragen stellen

Wer Fragen hat, kann diese beim Landkreis unter (0 64 31) 2 96-60 01/-60 02 oder per E-Mail an Zensus2022@limburg-weilburg.de stellen. Mehr Informationen auf der Website www.zensus2022.de.

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