Feuerwehr

Zusammen könnten sie noch stärker sein

Verschmelzen die Feuerwehren in Aull, Gückingen und Hambach zu einer Einsatz-Einheit? Zu einem Verbund mit gemeinsamer Führung, aber getrennten Standorten? Eine Andeutung von Wehrführer Andreas Schmittel beim Jahrestreffen der Brandschützer in Aull lässt darauf schließen.

Von H.-B. WESTERWEG

Drei Minuten nach dem Start am Gerätehaus ist die Feuerwehr Aull einsatzbereit. Der Trupp kann für Erste Hilfe sorgen und dank des Wassertanks an Bord mit der neu angeschafften Schaumpistole zum Beispiel bei einem Fahrzeugbrand wertvolle Dienste leisten. Ob die Einheit die ihr zugedachten Aufgaben tatsächlich aber erfüllen kann, hängt von einem Faktor ab, den viele andere Wehren inzwischen kennen – die Tageseinsatzbereitschaft. Denn unter der Woche haben die Brandschützer ein Problem: Nicht wenige Aktive gehen einer auswärtigen Beschäftigung nach und stehen bei Bedarf schlicht nicht zur Verfügung, schon gar nicht rechtzeitig.

Lösen könnte das Dilemma eine (noch) engere Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. Fünf der 20 Übungen im vergangenen Jahr wurden im Dreierbund angegangen, „in Zukunft könnten es alle sein“, deutete Wehrführer Andreas Schmittel in der Hauptversammlung eine Perspektive an, die auch bei Ernstfällen gelten könnte. „Wir üben zusammen und wir werden auch zusammen alarmiert“, blieben in der Sitzung allerdings die rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst außen vor. „Es wird nicht anders gehen“, sieht Schmittel dennoch gute Chancen, die Tageseinsatzbereitschaft sicher zu stellen.

Für die Feuerwehr in Aull gibt es jedoch noch einen anderen Grund, die Partnerschaft zu intensivieren: Stellvertretender Wehrführer Tim Fuchs wechselt zusammen mit seiner ebenfalls bei den Brandschützern engagierten Ehefrau nach Hambach, womit sich die Zahl der verbliebenen Aktiven von elf auf neun reduziert. Bislang gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger schwierig und dürfte „auch für die Wehrleitung der Verbandsgemeinde noch zu einer großen Herausforderung“ werden. Niemand unter den Aktiven ist derzeit bereit, sich dem Aufwand an der Feuerwehrschule in Koblenz zu unterziehen. Ein Grund mehr für den Wehrführer, Konstellationen von vielleicht einem Leiter und zwei Stellvertretern in der Dreiergruppe anzusprechen.

Darüber hinaus vermeldete Schmittel eine hohe Übungsbeteiligung (Peter Albus 15, Holger Lehna 14, Dominik Schmittel 13) und Lehrgänge für zwei weitere Atemschutzgeräteträger (bisher sechs). Von insgesamt 20 Übungen wurden fünf zusammen mit Gückingen und Hambach absolviert, eine mit Staffel. Drei Einsätze führten die Brandschützer 2015 zu zwei Verkehrsunfällen und einem Flächenbrand im Gückinger Wald.

Vom Förderverein mit 74 Mitgliedern konnten im Vorjahr Taschen für die Handlampen der Atemschutzträger und eine Schaumpistole angeschafft werden. Vorteil durch die Holster: Die Hände bleiben im Einsatz frei. Vorteil durch die Schaumpistole: Brandnester können schneller abgelöscht werden, außerdem eignet sich das Einsatzmittel für Pkw-Brände.

Von einem abwechslungsreichen und arbeitsreichen Jahr sprach Peter Albus und erinnerte im Rückblick unter anderem an den Ausflug nach Köln mit Domführung. 2016 wollen die Wehrleute auf eine Städtetour verzichten, nach mehreren Jahren Pause aber wieder einen Tagesausflug für die Aktiven anbieten. „Grundsätzlich positiv“ stehen die Brandschützer einer Beteiligung an der Kirmes gegenüber, die nach dem „absoluten Erfolg“ 2014 als Ferientermin im Vorjahr ausfallen musste – es fehlten die Helfer. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, will Fördervereins-Vorsitzender Peter Albus zunächst den Austausch mit anderen Vereinen abwarten. Einem anderen wichtigen Anliegen des Fördervereins – Mitglieder- und Aktivenwerbung – mochte sich Ortsbürgermeister Wolfgang Linden ausdrücklich anschließen: „Ich hoffe, das Vakuum kann aufgefüllt werden.“

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