Verleihung

Zwei Passivhäuslebauer erhalten den Umweltpreis

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Der Kreis Limburg-Weilburg hat gestern seinen Umweltpreis verliehen. Dieses Jahr ging es dabei um Passivhäuser. Bewerber gab es allerdings nur sehr wenige.

Gleich zwei Preisträger-Ehepaare haben gestern Landrat Manfred Michel (CDU) sowie Erster Kreisbeigeordneter Helmut Jung (SPD) mit dem Umweltpreis des Kreises 2018 auszeichnen. Ehrenurkunden und jeweils 1400 Euro Preisgeld gingen an die Eheleute Christina und Christian Hacker aus Dietkirchen sowie Katharina und Stefan Laßmann aus Staffel. Teilnehmen konnten dieses Jahr an der Ausschreibung Bürger, die ein Passivhaus-Projekt verwirklicht hatten.

Es gab mit Monika Stahlheber und Paul Schmidt aus Heckholzhausen noch eine dritte Bewerbung. Doch diese entsprach, wie Jung anmerkte, „leider nicht komplett den Ausschreibungskriterien“. Trotzdem wolle sich der Kreis mit einer Anerkennungsprämie in Höhe von 200 Euro für ihre Verwirklichung ökologischen Bauens bedanken. Helmut Jung findet es schade, dass sich nicht mehr Bürger für den Umweltpreis 2018 beworben haben. Er alleine kenne aus seinem Bekanntenkreis zehn Familien, die Passivhäuser gebaut hätten. Auch er selbst wohnt in einem Passivhaus.

Die Hackers berichteten, dass sie es mit dem städtischen Bauamt in Limburg nicht einfach gehabt hätten, ihr Passivhaus zu verwirklichen. Aufgrund einer geringfügigen Abweichung von den Bauvorschriften sei es ein zähes Ringen gewesen. Nun sagen sie zum Wohnkomfort: „In einem Passivhaus ist es einfach genial.“ Ihres wurde in Holzständerbauweise mit einem Wärmedämmverbundsystem im Außenputz, Dreifach-Isolierglas-Fenstern und einer Bodenplatte mit Glasschaumschotter aus Recyclingmaterial verwirklicht. Kohlendioxid vermieden

Die Lüftungsanlage gewinnt aus der Abluft Wärme zurück. Warmwasser wird mit einer Wärmepumpe und einem Erdwärmetauscher erzeugt. Die Wärmepumpe und der Hausstrom werden von der Photovoltaikanlage auf dem Dach gespeist und das Warmwasser zusätzlich von der Solarthermie-Anlage aufgeheizt. Der Eigenverbrauch des Solarstroms führt zu einer Deckungsquote von 66 bis 83 Prozent. Dadurch wurden in den vergangenen zehn Jahren bereits 25 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Die Energiespar-Effizienz des Baus ist sehr hoch. Der Heizenergiebedarf beträgt im Schnitt 10,23 Kilowatt-Stunden pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Die Regenwassernutzung über eine Zisterne ist für Familie Hacker ein zusätzlicher Baustein für nachhaltiges Bauen.

Stefan Laßmann berichtete, dass es in der heutigen Zeit immer noch nicht leicht sei, Passivhaus-Pläne zu verwirklichen. Er habe zunächst keinen Architekten gefunden, der seine Pläne habe technisch umsetzen können. Viele Architekten seien, so seine Erfahrung, leider vor allem auf Design fokussiert. Heute ist Laßmann froh, ein Passivhaus zu haben. Nicht nur wegen des niedrigen Energieverbrauchs, sondern auch, weil er immer frische Luft und eine ordentliche Raumtemperatur ohne Lüften habe.

Landrat Michel sagte: „Durch die Prämierung von Passivhäusern soll auf die energiesparende und zugleich komfortable Bauweise aufmerksam gemacht werden. Er merkte an, dass es mittlerweile schon Passivhäuser gebe, die im Bau nicht teurer als herkömmliche Häuser seien. Jung ergänzte, dass solche Häuser im Schnitt noch bis zu fünf Prozent mehr kosteten. Dafür gebe es aber Fördermöglichkeiten sowie niedrigeren Energieverbrauch. „Das Passivhaus zeichnet sich durch einen ausgesprochen geringen Heizenergieverbrauch aus und minimiert somit den CO2-Ausstoß dramatisch“, sagte der Kreis-Umweltdezernent. Dieser Beitrag zum Klimaschutz sei entscheidend, da auf dem Wärmesektor in Deutschland über ein Drittel der CO2-Emissionen entfalle. Passivhäuser erhöhten zudem den Wohnkomfort. Eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung sorge für kontinuierlich gute Luftqualität.

Wer Interesse an der Verwirklichung eines Passivhauses hat, kann noch bis zum 8. Januar eine Ausstellung während der üblichen Öffnungszeiten beim Abfallwirtschaftsbetrieb auf der Deponie Beselich besichtigen.

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