Das Limburger Schloss befindet sich seit dem Jahr 2000 im Besitz der Stadt und wird schrittweise saniert.
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Das Limburger Schloss befindet sich seit dem Jahr 2000 im Besitz der Stadt und wird schrittweise saniert.

Schöne Projekte in Limburg und Ellar

Zwei Preise für zwei Denkmäler

Land zeichnet historisches Haus und Schloss aus

Ein historisches Wohnhaus in Ellar und das Schloss in Limburg sind gestern in Wiesbaden mit dem diesjährigen Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Der erste Preis für Privatpersonen geht an Georg und Bettina Gröschen aus Ellar. Sie haben das "Wellehannese-Haus", ein Ensemble aus Winkelhofreite mit Fachwerkhaus, Scheune und Bauerngarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, vor dem Abriss bewahrt und zu einem Schmuckstück in dem Waldbrunner Ortsteil gemacht. Als Lohn erhalten sie ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro, eine Bronzeplakette und Urkunde.

Auch die Stadt Limburg darf sich über einen ersten Preis unter den öffentlichen Preisträgern (ohne Preisgeld) freuen für die "behutsame Sanierung des Schlosses": Die Jury lobt die hohe Wertschätzung des Bestandes und die Anpassung an die Anforderungen eines "zeitgemäßen städtischen Gebäudes". Was im Schloss an Arbeiten abgeschlossen ist, hat die Stadt vermietet: Die Räume, rund 600 Quadratmeter, nutzt die Dommusik. Außerdem ist das Stadtarchiv im Schloss untergebracht. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dort zudem ein Stadtmuseum zu finden sein.

Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) freut sich sehr über den Preis. "Das Ziel bei diesem Projekt war und ist es, altes Kulturgut zu erhalten", sagt er. "Die wichtige Zusammenarbeit der Architekten, Denkmalexperten und Handwerker waren und sind unverzichtbar. Den Preis nehme ich stellvertretend für alle Beteiligten entgegen, denen ich ausdrücklich meinen Dank ausspreche."

Auch der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) freut sich über den Denkmalschutzpreis, "ist er doch eine Anerkennung für die gute Sanierungsarbeit im Schloss, die nicht immer so einfach ist. Viele Leute widmen sich mit Hingabe der Sanierung des Schlosses und leisten dort hervorragende Arbeit."

Zukunft war lange

Zeit ungewiss

Schon seit 27 Jahren setzen sich Georg und Bettina Gröschen für den Erhalt des Wellehannese-Hauses in Ellar ein und leisten damit "einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung des Ortsbildes", wie die Jury lobt. "Die Liebe zum Detail, die akribische Umsetzung bei der Ausführung sämtlicher Gewerke und die Forschungen zur Geschichte des Ortes und der Region sind vorbildlich." Es sei ein gutes Gefühl, "dass die Hofreite vor dem Verfall und Abbruch gerettet wurde und durch eine dauerhafte Nutzung gesichert ist", sagt Georg Gröschen zufrieden.

Auch die Zukunft des weithin sichtbar über der Lahn thronenden Limburger Schlosses war lange Zeit ungewiss, bevor es im Jahr 2000 in die Obhut und Pflege der Stadt überging. "Der Grund für den Erwerb der Schlossanlage bestand darin, das Bauwerk nicht in private Hände zu geben und den Limburger Bürgern und Bürgerinnen weiterhin Zugang zum Schlosshof zu gewährleisten", sagt der Erste Stadtrat Stanke. Das Interesse der Bürger war groß: Schon 1995 schlossen sie sich zum Förderverein Limburger Schloss zusammen. Der Preis sei auch eine Anerkennung für die Verwaltung und die Politik, die die Sanierung des Schlosses zu einer wichtigen Aufgabe gemacht habe, betont Stanke.

"Um Kulturdenkmäler zu erhalten, brauchen wir Menschen, die sie mit Verständnis für das Können früherer Generationen und Einfühlungsvermögen für historische Techniken pflegen", sagte die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) bei der Preisverleihung gestern Nachmittag in Wiesbaden.

Der Hessische Denkmalschutzpreis ist mit insgesamt 20 000 Euro dotiert. Das Geld stiftet die Lotto Hessen GmbH, die den Preis mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen im Jahr 1986 ins Leben gerufen hat. Hinzu kommt als eigene Kategorie des Hessischen Denkmalschutzpreises der Ehrenamtspreis; das Preisgeld in Höhe von 7500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei. Neben dem Ehepaar aus Ellar und der Stadt Limburg gibt es in diesem Jahr insgesamt acht weitere Preisträger des Denkmalschutzpreises. red

Das "Wellehannese-Haus" in Ellar ist von den Privatbesitzern aufwendig saniert worden.

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