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Hier bei der Arbeit: Erna Müller fertigt Masken, die ihre Familie schützen sollen.

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Coronavirus: Rentnerin aus der Rhön näht Schutzmasken aus Windeln

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Erna Müller ist über 90 und vertreibt sich die Zeit an der Nähmaschine, um Masken zum Schutz gegen das Coronavirus zu nähen. Die FR-Gemeinde hat weitere Ideen für die Zeit daheim.

Unsere Herzen gehören heute zuallererst Erna Müller, geboren 1925, die mit drei weiteren Generationen ihrer Familie in einem Dorf namens Heubach in der Rhön lebt. Sie hat nicht nur einen Tipp zur Selbstbeschäftigung für uns – sie ist ein Vorbild in der Corona-Krise. Ein Vorbild an der Nähmaschine.

Ihr Leben lang ist sie mit Nadel und Faden zugange. Sie nähte ihr eigenes Hochzeitskleid. 1946. Aus Fliegerseide. Und jetzt näht sie eben Corona-Schutzmasken. Aus Mullwindeln.

Corona: Rentnerin ist entspannt 

Erna Müller verfolgt die Berichterstattung über das Virus im Fernsehen, sie spricht mit Sohn, Schwiegertochter, Enkelin und Urenkeln darüber. Kürzlich sieht sie einen Bericht über die Atemschutzmasken. Dass sie überall knapp sind. Und wie man sie selbst nähen kann.

Das Material hat sie komplett im Fundus. Also fragt sie in der Familie herum, wer eine Maske braucht – besonders die Tochter und die Enkelinnen, die in großen Städten leben. Sie selbst brauche keine, findet sie: „Hier ist ja noch nix.“ Ihr ist schon klar, dass Mullmasken nicht hundertprozentig schützen, aber: besser als gar nichts, sagt sie. Dass es wichtig sei, andere zu schützen. Und dass sie sich freut, etwas zur Sicherheit beitragen zu können.

Risikopatientin? Da ist Erna Müller ganz entspannt. Zu Hause fühle sie sich nicht in Gefahr, sagt sie. Die Enkel und Urenkel halten gebührend Abstand. Obwohl man ihr natürlich am liebsten um den Hals fallen würde. Deshalb gehören unsere Herzen heute Erna Müller und ein bisschen auch unserer Kollegin Elena Müller. Sie ist nämlich die Enkelin, und ohne sie hätte die Welt gar nichts von dieser tollen Oma erfahren.

Noch mehr Tipps in Zeiten von Corona

Aber es gibt noch mehr wunderbare Tipps von wunderbaren FR-Leserinnen und -Lesern. „Am Sonntag, 22. März, um 18 Uhr spielen alle Musiker*innen aus dem Fenster“, schlägt Johannes Walter vor. „Bis dahin: üben.“

Dann mal los. Den gestrigen Tipp der Kollegin Meier (völlig enthemmt Zwiebeln essen, riecht ja jetzt niemand), greift Isabel Strzyz-Winkowski aus Eschborn auf: „Rohe Zwiebeln essen ist gut. Gestern habe ich das Rad genommen und bin zum Niedwald gefahren, um Bärlauch zu sammeln. Immer wieder lecker – allerdings habe ich vergessen, dass ich heute einen Arzttermin habe. Vielleicht hält der Mundschutz auch einige Düfte ab.“ Das könnte sicher Erna Müller am besten beantworten.

Außerdem hat Isabel Strzyz-Winkowski, Lehrerin, für ihre Klasse bei der Onlineplattform www.anton.app eine Gruppe erstellt: nicht nur mit Hausaufgaben, auch mit weiteren Anregungen zum Zeitvertreib. Was noch? Den neuen Laptop eingerichtet, im Garten gearbeitet (die Katze half), Schreibtisch aufgeräumt. Bald folgen zwei Schichten Notbetreuung in der Schule, Joggen – und der innige Wunsch, es möge keine Ausgangssperre kommen.

Coronakrise: Was kann man zuhause machen? 

Was kann man noch zu Hause machen? Die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Limburg hat ein Internetangebot gestartet. Es gibt Videos zu sehen – den Auftakt machte das Thema Nächstenliebe –, die als Impuls dienen und zur Diskussion einladen sollen, etwa per E-Mail und Chat. Mehr Information dazu unter keb.bistumlimburg.de.

Und dann hat das Lucas-Filmfestival für junge Leute noch etwas Cooles gegen Langeweile zu Hause: Bis zum 29. März einen Film schauen, eine Kritik dazu verfassen und sich als Jurymitglied fürs Festival im Herbst bewerben. Da: lucas-filmfestival.de.

Ihre guten Tipps, die bei uns eingehen, werden nach und nach veröffentlicht, Ehrenwort. Wer auch eine prima Idee hat, die das Daheim- oder Alleinsein wegen Corona lindert, bitte melden: per E-Mail an online@fr.de. Wir lassen uns doch nicht unterkriegen!

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