Noch sind Tische und Stühle verwaist - am Freitag darf auch in Hanau die Gastronomie wieder öffnen. Foto: p

Warten auf Öffnungen

Hanau lässt sich mit Corona-Lockerungen mehr Zeit

Mit Sorge hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky auf die raschen weitgehenden Lockerungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie reagiert, die die Landesregierung verkündet hat.

  • Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigt sich besorgt um allzu schnelle Lockerungen in der Corona-Pandemie*
  • Sorglosigkeit könnte Eindämmung des Coronavirus gefährden
  • Hanau wird bei den Lockerungen langsamer voran gehen

Hanau - Im Interview mit dieser Zeitung hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Samstag unter anderem seine Befürchtung geäußert, dass allzu große Sorglosigkeit, die Bemühungen gefährden könnten, das Virus einzudämmen. Corona sei nicht unter Kontrolle, daher habe es für die Stadt Priorität, bei den anstehenden Lockerungen im städtischen Verantwortungsbereich höchste Hygienestandards alltagstauglich umzusetzen. Darum erfolgen manche Öffnungen in Hanau etwas später als andernorts.

Hanau: Oberbürgermeister Claus Kaminsky will langsamere Corona-Lockerungen

Heute öffnet unter anderem die Stadtverwaltung ihre Pforten, Stadtladen, Ordnungsamt und Technisches Rathaus stehen mit ihren Dienstleistungen wieder zur Verfügung, aber mit sehr eingeschränktem Publikumsverkehr und nur nach Terminvereinbarung. Die Stadtbücherei erweitert zwar ihren Service, ist jedoch nur eingeschränkt geöffnet (siehe folgende Seite). Nach den Spielplätzen sind ab sofort auch die Bolzplätze wieder zugänglich, Kunden können sich auf ein Einkaufen ohne Abgrenzungen freuen - die 800 Quadratmeter-Beschränkung im Handel ist obsolet. Ab 15. Mai dürfen auch die Gastronomiebetriebe in Hanau wieder öffnen.

Sporthallen in Hanau müssen warten - OB Kaminsky will Corona-Lockerungen langsam angehen

Einen eigenen Weg geht die Stadt bei der Öffnung ihrer Sportstätten: Die Sportanlagen unter freiem Himmel sollen ab Mittwoch, 13. Mai, zugänglich sein, die Hallen frühestens ab 18. Mai. Um die neuen Regelungen des Landes umsetzen zu können, brauche es Vorlauf, heißt es aus dem Krisenstab. Kaminsky: „Die Vereine müssen sich vorbereiten, es müssen Hygienepläne erarbeitet und hinterlegt, aber auch die Sportstätten selber nach mehrwöchiger Schließung vorbereitet werden.“ Er könne sehr gut verstehen, dass die Sportler die Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings kaum abwarten können, aber auch hier sei Augenmaß geboten. „Wir behalten uns vor, auch im Trainingsbetrieb Kontrollen vorzunehmen, denn es gibt hier ganz klare Spielregeln für Hygiene und Abstand. Sie machen die Öffnung der Sportstätten ja überhaupt erst möglich.“ Neben dem gesundheitlichen Risiko zu schneller und zu umfassender Öffnungen, müsse die Stadt angesichts der prekären Finanzlage auch die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten. Aus dem Grund habe man sich entschlossen, die Museen nicht sofort wieder zu öffnen. „Die Öffnung weiterer städtischer Einrichtungen prüfen wir weiter nach hygienischer und wirtschaftlicher Machbarkeit.“   

Von Christian Spindler

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Netzwerks.


Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat sich auch zu den Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus geäußert - Er ist wütend. 

Währenddessen prüft die Stadt Hanau erstmals in ihrer Geschichte für einen Teil ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare