Gute Laune nach der Kandidaten-Kür: CDU-Kreischef Axel Wintermeyer gratuliert Michael Cyriax, der sich über Blumen und einen Präsentkorb freut.
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Gute Laune nach der Kandidaten-Kür: CDU-Kreischef Axel Wintermeyer gratuliert Michael Cyriax, der sich über Blumen und einen Präsentkorb freut.

Nominierung des Landratskandidaten

97,1 Prozent für Cyriax

  • vonManfred Becht
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Jetzt ist es offiziell: Amtsinhaber Michael Cyriax wurde von der Kreis- CDU als Kandidat für die Landrats-Direktwahl nominiert. Nur vier Delegierte wollten davon nichts wissen.

Eine Frage wurde beim Nominierungsparteitag der Main-Taunus-CDU nicht beantwortet: die nach dem Wahltermin. Es könnte das späte Frühjahr oder der Frühsommer werden, auf jeden Fall aber die erste Jahreshälfte, so der Kreisvorsitzende Axel Wintermeyer über das, was sich abzeichne. Hinter den Kulissen also wird das Thema diskutiert.

Vor den Kulissen klappte alles wie geplant in der Liederbachhalle, sieht man einmal von gewissen Problemen mit der Tontechnik ab. Es gab keinen Gegenkandidaten, keine Personaldebatte und so gut wie keine Gegenstimmen. Vier Delegierte lehnen eine erneute Kandidatur von Michael Cyriax ab, einer enthielt sich, die anderen 134 stimmten mit „Ja“ – eine Zustimmung von 97,1 Prozent.

„Ein einigermaßen ehrliches Ergebnis“, kommentierte Cyriax. Die Delegierten würdigten es mit viel Beifall, Cyriax reagierte zweimal im Verlaufe des Abends mit bremsenden Gesten. Zu viel Aufhebens um seine Person möge er nicht, hatte er zuvor schon erklärt. Tatsächlich entspricht dies seinem öffentlichen Auftreten.

Trotzdem wissen alle, dass es bei der Direktwahl eines Landrats auch auf die Person ankommt. Und auf die Unterstützung durch die Partei. Dann wird sich zeigen, was die 97 Prozent Zustimmung tatsächlich wert sind.

Keine Sieg-Garantie

Wintermeyer warnte davor, den Wahlkampf auf die leichte Schulter zu nehmen. Tatsächlich: Selbst wenn Wintermeyer recht hat mit der Bemerkung, dass Cyriax hohes Ansehen über die Parteigrenzen hinweg genieße, so sind die politischen Verhältnisse doch unsicherer geworden, und ein Amtsbonus ist, wie die letzten Wahlergebnisse gezeigt haben, keine Garantie mehr auf den erneuten Wahlsieg.

Sicherheit, das ist überhaupt auch für Cyriax ein Thema, das er sehr nach vorne stellt. Den Menschen Sicherheit zu garantieren, das ist für ihn auch wichtig, um die Akzeptanz für die Institutionen und die Politik wieder herzustellen, die nach seiner Wahrnehmung seit einigen Jahren einer diffusen Angst Platz machen musste.

Dabei sei der Main-Taunus-Kreis ein sehr sicherer Kreis, argumentierte auch Wintermeyer. Es gebe gute Aufklärungsquoten der Polizei und eine gute Sicherheitsinfrastruktur.

Ein anderes Thema der Region ist die Wohnungsknappheit. Gegenkandidat Georg Einhaus (SPD) hat dies ausdrücklich zu einem seiner Handlungsfelder erklärt. Da setzt sich Cyriax bewusst ab. Es handele sich um eine Aufgabe der Kommunen, der Kreis solle sich nicht die Planungskompetenz anmaßen. Sicher ist er, dass nicht für alle Wohnungen geschaffen werden können, die in die Region wollen, aber das bedeutet für ihn nicht, dass nicht alle Anstrengungen unternommen werden sollen.

„Es gibt kaum jemanden, der hier weg will, und unsere Probleme hätten andere gerne“, erläuterte Cyriax die Beliebtheit der Region. Wintermeyer reklamierte dies als Resultat der CDU-Politik der vergangenen Jahre im Main-Taunus-Kreis. Den Landrat stellen die Christdemokraten tatsächlich seit 1978, nach Bernward Löwenberg, Jochen Riebel und Berthold Gall ist Cyriax der vierte CDU-Mann in Folge auf diesem Posten.

1969 geboren, gelernter Industriekaufmann und studierter Jurist, arbeitete Cyriax zunächst als Rechtsanwalt und trat 1987 in die CDU ein. 2002 wurde er Kreisbeigeordneter im Main-Taunus-Kreis und am 27. März 2011 mit 61,5 Prozent der Stimmen zum Landrat gewählt. Der nächste Wahltermin steht, wie gesagt, noch nicht fest.

Weitere Kandidaten

Neben dem Wahltermin blieb übrigens an diesem Abend in der Liederbachhalle eine zweite Frage offen: die nach den Gegenkandidaten. Für die SPD hat der Hofheimer Georg Einhaus bereits seinen Hut in den Ring geworfen. Wintermeyer sprach aber davon, dass ihm bekannt sei, dass es mindestens drei Kandidaten geben werde. Dass die Koalitionspartner Grüne und FDP eigene Bewerber ins Rennen schicken, ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Im Kreistag vertreten sind außerdem noch Linke, FWG und AfD – möglich sind außerdem natürlich noch parteiunabhängige Kandidaten.

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