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"Aenne": Von der Kultkneipe zum Atelier

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Von: Alexandra Flieth

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Nicole Lindau freut sich, mit ihren Ideen die kreative Szene in Höchst zu bereichern. Den Stadtteil bezeichnet sie als ?kleines Künstlerbiotop?. Morgen und am Sonntag beteiligt sie sich an der elften Auflage des Höchster Designparcours und präsentiert ihre ?textilen Verbindungen? wie die beiden Leuchtobjekte im Schaufenster.
Nicole Lindau freut sich, mit ihren Ideen die kreative Szene in Höchst zu bereichern. Den Stadtteil bezeichnet sie als ?kleines Künstlerbiotop?. Morgen und am Sonntag beteiligt sie sich an der elften Auflage des Höchster Designparcours und präsentiert ihre ?textilen Verbindungen? wie die beiden Leuchtobjekte im Schaufenster. © Maik Reuß

Höchst ist seit ein paar Jahren bei Kreativen sehr gefragt Sie haben sich im Stadtteil mit eigenen Geschäften und Ateliergemeinschaften niedergelassen. Nicole Lindau ist ganz neu dabei und hat vor Kurzem ihre Räume am Höchster Schlossplatz bezogen, die sie zum Designparcours öffnet.

Früher war in den Räumen am Höchster Schlossplatz 3 die Kultkneipe „Bei Aenne“ beheimatet. Nachdem vor ein paar Jahren die damals wohl älteste Gastwirtin von Höchst ging, nutzte die „Linke“ den Ort. Das Ladenlokal hat also schon eine Geschichte zu erzählen, stand aber trotzdem nach dem Auszug der Partei erst einmal leer. Nicole Lindau möchte die Geschichte fortschreiben und hat die Räume angemietet, um sie als Atelier zu nutzen. Sie möchte, wie sie erzählt, raus aus der Werkstatt, in der sie sich bisher befand, und sichtbar werden für die Öffentlichkeit. Der Designparcours, der morgen startet, ist eine gute Gelegenheit, sich und ihre handgefertigten Objekte unter ihrem Label „LiwieLindau“ zu präsentieren.

Textile Materialien

Daher gab es in dieser Woche viel zu tun für die Eschbornerin, die vor 15 Jahren ihr Interesse an textilen Materialien entdeckte. Die Regale mussten eingeräumt, die Präsentationsfläche vorbereitet werden. „Meine Werkstatt war bisher in Eschborn“, erzählt Lindau. Ihre kreative Arbeit beschreibt sie selbst als „textile Verbindungen“. Sie stellt Leuchtobjekte, textile Bezüge und Decken, modische Accessoires wie Taschen oder auch textile Wandbilder her, die wie gemalte Bilder wirken. Als Material nutzt sie Filz, den sie selbst aus Gewebefasern von Seide und Wolle fertigt. „Beim Herstellungsprozess verdichten sich die Fasern zu einem reißfesten Filz“, erklärt sie. Das Material ist mal transparent, mal opak. „Es ist ein Herstellungsprozess, den ich kontrolliere, und trotzdem werde ich immer wieder von den Ergebnissen überrascht.“ Ihre Produkte sind individuelle Designobjekte mit klarer Formensprache.

„Kleines Künstlerbiotop“

Aufmerksam auf die Räume wurde Lindau über die Leerstandagentur Radar, die auch den Designparcours mit initiiert. Höchst ist für sie „ein kleines Künstlerbiotop“. Neben ihrem eigenen Schaffen hat Lindau viele Ideen, wie ihr neues Atelier kulturell genutzt werden kann: „Ich möchte Veranstaltungen organisieren, beispielsweise Ausstellungen zum Thema ,Textile Kostbarkeiten‘“, schildert sie. Als Mitarbeiterin der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) habe sie eine Zeit lang in Südamerika gelebt. Aktuell betreue sie ein Projekt in Südostasien. Sie kann sich vorstellen, künftig textile Arbeiten aus diesen Ländern zusammen mit Fotografien, Musik und der Geschichte auszustellen. Mehr Informationen gibt es unter im Internet.

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