+
Damit das Ärzte-Ehepaar Andrea Nelles-Schulz und Andreas Schulz nicht an einer Influenza erkranken, impfen sie sich regelmäßig gegenseitig gegen die Grippe. Denn nur das bietet Schutz.

Gesundheit

Ärzte im Usinger Land verraten, wie sie sich selbst vor Krankheiten schützen

  • schließen

Es ist warm, dann regnet es, man schwitzt und friert doch wieder – angesichts dieses Wetterwechsels nicht krank zu werden, ist schwer. Erst Recht, wenn man täglich mit erkrankten Menschen zu tun hat. Wie schützen sich also Ärzte selbst vor Infekten, Grippe oder Erkältungskrankheiten? Wir haben bei Ärzten im Usinger Land nachgefragt und Erstaunliches gehört.

„Bei einer Grippe fühlt es sich in etwa so an, als wäre man taub und würde mit 120 Kilometern pro Stunde von einem Laster überfahren werden, den man aufgrund der Taubheit nicht hat kommen hören.“ So beschreibt Dr. Ivo David Rimpl, Allgemeinmediziner aus Weilrod, das Gefühl, das sich etwa binnen fünf Minuten in ihm breit gemacht hat, als er das erste Mal vor Jahren an einer echten Grippe, einer Influenza erkrankte. Auch wenn das Unwohlsein mit Kopfschmerzen, Husten oder auch Fieber gerne umgangssprachlich als Grippe bezeichnet wird, eine echte Influenza ist es aber nicht. „Das ist eine Erkältung“, sagt Rimpl im Gespräch mit dieser Zeitung. Unangenehm ist das auf jeden Fall, zweifelsohne, aber im Gegensatz zur Grippe „kann man sich mit einer Impfung gegen die Erkältung nicht schützen“, bestätigt auch Dr. Joachim Schnell, Hausarzt und Internist aus Wehrheim.

Angesichts des ständigen Wetterwechsels und der jüngst zu Ende gegangenen Faschingszeit, in der viele Menschen miteinander in Kontakt waren, grenzt es schon fast an ein Wunder, gesund und vielleicht nur mit einem Schnupfen davon zu kommen.

Influenza aktuell rückläufig

Während der Influenza Typ B im vergangenen Jahre dominierte, ist in diesem Jahr der Influenza Typ A ausnahmslos aufgetreten, wie Dr. Dr. Birgit Lindenthal, ärztliche Leiterin des Gesundheitsdienstes des Hochtaunuskreises für das Usinger Land festgestellt hat. 110 Fälle sind es in diesem Jahr aktuell, wobei die meisten an Influenza erkrankten Patienten aus Usingen (56 Fälle) kommen. Im vergangenen Jahr waren es 87 in Usingen, insgesamt 213 im Usinger Land.

Grippe-Fälle müssen, im Gegensatz zu den Erkältungskrankheiten, dem Hochtaunuskreis gemeldet werden. „Menschen über 65 und chronisch Kranken rate ich zu einer Grippeimpfung“, sagt Mediziner Rimpl. Auch er lässt sich gegen die Grippe impfen, wie auch seine Kollegen.

Doch was hilft gegen die Erkältungen? Das Kinderarzt-Paar Andrea Nelles-Schulz und Andreas Schulz setzen dabei auf regelmäßige Bewegung, frische Luft und vor allem auf das Händewaschen und desinfizieren. „Gerade wenn man viel mit den Patienten in Kontakt ist, die Husten oder Schnupfen haben, ist Händewaschen besonders wichtig“, unterstreicht Andrea Nelles-Schulz. „Auch das Lüften und keine überheizten Räume sind wichtig“, ergänzt Andreas Schulz. Hinzu kommt eine gewisse „Resistenz“ gegen die Erreger, die normalerweise schnell von Hand zu Hand gegeben werden, betonen die Ärzte.

Lesen Sie auch:  Mehr Tote durch Grippe als durch Tumorerkrankung: Mediziner haben wichtige Empfehlung

Joachim Schnell, Chef der gleichnamigen Hausarztpraxis, setzt nicht nur auf das regelmäßige Outdoor-Programm, sondern auch auf Nasenduschen und Sauna. „Beides hilft, die Abwehrkräfte zu unterstützen.“ Ab und an der Kälte ausgesetzt zu sein, rege den Körper an. „Richtig wäre es sicherlich auch in der Praxis einen Mundschutz zu tragen“, sagt er. Ob das tatsächlich hilft, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander. Und auch Schnell trägt keinen, um die Atmosphäre im Behandlungszimmer nicht unnötig aufzuladen. „Hygiene ist aber sehr wichtig“, unterstreicht er und seine Kollegen pflichten ihm bei.

Keine Berührungsängste

Auch wenn das Händeschütteln in den Arztpraxen generell unterschiedlich gehandhabt wird, „wenn man sich nach jedem Patienten die Hände wäscht und desinfiziert, kann da nichts passieren“, unterstreicht Andrea Nelles-Schulz.

Die Formel, die Erkältungszeit einigermaßen unbeschadet zu überstehen, scheint also nach den Beschreibungen der Ärzte vergleichsweise simpel zu sein. Hygiene, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung halten die Ärzte im Usinger Land gesund. Auch auf Nahrungsergänzungsmittel verzichten sie, „dafür gehe ich lieber einmal mehr raus“, schildert Joachim Schnell. Und auch Ivo David Rimpl setzt nicht auf Zusatzpräparate oder gar irgendwelche Aufbauspritzen, sondern auf die Basis der Gesundheit, nämlich eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare