Klare Kante

Alles zugeparkt: Welche Lösungen hat die Stadt?

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Überall im Frankfurter Westen brodelt es, weil die Menschen in ihren Wohngebieten keine Parkplätze mehr finden und immer wieder verkehrswidrig geparkt wird, was zu weiteren Behinderungen führt. Ortsvorsteherin Susanne Serke will nun endlich klare Kante von der Stadt.

Seit Jahren drehen sich viele Beschwerden, die gegenüber dem Ortsbeirat vorgetragen werden, immer wieder um das gleiche Problem: In vielen Siedlungen des Frankfurter Westens finden die Anwohner abends keine Parkplätze mehr. Weil es inzwischen oft zwei oder mehr Autos pro Wohnung gibt, reichen die in den sechziger oder siebziger Jahren angelegten Parkplätze nicht mehr aus; darüber hinaus brauchen dicke SUVs heute viel mehr Platz, und auch viele Lieferwagen oder andere Geschäftsautos, die Mitarbeitern über Nacht mitgegeben werden, stehen in den Siedlungen – und das häufig gegen die Verkehrsregeln.

Ähnlich ist es auch in den Geschäftsbereichen, etwa in der Emmerich-Josef-Straße in Höchst, rund um den Bahnhof, in der Albanusstraße, der Dalbergstraße oder im Dalbergkreisel, wo ständig Autos verkehrswidrig abgestellt werden, weil jemand „nur mal schnell“ zum Bäcker oder zur Bank möchte. Immer öfter werden Autos im Halteverbot oder auf der Fahrbahn abgestellt. Auf der Bolongarostraße ist eine Fahrbahn gerade in den Abendstunden meist komplett zugeparkt, weil die Baustellenabsperrung nahe der Königsteiner Straße dazu verleitet, sein Auto davor oder dahinter zu parken. Die Ordnungsmacht – Landespolizei wie auch Stadtpolizei – greift nicht ein.

Weil der Parkdruck in den Stadtteilen und die Probleme mit Falschparkern immer mehr zunehmen, hat Susanne Serke (CDU), die Ortsvorsteherin des Ortsbezirks 6 (Frankfurter Westen), jetzt Lösungen vom Magistrat gefordert. In einem Antrag zur Ortsbeiratssitzung am Dienstag, 10. April, will sie konkrete Antworten – etwa auf die Frage, welche Ansätze die Stadt unternimmt, um den Parkdruck zu lindern und was getan wird, welche Mittel und Ressourcen bereitgestellt werden, um das Falschparken zu ahnden und Bewohnerparkregelungen einzurichten und zu kontrollieren. Bislang seien die Initiativen der Ortsbeiräte immer ins Leere gelaufen: „Die Antworten sind in der Regel ernüchternd, oft gleichlautend und irgendwie scheint es auch, als drehe man sich im Kreis.“

Immer wieder heißt es seitens der Stadt, es gebe nicht genügend Personal zur Kontrolle des Parkraums – und deswegen könne man auch keine weiteren Bewohnerparkgebiete einrichten, etwa in Siedlungen wie der Engelsruhe oder den Wohnquartieren in Sossenheim.

Die Ortsbeiräte, bei denen sich die Bürger beschwerten, seien ob dieser Antworten ratlos, sagt Serke, und wüssten nicht, wie man das Problem sonst lösen könnte. Einen Detail-Vorschlag hat sie gleich parat: Sie fordert, in der Henri-Dunant-Siedlung die Straßen Dunantring und Dufourstraße zu sanieren und dabei neue Parkmöglichkeiten zu schaffen, also gegebenenfalls Gehwege zu verengen oder Längs- in Schrägparkplätze umzuwandeln und im Einzelfall auch einen Teil der Grünanlagen abzuknapsen, so etwa die brachliegende Fläche in der Schaumburger Straße gegenüber den Schulen.

Schon 2013, nachdem mit der Sanierung der Schaumburger Straße begonnen worden war, hatte der Ortsbeirat darauf hingewiesen, auch die anderen Straßen im Viertel zu machen. Das war mit Hinweis auf die angespannte Haushaltslage abgelehnt worden. Inzwischen seien die Straßen nicht besser geworden. Deshalb möchte Susanne Serke zumindest eine Perspektive genannt bekommen, wann die Straßen der Dunantsiedlung in Angriff genommen werden können.

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