+
Birgit Hahn in ihrem ?Show-Room?. Eine attraktive Einrichtung und helle Farben sollen einen Wohlfühleffekt vermitteln.

"Home Staging"

Aufgemöbelte Immobilien verkaufen sich besser

Wer eine alte Immobilie auf den Markt bringt, kann mit der passenden „Dekoration“ deutliche höhere Preise erzielen. Home-Staging-Experten wie Birgit Hahn helfen dabei.

Wie man mit „Home Staging“ bessere Erlöse beim Hausverkauf erzielen kann, das war am Wochenende gerade erst auch Thema bei der Immobilienmesse in der Stadthalle gewesen. Home Staging gehört in den USA schon längst zur Verkaufstechnik bei Immobilien. Unter dem Motto „Schön verkauft sich besser“ „möbelt“ auch Birgit Hahn für ihre Kunden Häuser und Wohnungen im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Ziel auf, sie in kürzester Zeit zum bestmöglichen Preis an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen.

Die Lorsbacherin ist die bislang einzige in Hofheim, die professionelles Home Staging anbietet. Neben ihr gibt es ansonsten noch zwei weitere solcher Dienstleister im Main-Taunus-Kreis.

In den von Birgit Hahn angemieteten Geschäftsräumen an der vielbefahrenen Ortsdurchfahrt von Lorsbach kann man sich gut ein Bild davon machen, wie Birgit Hahn arbeitet. Das ehemalige Ladengeschäft, das lange leer stand, ist hell gestrichen und wirkt freundlich. Im Schaufenster steht ein Bett mit hohem Kopfteil, auf dem Tagesdecke und dekorative Kissen schön drapiert sind. Rechts und links sorgen Stehlampen mit ihrem warmen Licht bei Einbruch der Dämmerung für ein ansprechendes Ambiente, wie man es aus den bekannten Wohn- und Einrichtungszeitschriften kennt.

Dabei ist der Schauraum eine reine Inszenierung, für die gezielt Möbel, Farben, Licht und Dekorationsgegenstände eingesetzt worden sind, um dem ganzen einen Wohlfühlcharakter zu geben. Genauso funktioniert Home Staging, mit dem möglichst breite Kreise potenzieller Käufer beim Immobilienverkauf angesprochen werden sollen.

„Die Geschäftsräume sind eine gute Gelegenheit, um bekannt zu werden“, sagt die 44-jährige, die sich erst vor rund einem halben Jahr mit ihrer Home-Staging-Beratung selbstständig gemacht hat. Auf die Idee dazu war die zweifache Mutter gekommen, als sie Tochter Clara (10) vor einem Jahr zum Kieferorthopäden begleitete und beim Blättern in den Zeitschriften im Wartezimmer auf einen Bericht über Home Staging stieß.

Die Sozialwissenschaftlerin, die vor der Geburt ihrer Kinder lange in der Marktforschung gearbeitet hatte, fühlte sich davon so angesprochen, dass sie das Thema nicht mehr los ließ. Im zurückliegenden Frühjahr belegte sie mehrere Wochenendseminare bei der DGHR (Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign), stellte einen Businessplan auf und bereitete ihre Existenzgründung zielstrebig vor.

Dabei stellte sie fest, dass sie ihr Ferienhaus im Hunsrück eigentlich schon früher ganz unbewusst genau nach den Maßstäben des Home Staging eingerichtet und ausgestattet hatte, damit sich dort jeder Feriengast wohlfühlen konnte. Das Aufmöbeln von Ferienhäusern ist dann auch zu einem Standbein von Birgit Hahn geworden.

Sie hilft aber auch Immobilienbesitzern, die „Omas Häuschen“ verkaufen möchten. In den Bestlagen von Hofheim sind dunkle und abgewohnte Immobilien bei der großen Nachfrage nach Häusern und Wohnungen im Ballungsraum zwar kein Hinderungsgrund. In Stadtteilen wie Lorsbach und Wildsachsen oder auf dem Land können rosa oder dunkelgrüne Kacheln in Bad und Küche mit einer in die Jahre gekommenen Innenausstattung aber schon dazu führen, dass die Immobilie zum Ladenhüter wird oder längst nicht den gewünschten Kaufpreis bringt.

In solchen Fällen rät Birgit Hahn den Besitzern dazu, erst einmal Geld in einen neuen Farbanstrich zu investieren und sich vom ganzen alten Plunder in „Omas Häuschen“ zu trennen. Das ist oft die schwerste Übung für die Betroffenen, die mit den alten Sachen viele Erinnerungen verbinden. Dann stattet Hahn die Räumlichkeiten mit neuen ansprechenden Mietmöbeln und Wohnaccessoires aus, die frischen Wind und klare Strukturen hinein bringen – und die Immobilie für Kauf-Interessenten gleich viel attraktiver machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare