Hausboot-Bewohner Dirk Herz

Auge in Auge mit Enten

Wie lebt sich’s auf dem Wasser? Die Klasse 4 b der Nieder Fridtjof-Nansen-Schule mit der Lehrerin Katrin van Herff sah sich einen Ort an, an dem niemand seekrank wird.

Das Leben auf einem Hausboot unterscheidet sich in manchen Punkten sehr vom Leben an Land. Wenn man das Hausboot von Dirk Herz am Ufer in Höchst betritt, fühlt man sich wie in einer ganz gewöhnlichen Wohnung. Erst beim Blick aus dem Fenster wird einem bewusst, dass man sich nur wenige Zentimeter über dem Wasser befindet, denn direkt unter dem Fenster fließt die Nidda entlang.

Seekrank wird man aber nicht, denn das Hausboot schaukelt nur sehr selten. Nur wenn ein großes Schiff auf dem Main entlang fährt, schiebt es manchmal eine große Bugwelle in die Nidda, erklärt Dirk Herz, dann spürt man ein bisschen Wellengang. Die Wellen oder auch ein Hochwasser können dem Hausboot aber nichts anhaben: Es ist gut befestigt und schwimmt einfach immer oben auf.

Trotzdem gibt es einige Dinge, um die sich Dirk Herz kümmern muss, zum Beispiel das Frisch- und Abwasser, die Reinigung seines Bootes oder die Heizung.

Auch wenn alles auf den ersten Blick ganz gewöhnlich aussieht – vieles ist anders. Das betrifft beispielsweise die Versorgung mit fließendem Wasser. Das Hausboot hat im Keller zwei riesige Frischwassertanks, in die 1000 und 1500 Liter hineinpassen. Wenn diese beiden Tanks leer sind, holt sich Dirk Herz einen langen Schlauch von seinem Nachbarn und schließt ihn an einen Hydranten am Ufer an. Das andere Ende des Schlauchs bringt er in sein Boot, denn die Tanks werden durch Luken im Fußboden gefüllt. Sind die Tanks gefüllt, dann reicht das Wasser für sechs bis acht Wochen. Erst ein Mal ist es Dirk Herz passiert, dass er nicht auf seine Frischwasservorräte geachtet hat. Da stand er quasi unter der trockenen Dusche. Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, dass immer genug Wasser aus dem Wasserhahn kommt.

Das Hausboot ist auch nicht an die Kanalisation angeschlossen. Deswegen fließt das Abwasser in einen großen Tank, der neben dem Eingang schwimmt. Von dort muss das Schmutzwasser regelmäßig abgepumpt werden. Wenn der Tank voll ist, ruft Herz bei den Stadtwerken an und lässt ihn leeren.

Weil es am Wasser sehr viele Insekten und Spinnen gibt, muss Dirk Herz häufig Spinnweben von seinem Haus entfernen. Auch seine Besucher, die Enten, hinterlassen manchmal unschöne „Andenken“, die Herz beseitigen muss. Beim Fensterputzen stellt er sich auf die schmalen Bretter, die einmal um das Boot herum führen. Ins Wasser gefallen ist er dabei noch nicht. Herz hat er einen Holzofen in seinem Hausboot und zwei kleine Elektroheizungen. Das Holz liefert ihm ein Bekannter. Dirk Herz muss es rechtzeitig bestellen, bevor es kalt wird. Um den Strom braucht er sich nicht zu kümmern: Der kommt einfach wie gewohnt aus der Steckdose. Am Ufer steht ein Stromkasten, der den Strom liefert.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, in einer gewöhnlichen Wohnung an Land zu leben, muss Dirk Herz nur ganz kurz überlegen: „Nein, ich habe mich an das Leben hier auf dem Hausboot gewöhnt.“ Es ist eben etwas ganz Außergewöhnliches, auf einem Hausboot zu wohnen. Die Aussicht beim Sonnen auf dem Balkon entschädige für all die Mühen.

El Mehdi Aaflani, Dania Ahmad, Anas Amami, Amina Djibali, Aiyat Hamouda, Elena Naci, Fatiha Ouechkradi, Berfin Topal, Dennis Weber

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