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Dachdeckermeisterin Melanie Bernhardt informiert Dilbar Shabakkhel über ihren Beruf und zeigt ihm, wie er mit einem Schiefer-Hammer eine Schieferplatte bearbeiten kann. Der junge Mann ist Besucher der 6. Ausbildungsmesse im Volkshaus Sossenheim, bei der sich mehr als 30 Ausbildungsbetriebe vorstellen.

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Ausbildungsmesse: Den Weg ins Berufsleben meistern

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Was braucht es, um Dachdecker zu werden? Welche Voraussetzungen verlangt eine kaufmännische Ausbildung? 2000 Schüler kamen mit reichlich Fragen zur sechsten Ausbildungsmesse ins Volkshaus Sossenheim – und knüpften erste Kontakte zu Firmen.

Dilbar Shabakkhel (20) nimmt ein Stück Schiefer in die Hand und bearbeitet es mit einem Schiefer-Hammer. Das ist ein spezielles Werkzeug, das von Dachdeckern verwendet wird. Der junge Mann besucht mit seinen Klassenkameraden der Wilhelm-Merton-Schule, einer beruflichen Schule in Bornheim, die Ausbildungsmesse im Volkshaus Sossenheim. Er möchte sich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Am Stand der Dachdecker-Innung Frankfurt bekommt er eine kleine Einführung in die Tätigkeit dieses Handwerks.

Dachdeckermeisterin Melanie Bernhardt erklärt ihm, welche Materialien auf einem Dach verarbeitet werden. Neben den Schieferplatten, die mit dem speziellen Hammer in die richtige Form gebracht werden, gibt es Dachziegel aus Ton, die sie beispielhaft zeigt. Dilbar Shabakkhel ist interessiert. „Mit den Händen zu arbeiten“, sagt er, „ist für mich kein Problem.“

Organisiert wird die Ausbildungsmesse, die bereits zum sechsten Mal im Volkshaus über die Bühne geht, von der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung (GJB), dem evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit in Frankfurt, dem Jugendbüro „Impuls“ und dem Zentrum für Weiterbildung. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Veranstaltung gemacht und werden sie auch weitermachen“, sagt Maja Steinweden von der GJB. Das Ziel der Ausbildungsmesse sei, die Jugendlichen und Ausbildungsbetriebe miteinander in Kontakt zu bringen. Steinweden schätzt, dass, wie in den vergangenen Jahren, zwischen 2000 und 2500 Schüler aus Frankfurt das Angebot nutzten.

Für Dilbar Shabakkhel und seine Klassenkameraden ist der Veranstaltung eine Chance. Seit drei Jahren lebt der junge Mann in Frankfurt, kam als Jugendlicher aus Afghanistan nach Deutschland. Zum Ende des Schuljahres macht er seinen Hauptschulabschluss und möchte danach mit einer Ausbildung beginnen. Er hat sich bereits über verschiedene Möglichkeiten informiert und würde gerne den Beruf des KfZ-Mechatronikers erlernen. Und er denkt schon jetzt einen Schritt weiter: „Wenn die Ausbildung fertig ist, möchte ich meinen Meister machen.“

Bis dahin ist es zwar noch ein langer Weg, doch die erste, wichtige Hürde hat er bereits genommen. Er spricht gut die deutsche Sprache, eine Grundvoraussetzung für einen Ausbildungsplatz. Seine Klassenlehrerin Eva Schichtel begrüßt das Angebot der Ausbildungsmesse. „Hier bekommen die Schüler gute Tipps für ihren weiteren Lebensweg, erfahren mehr über die Ausbildungsvoraussetzungen“, sagt sie.

Für Melanie Bernhardt, die auch Pressesprecherin der Dachdecker-Innung Frankfurt ist, stellt die Ausbildungsmesse im Volkshaus Sossenheim eine gute Möglichkeit dar, den Beruf des Dachdeckers vorzustellen. „Viele Jugendliche wissen gar nicht, was wir eigentlich machen“, beschreibt sie ihre Erfahrungen. Auf der Messe gebe es ganz konkrete Möglichkeiten, sich über das Berufsbild zu informieren.

„In Frankfurt können im Durchschnitt jährlich 20 Lehrstellen in unserem Beruf nicht besetzt werden“, schildert sie weiter. Es gebe wesentlich mehr Kapazitäten und definitiv einen Mangel an Nachwuchs und Fachkräften. Voraussetzung für die Ausbildung seien mindestens ein Hauptschulabschluss und schwindelfrei zu sein. Handwerkliches Talent wäre gut. „Man kann alles aber auch lernen“, ist sie sich sicher. Sie findet es wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass sie gebraucht werden.

Für Dilbar Shabakkhel ist der Besuch auf der Ausbildungsmesse nach dem Gespräch mit Melanie Bernhardt och nicht vorbei. Er möchte sich über weitere Ausbildungsangebote informieren und könne sich, wie er sagt, auch vorstellen, eine kaufmännische Ausbildung zu machen.

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