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Das Thema Umwelt beschäftigt Werner von der Born (links) und Peter Kullmann. In einer Ausstellung in der Volksbank Sossenheim sind unter anderem Arbeiten der beiden Künstler, die im Stadtteil leben, zu sehen. Organisiert wurde die Schau zum Stadtteiljubiläum.

Malerei

Ausstellung präsentiert Werke von Künstlern aus dem Stadtteil

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Sossenheim ist ein Stadtteil mit vielen Facetten. Eine davon ist die Kunst. Eine Ausstellung mit Werken von fünf Sossenheimer Kunstschaffenden zeigt, dass der Stadtteil nicht nur ein Ort zum Leben, sondern auch eine Inspiration für Künstler ist.

Peter Kullmann und Werner von der Born verbindet eine langjährige Künstlerfreundschaft. Die beiden stehen zusammen in den Räumen der Volksbank Sossenheim und Kullmann spricht über eines seiner Werke, das Eisschollen zeigt, die über das Wasser gleiten und zu schmelzen drohen. Das Gemälde wird flankiert von zwei Bildern seines Künstlerfreundes Werner von der Born, der die Bildfläche aus geschredderten Materialien wie Altpapier oder Verpackungen gestaltet hat und diesen Objekthaftigkeit verleiht. Beide Arbeiten beschäftigen sich mit dem Thema Umwelt.

„Abgesprochen“, sagt Kullmann, „haben wir uns vorher nicht.“ Es sei ein Zufall, dass die Werke in der Ausstellung „Sossenheimer Künstler“ zusammen zu sehen sind. Rund 40 Arbeiten von fünf Kunstschaffenden werden in der Schau präsentiert, die der Förderverein 800 Jahre Sossenheim aus Anlass des Stadtteiljubiläums initiiert hat. Peter Kullmann und Werner von der Born sind die Vertreter gegenwärtiger Malerei. Peter Simon (1908-1986) sowie Kurt Hässelbarth und ein Pfarrer Wassmann, über den nicht viel bekannt ist, haben ihre Bilder bereits in früheren Jahrzehnten gemalt und sind zwischenzeitlich verstorben.

Alle fünf Kunstschaffende verbindet miteinander, dass der Stadtteil für sie nicht nur Lebensmittelpunkt, sondern auch Inspiration für ihre malerische Auseinandersetzung war und im Fall von Peter Kullmann und Werner von der Born noch immer ist. Bereits seit vielen Jahren lebt jeder von ihnen in Sossenheim. Werner von der Born, der 1936 in der Universitätsklinik Frankfurt geboren wurde, arbeitete über lange Zeit als selbstständiger Glasmaler mit eigener Werkstatt zunächst in Eschborn. 1972 brach er dort seine Zelte ab und kam schließlich in den Stadtteil. Er studierte außerdem an der früheren Werkkunstschule in Offenbach, heute Hochschule für Gestaltung (HfG).

Durch seinen Beruf setzte er sich schon in jungen Jahren mit künstlerischen Aspekten auseinander etwa mit der Wirkung von Farben und Licht. Diese Beschäftigung spiegelt sich bis heute in Werken des 82-jährigen Künstlers wider wie zwei Aquarelle deutlich machen.

Kullmann ist mit seinen 69 Jahren der jüngste der ausgestellten Künstler. Er wurde 1949 in Frankfurt geboren. Nach einer Lehre als Schauwerbegestalter, Plakat- und Dekorationsmaler studierte er Grafik und Malerei. Seit 1985 ist er als freischaffender Künstler und Grafiker tätig, seit 1989 lebt er in Sossenheim. Auch er hält sich in seinem Schaffen nicht an einem bestimmten Thema fest, sondern experimentiert mit den Möglichkeiten der Malerei. Dazu gehört beispielsweise der Farbauftrag in mehreren übereinanderliegenden Schichten. Kullmann verarbeitet beispielsweise auch Rost und kombiniert abstrakte und figurative Elemente miteinander. Oder er arbeitet traditionell mit Feder und hält Wahrzeichen von Frankfurt in dieser Technik fest wie das Alte Höchster Schloss.

Peter Simon machte sich in Sossenheim einen Namen mit dem Bemalen von Häuser-Fassaden. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, arbeitete er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Straßenbahnfahrer, später als Schlosser im Depot. Zum Pinsel griff er regelmäßig, fertigte vor allem Aquarelle und Ölbilder an, auf denen er das Leben und Wohnen im Stadtteil festhielt.

Ähnliche Motive, nur in expressiverer Ausführung, finden sich auch bei Pfarrer Wassmann, der als Mann Gottes seinen Beruf von 1915 bis 1949 im Stadtteil ausübte und nebenbei malte. Und schließlich Kurt Hässelbarth, über dessen Leben nicht viel bekannt ist, nur, dass er nach seinem Tod auf dem Höchster Friedhof seine letzte Ruhestätte fand. Landschaften und Porträts waren seine Stärken.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung in der Volksbank Sossenheim, Westerbachstraße 300, läuft bis 5. Oktober. Geöffnet ist montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr, montags bis mittwochs von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 17.45 Uhr, freitags von 14 bis 15.30 Uhr.

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