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Beim Neustart waren auch Frühlingsboten gefragt

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Von: Esther Fuchs

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Jürgen Butzer (rechts) und Günther Schmitt vom Heimatverein starteten in historischer Tracht den Verkauf des Heimatkalenders 2023.
Jürgen Butzer (rechts) und Günther Schmitt vom Heimatverein starteten in historischer Tracht den Verkauf des Heimatkalenders 2023. © efx

Herbstmarkt-Veranstalter sowie auch Händler und Besucher sind nach der Coronapause zufrieden mit der Resonanz.

Neuenhain -Der steht Dir aber gut!“, sagte Kevin Kessler und zeigte sich beeindruckt. Mit seinen Freunden aus dem Stadteil besuchte er am Samstag den Neuenhainer Herbstmarkt. Nach zwei Jahren Coronapause fand das Treiben wieder statt. Evi Kupfer, aus Kesslers Clique, hatte sich einen grauen Damenfilzhut auf den Kopf gesetzt. Das modische Accessoire kleidete die junge Frau vorteilhaft.

Die Kopfbedeckung kam von Peter Wendel, der am Neuenhainer Herbstmarkt Hüte in allen Variationen bereithielt. Da fiel die Auswahl schwer. Aus Altweidelbach im Hunsrück war Wendel in der Früh angefahren.

Werbung für Waldpflegetage

Nach zwei Jahren Pandemie freute er sich „wieder dabei zu sein.“ Weniger glücklich war der Verkäufer jedoch mit dem neuen Standort seiner Theke. „Ich komme schon so viele Jahre hier her“, erklärte Wendel und fuhr fort. „Früher war ich da drüben mittendrin. Hüte sind Eye-Catcher, die müssen zwischen den Ständen stehen. Das zieht die Menschen auch an die anderen Stände!“

Schlusslicht war der Hunsrücker trotzdem keineswegs. Er habe schon Sachen verkauft. Darunter „ein wirklich schönes Stück: einen Trekkinghut für Herren aus wasserfestem Filz.“

Klaus Plösser und der Vereinsring als Organisator des Herbstmarkts empfingen am Samstag Gewerbetreibende, Geschäftsleute, fliegende Händler, Vereine und Hobbybastler. Gegenüber Peter Wendels Hutladen hatten BUND und „Klimabewusstes Bad Soden“ einen Pavillon stehen. Michael Best und seine Helferschar klärten dort über Solarpanels auf und warben für die monatlichen Waldpflegetage.

Beate Müller-Werner verkaufte Kochlöffel in allen Varianten. Dafür rührte sie eifrig die Werbetrommel. Klemens Fischer blieb stehen und kaufte kurz darauf drei Holzlöffel. Der Senior erklärte, er sei mittlerweile der Herr am Herd. „Wenn dann ein, zwei Kochlöffel in der Spülmaschine sind, habe ich Ersatz“, sagte er schmunzelnd und zog weiter.

Standardprodukte und Besonderheiten

Schließlich wollte er auch noch die anderen Stände begutachten. Sie waren vielseitig bestückt. Standardprodukte und Besonderheiten waren dabei.

Selbst gestrickte Schals und Handschuhe lagen für den Winter bereit. Socken, Schmuck und Dekorationsartikel gab es. Das meiste war handgefertigt. Besonders liebevoll zeigten sich die Arbeiten von Nicole Reich. Sie hatte ein Plätzchen im hinteren Teil der Hauptstraße. Dort ließ die Nadeln klimpern. „Dass es sich so gut anlässt, hätte ich nicht gedacht“, wunderte sich die Bad Sodenerin. „Komisch, eigentlich wollte ich meine Ostersachen zu Hause lassen. Zum Glück habe ich das eine oder andere doch noch eingepackt.“ Bunte Ostereier, Körbchen und Hühner als Häkelarbeiten seien ihr Verkaufsrenner des Tages. „Und das, obwohl doch eigentlich Herbst ist.“ So lagen neben Schals und Strümpfen kleine bunte Frühlingsboten, die das Geschäft ankurbelten. Für Nachschub sorgte Reich prompt und strickte weiter.

Markus Kalendkiewicz hatte ausreichend Lagerfläche im Transporter und füllte seine Weidenkörbe wieder auf. Blumenzwiebeln veräußerte er und machte den Käufern bei über 100 Sorten die Auswahl schwer. Viele ließen sich daher eine bunte Tüte vom Profi zusammenstellen.

Es gab viel zu sehen und zu kaufen. Eine Pause machten die Besucher beim OGV, der Suppe und Saft kredenzte.

Erwin Dittmann und Nikolas Parun pressten Süßen im Akkord. Der Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde reichte dazu selbstgebackenen Kuchen. Zum Abschluss machten die Neuenhainer einen Abstecher zu Jürgen Butzer und Günther Schmitt vom Heimatverein. Die Herren in historischer Tracht sind bekannt und starteten den Verkauf des neuen Heimatkalenders 2023. Er bebildert für 10 Euro die Historie Neuenhains.

Der Vereinsring und Klaus Plösser als Veranstalter des Herbstmarkts waren am Abend zufrieden mit dem Restart nach Corona. Bis Veranstaltungsende herrschte reges Treiben im Ortskern.

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