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Die Unterkunft an der Hasselgrundhalle aus Modulen in Holzständerbauweise soll den Parkplatz wieder freigeben.

Provisorische Unterkunft

Flüchtlingscontainer an der Hasselgrundhalle in Bad Soden werden abgebaut

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Noch in diesem Jahr sollen die Wohncontainer an der Hasselgrundhalle verschwinden. Aktuell leben dort 24 Geflüchtete.

Seit März 2016 sind Asylbewerber in den Containern auf dem Parkplatz an der Hasselgrundhalle untergebracht. Bis Ende des Jahres will der Main-Taunus-Kreis diese Unterkünfte an der Richard-Wagner-Straße 12 schließen, die Wohncontainer abbauen und den öffentlichen Parkplatz wieder freigeben. Kosten entstehen der Stadt dabei nicht.

Ursprünglich waren die Container als provisorische Unterkunft für die Hortkinder aufgestellt worden, als die benachbarte Kita Max-Baginski an der Alleestraße umgebaut wurde. Später zogen dort die Geflüchteten ein. Mittlerweile existierten für sie jedoch ausreichend Unterkünfte an anderen Standorten, teilt die Stadtverwaltung mit.

In den Containern an der Hasselgrundhalle leben 24 Personen; Familien und Alleinstehende. Sie kommen aus Eritrea, Simbabwe, Afghanistan und Syrien. Bei 17 von ihnen läuft noch das Asylverfahren. Zwei Familien, insgesamt sieben Personen, haben ein Bleiberecht und werden nach Aussage vom zuständigen Fachbereichsleiter Hermann Zengeler in Wohnungen in Bad Soden untergebracht. Um die übrigen Personen wird sich der Main-Taunus-Kreis kümmern und ihnen Unterkünfte in benachbarten Kommunen zur Verfügung stellen.

123 in Wohnungen

In der Stadt gibt es derzeit drei Gemeinschaftsunterkünfte, in denen 176 Flüchtlinge wohnen. 140 sind Männer und 36 Frauen. In den Wohnungen Am Wasserturm neben der Otfried-Preussler-Schule leben 67 Personen. Im Haus Königsteiner Straße 12 wohnen 91 und in der Königsteiner Straße 77 (ehemalige Taunus-Sparkasse) sind 18 Personen untergebracht. 123 Flüchtlinge sind bereits in Wohnungen in Bad Soden und in Nachbarkommunen umgezogen.

60 Flüchtlinge, hebt Fachbereichsleiter Zengeler hervor, konnten in Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Einige wenige von ihnen in Handwerksbetriebe in Bad Soden. Mehr Möglichkeiten wurden ihnen aber in größeren Unternehmen geboten, wie etwa in Schwalbach, Eschborn, Hofheim und Frankfurt.

Efrem, ein junger Eritreer, gehörte im Oktober 2015 zu den ersten, der eine Chance zu einer einjährigen Berufsausbildungs-Qualifizierung beim Autohaus Volpert in Bad Soden bekam. Der 23-Jährige wollte Kfz-Mechatroniker werden. Doch um die Berufsschule in Hofheim zu besuchen, reichten damals seine Deutschkenntnisse nicht. Das Autohaus informierte sich, unterstützte Efren und stellte ihn für die Deutschkurse an der Volkshochschule frei. Schließlich schloss er als Bester beim Integrationskurs in Hattersheim ab.

Tief durchatmen

Wenn Hermann Zengeler heute auf die Entwicklung zurückblickt, als die Hasselgrundhalle im Oktober 2015 von heute auf morgen als Notunterkunft des Main-Taunus-Kreises für Hunderte von Flüchtlingen bereitgestellt werden musste, atmet er tief durch. Innerhalb kürzester Zeit Unterkünfte zu bauen für Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen und die auf engstem Raum drei bis vier Jahre zusammenleben müssen, sei eine große Herausforderung gewesen. Und natürlich gebe es noch Probleme. Die Leute würden ungeduldig, sagt Zengeler.

Es sei schwierig Wohnungen für diejenigen zu finden, die inzwischen ein Bleiberecht, damit Anspruch auf Wohnraum haben und aus den Flüchtlingsunterkünften ausziehen müssten. In Bad Soden, wo bezahlbarer Wohnraum ohnehin knapp sei, stünden weitere 200 Wohnungssuchende auf der Liste.

Viele Helfer

„Wenn wir die vielen Ehrenamtlichen wie die Ökumenische Flüchtlingshilfe nicht gehabt hätten“, sagt Zengeler, wäre es nicht möglich gewesen, diese außergewöhnliche Herausforderung zu stemmen, hätte man Flüchtlinge nicht so erfolgreich „in Arbeit und Brot“ vermitteln können. Er nennt Leute mit interkulturellen Kompetenzen wie Claudia Evers oder Carina Ott von der Stabsstelle für Flüchtlingskoordination bei der Stadt, das Projekt „Deine Chance“, die Sprachschule der Evangelischen Familienbildung mit ihrer Leiterin Sabina Ihrig, die ein Sodener Mäzen mit einem Millionenbetrag überhaupt möglich gemacht hat, sowie Gabriele Wörner, Integrationsberaterin und Willkommenslotsin beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Frau Wörner nehme die Menschen an die Hand, ergründe ihre Kompetenzen und fordere die Unternehmen auf, den Geflüchteten eine Chance zu geben.

Ob sich die Flüchtlinge in Bad Soden integriert hätten, diese Frage werde ihm oft gestellt, verrät Zengeler. Darauf antwortet er zurückhaltend. Die Menschen seien von dem Leben hier angetan. „Doch sie lieben ihre Heimat und hoffen, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren können.“

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