Schach

Nur coole Spieler können gewinnen

Welch ein Kontrast beim 5. Youth Open Classic Schachturnier im Neuenhainer Bürgerhaus, das mit 129 Schülern und Jugendlichen der Kids Open an vier Tagen mit 129 Aktiven im Alter von sechs bis 18 Jahren einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnete.

Im Eingangsbereich des Bürgerhauses herrschte mit einem entsprechenden Geräuschpegel bei Gesellschaftsspielen ein reges Treiben. Im Bürgersaal, nur eine Tür weiter, wo an 64 Brettern über 560 Spiele ausgetragen wurden, war es mucksmäuschenstill, knisterte es vor Spannung, galt die ganze Konzentration dem „Königlichen Spiel“.

In maximal drei Stunden galt es, den Gegner zu schlagen und sich wertvolle Punkte für die Gesamtwertung des Turniers, das mit 2500 Euro an Geld- und Sachpreisen dotiert war, zu sichern. Gespielt wurde nach dem Schweizer System, das jedem neun Spiele gegen jeweils punktgleiche Gegner garantiert.

Für Jonas Gallasch (SG Porz/13 Jahre), der als U 14-Spieler in der U 18 spielen wollte, ging es um viel. In den beiden letzten Jahren siegte er in der U 14. Sein Ziel war es, auch in diesem Jahr den Siegerpokal der U 14 mit einer stattlichen Höhe von 70 Zentimeter zu gewinnen. Beim dritten Gewinn in Serie geht der Pokal in den Besitz des Siegers über – und so kam es dann auch. Strahlend nahm er den Pokal bei der Siegerehrung von Hans-Walter Schmitt, dem Ehrenvorsitzenden des Chess Tigers Schach-Fördervereins, in Empfang. Auch Lokalmatador Kevin Haack (SC Bad Soden), der als U 12 in der U 14 spielte, konnte den Hattrick nicht verhindern. Er wurde mit 7.0 Punkten Dritter. „Ich war als Zweiter in der U 14 gesetzt. Dennoch bin ich mit meiner Platzierung zufrieden“, meinte das Nachwuchstalent.

Gallasch musste um seinen Hattrick bis zur Vorschlussvorrunde hart kämpfen, dann hatte er vorzeitig den Turniersieg geschafft. Zusammen mit dem Zweitplatzierten Jonas Riemann (SK Bickenbach), gegen den er in der Schlussrunde antreten musste und gegen den er seine allererste Partie in drei Jahren Youth Classic verlor, brachten es beide auf 7,5 Punkte. Mit 41,5 zu 36,0 gegenüber Riemann sprach jedoch die Zweitwertung für den Überflieger aus dem Rheinland.

Für das stattliche Teilnehmerfeld, unter ihnen auch jeweils acht Mädchen der U 10 und U 14, ging es um Ranglistenpunkte (Deutsche Wertungszahl). Bis auf zwei Aktive haben alle Schüler und Jugendliche bis zum Ende durchgespielt. „Das ist schon ungewöhnlich“, meinte Turnierleiter Hans-Dieter Post, zugleich Vorsitzender des für die Ausrichtung verantwortlichen Chess-Tigers Schach-Förderverein, der mit dem SC Bad Soden für einen reibungslosen Turnierablauf sorgte.

Die Rekord-Teilnehmerzahl führten die Veranstalter auf die kindgerechte Ausrichtung des Turniers zurück. „Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Kinder. So gibt es keine zuckerhaltigen Getränke, zudem Snacks, zwischendurch frisches Obst und Gemüse“, merkt Post an. Das Ambiente stimmt einfach. Das gilt auch für Fans, meist aus dem familiären Umfeld der Spieler. Da wundert es nicht, dass Aktive aus den Landesverbänden Baden-Baden, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Hessen angereist waren.

Für einen internationalen Anstrich sorgte der spielstarke Oleksandr Vakulenko (Gambit Kiew). Er verbrachte seinen Urlaub in Hessen und ließ es sich nicht nehmen, in der U 18 mitzuspielen. Der Lohn für ihn: Platz fünf.

Das Turnier ist kaum beendet, da denken die Organisatoren an die 6. Auflage 2019. „Auf Grund der seit 2014 steigenden Teilnehmerzahl werden wir wohl in die Hasselgrundhalle umziehen“, wagt Post einen Ausblick auf 2019.

Im Rahmen des Turniers wurde auch die Bad Sodener Jugendmeisterschaft der U 10, U 12, U 14 u. U 18 ausgetragen. Hier gewann Leo Max Deppe in der U 18, Andreas Haller siegte in der U 14, Kevin Haack war Bester der U 12, und bei der U 10 heißt Arin Özyar der Sieger. Bestes Mädchen des Schachclubs Bad Soden ist Maribel Wagner.

(rmü)

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