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Die Iris als Kunstwerk

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Von: David Schahinian

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Ihr Anblick bietet eine seltsam-schöne Faszination: Diese Iris-Aufnahme gehört zu den Fotografien, die in Bad Soden ausgestellt sind.
Ihr Anblick bietet eine seltsam-schöne Faszination: Diese Iris-Aufnahme gehört zu den Fotografien, die in Bad Soden ausgestellt sind. © Robert Flachenäcker

Eine Augen-Akupunktur-Praxis zeigt ungewöhnliche Fotografien. Sie sind bis zum 26. Mai zu sehen.

Bad Soden -Die Form erinnert an einen Donut, einen dieser Schmalzgebäckkringel. Das Farbenspiel und die Strukturen passen beim näheren Hinsehen aber nicht - und Robert Flachenäcker, Künstlername Flatfield, schaut sehr genau hin. Er ist einer der wenigen Fotografen in Deutschland, die sich auf die Iris-Fotografie spezialisiert haben, also jenen Teil im Auge, der als Blende fungiert. Es sind unverwechselbare Kunstwerke: Während ein Fingerabdruck über bis zu 100 anatomische Merkmale verfügen kann, sind es bei der Iris rund 260. Links oder rechts, schon das macht einen Unterschied: "Es gibt auf der ganzen Welt keine zwei gleichen Augen." Selbst die Iriden - die Mehrzahl von Iris - eines Menschen unterscheiden sich voneinander. Im Großformat üben sie eine seltsam-schöne Faszination aus.

"Im Grunde ist es eine Form der Makrofotografie", erklärt der Hofheimer mit Fotostudio in Wiesbaden. Dort fertigt er auch Iris-Aufnahmen auf Bestellung an. Seine Kunst hat er in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt, immer auf der Suche nach der am besten geeigneten technischen Ausstattung und den richtigen Beleuchtungsverhältnissen. Anschließend bearbeitet er die Fotos noch digital nach. Ist er nicht im Studio, wandert er auf der Suche nach Naturskulpturen - mitunter tagelang, mit einem Van als Schlafstätte. Besonders Bäume haben es ihm angetan, ungewöhnliche Exemplare hat er schon in den Schwanheimer Dünen (Frankfurt), im Vogelsberg oder im nordhessischen Kellerwald abgelichtet. Eine Auswahl dieser Formen der Naturfotografie ist bis Donnerstag, 26. Mai, in der Augen-Akupunktur-Praxis Noll zu sehen (Königsteiner Straße 107). Die Praxis hat sich kürzlich am Gesundheitsstandort Bad Soden angesiedelt.

"Wir wollen die Schulmedizin ergänzen"

Der Ansatz von Heilpraktikerin Michaela Noll ist ein ganzheitlicher, zum Team zählen unter anderem auch eine Gesprächscoachin, eine Entspannungstherapeutin und ein Physiotherapeut. Über die Wirksamkeit der Akupunktur gehen die Meinungen und Studienergebnisse auseinander, doch der Erfolg scheint ihr recht zu geben: Zuvor praktizierte sie in Hofheim und Kelkheim, doch wurden die Praxisräume dort mit der Zeit jeweils zu klein. In Bad Soden stehen ihr seit Januar nun fünf Behandlungszimmer zur Verfügung. Eine Rolle bei der Standortwahl habe zudem die Nähe zu Frankfurt gespielt, weil sie auch internationale Patienten behandele, sagt sie.

Augen-Akupunktur klingt zunächst einmal ungewöhnlich, vielleicht sogar abwegig, und natürlich werden die Nadeln nicht um oder gar in die Augen gesetzt. Das Verfahren hat der Däne Professor John Boel vor rund 40 Jahren entwickelt. Die von ihm definierten Triggerpunkte liegen an der Stirn, an den Gelenken von Händen und Füßen sowie an den Knien. Noll: "Wir wollen die Schulmedizin nicht ersetzen, wir ergänzen sie. Letztlich geht es darum, dass wir durch die Akupunktur eine bessere Durchblutung im Kopfbereich fördern können." Hier kommt auch Igor Oldenburg ins Spiel, dessen physiotherapeutische Behandlungen die Regeneration und Heilungsprozesse fördern sollen. Einige Menschen reagierten zunächst skeptisch, weil sie eine "Physio" nicht mit den Augen in Verbindung bringen. Das ändere sich aber, wenn sie ihnen die verschiedenen Säulen der Therapie erklärten.

Die Gastgeberin Michaela Noll mit dem Hofheimer Fotografen Robert Flachenäcker, der den Künstlernamen "Flatfield" trägt.
Die Gastgeberin Michaela Noll mit dem Hofheimer Fotografen Robert Flachenäcker, der den Künstlernamen "Flatfield" trägt. © David Schahinian

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