Die erste Jam-Session des Vereins Blues-Haus in der Kahlbachquelle kam beim Publikum gut an.
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Die erste Jam-Session des Vereins Blues-Haus in der Kahlbachquelle kam beim Publikum gut an.

Musik

Eine Session ist auch im Haus möglich

  • VonDavid Schahinian
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Ein Fest der Improvisation: Gelungene Probe-Veranstaltung auf der neuen Blues-Haus-Bühne.

Altenhain -"Lang hat's gedauert, endlich sind wir wieder hier", singt Harald Dewor an der Gitarre, unterlegt mit einem typischen Blues-Rhythmus seiner beiden Mitmusiker. Rund 50 Menschen sitzen an den Tischen im Vereinsheim der TSG Altenhain, in der Kahlbachquelle - und viele tippen schon nach wenigen Sekunden unweigerlich im Takt mit den Fingerspitzen auf die massiven Holztische.

Jam-Sessions sind ein Fest der Improvisation. Man weiß nie, was passiert. Für die Organisation galt das allerdings ganz und gar nicht. Der Bad Sodener Verein Blues-Haus nutzte die Session als einen wichtigen Testlauf, um die Abläufe für die Einhaltung der Corona-Regeln einzuüben und gegebenenfalls zu optimieren.

"Wir haben noch keine Erfahrung mit Indoor-Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen und mussten erst einmal eine Rahmenorganisation aufbauen", erklärt Harald Dewor, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins.

Die Voraussetzungen waren klar: So bekam nur ein Einlass-Bändchen, wer sich namentlich registrierte und nachweisen konnte, dass er vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet (3G-Regel) ist. Am Sitzplatz konnte die Maske zur Seite gelegt werden, aber bei Gängen zur Toilette oder zur Theke musste sie aufgesetzt werden. Eine Anmeldung war nicht erforderlich.

Die Durststrecke war, abgesehen von einzelnen Auftritten unter freiem Himmel, für das Blues-Haus lang. Sie konnte aber den Umständen entsprechend gut weggesteckt werden. "Uns sind natürlich Einnahmen weggebrochen, aber dafür hatten wir auch kaum Ausgaben", berichtet der Vorsitzende. Nur sehr wenige Mitglieder seien während der Pandemie abgesprungen, derzeit sind es rund 160.

Die Hoffnung ist aber groß, mit dem Neustart wieder alte und neue Freunde hinzuzugewinnen, zumal der Verein nun über eine standesgemäße Bühne verfügt: Seit Anfang dieses Jahres ist er in Altenhain heimisch.

Schon gibt es Pläne über Soden hinaus

Die Kooperation mit der TSG bietet ihm Entwicklungsmöglichkeiten, nachdem er die Bleibe im H+ Hotel Ende 2019 aufgeben musste: "Das hat perfekt gepasst, die Infrastruktur ist super." Die Jam-Sessions des 2015 gegründeten Vereins hatten schon vorher viele Freunde gefunden: "Wir bieten allen die Möglichkeit, auf die Bühne zu gehen und zu spielen."

Lässt sich das Blues-Leben in Bad Soden weiterhin gut an, könne man sich vorstellen, das Projekt über die Stadtgrenzen hinaus auszudehnen, so Dewor. Sprach's und hörte später seiner Vorstandskollegin Regina Holzinger zu. Mit musikalischer Begleitung hatte sie mittlerweile die Bühne betreten und sang selbst traurige Lieder auf eine Weise, dass sie Freude machten.

Kurzum: Der Test am Donnerstagabend ist gelungen. Nicht zuletzt war bei vielen die Erleichterung zu spüren, endlich einmal wieder in Gemeinschaft kühles Bier und coolen Blues genießen zu können. Auch Dewor zeigte sich auf Nachfrage zufrieden: "Die Probe-Session war ein erfreulicher Erfolg, das Konzept hat sich bewährt." Fast alle Besucher seien gut vorbereitet gewesen und konnten die 3G-Regel durch Nachweis einhalten. Lediglich ein Paar habe leider abgewiesen werden müssen. In puncto Musik war die erste Session auf der neuen Bühne vor Publikum ebenfalls gelungen: "Die Akustik ist sehr gut und ich hatte das Gefühl, dass sich alle sehr wohl fühlten. Ein guter Start!"

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