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Fehlalarme und Corona belasten die Feuerwehr

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Diese Grafik zeigt, wie oft und weswegen die drei Freiwilligen Feuerwehren (Bad Soden, Neuenhain, Altenhain) im vorigen Jahr ausrückten.
Diese Grafik zeigt, wie oft und weswegen die drei Freiwilligen Feuerwehren (Bad Soden, Neuenhain, Altenhain) im vorigen Jahr ausrückten. © Stadt Bad Soden

Statistik für 2021 liegt vor. Stadtbrandinspektor: Die Einsatzfähigkeit war und ist gewährleistet.

Bad Soden - Ärgerlich. Als ob die drei Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet von Bad Soden nicht schon genug zu tun hätten: Fehlalarme pumpen die Statistik für 2021 auf. Sie machen 33,9 Prozent der 416 Einsätze aus. Oft spielen technische Aspekte, Störungen und Unachtsamkeiten eine Rolle, erläutert Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer. Jemand passe bei Wartungsarbeiten nicht auf, schwuppdiwupp heult zum Beispiel ein Rauchmelder los. Für die Feuerwehr gibt's kein vertun: Sie muss ausrücken und sich die Sache ansehen. Einerseits macht sich Erleichterung breit, wenn keine Gefahr herrscht. Andererseits nervt die Zusatzbelastung.

"Die Einsätze teilen sich 2021 auf in 141 Fehlalarme, 47 Brandeinsätze und 228 Hilfeleistungen", listet der Magistrat auf. "Unter den Brandeinsätzen war zum Glück nur ein Großbrand. Hierbei wurde der Löschzug Bad Soden zu einem Lagerhallenbrand in Bad Homburg angefordert, die Kräfte kamen allerdings nicht zum Einsatz. Besonders war der Zeitpunkt, da der Brand in die Silvesternacht 2021/2022 fiel."

Alle anderen Brände kategorisiert die Stadtverwaltung als "Mittel- und Kleinbrände". Das heißt: Gartenabfälle, Müllcontainer und Pkw fingen Feuer. Es gab auch einige Fälle, bei denen Wohnungen und Dachstühle brannten.

Hinter den Hilfeleistungen verbergen sich zum Beispiel um Menschen- und Tierrettungen, Türöffnungen, Verkehrsunfälle, Amtshilfen, Auslaufen von Betriebsstoffen, aber auch Einsätze bei Unwetter- und Hochwasser sowie Gefahrguteinsätze. Einsatzkräfte aus Bad Soden packten auch in den Überschwemmungsgebieten in Rheinland-Pfalz/Nordrhein-Westfalen an. Insgesamt war statistisch weniger zu tun als im ersten Corona-Jahr. Damals hatten die drei Feuerwehren Bad Soden, Neuenhain und Altenhain 501 Einsätze zu bewältigen.

Fortbildung oft nur per Video

Apropos Pandemie. "Corona belastet uns auch als Feuerwehr immer noch", sagt der Stadtbrandinspektor auf Anfrage. Weiterhin untersagt Hessens Regierung den Lehrgangsbetrieb an den Landesfeuerwehrschulen, so dass es oft bei Video- und Onlineunterricht bleibt. Übungen sind möglich, aber in kleineren Gruppen als üblich, ergänzt Nick-Oliver Kromer. Außerdem sei es notwendig, vorher Negativ-Tests einzuholen.

"Wir hatten Corona- und Quarantäne-Fälle", berichtet der Stadtbrandinspektor, der auch dem Magistrat angehört. Aber trotz der Widrigkeiten und Einschränkungen in den zwei Corona-Jahren sei die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr "in keiner Weise" und "zu keiner Zeit" gefährdet gewesen, versichert Kromer. Dies erfordert gute Planung und Disziplin. Die Feuerwehr setzt sich in der Kernstadt und den beiden Stadtteilen wie folgt zusammen:

Es gibt fünf fest angestellte Mitarbeiter: zwei Verwaltungsangestellte, drei Gerätewarte.

153 ehrenamtlich aktive Mitglieder stehen zur Verfügung. Die Zahl sei stabil, berichtet Kromer. Es gab schon Zeiten, in denen es "deutlich weniger waren".

61 Personen sind in der Ehren- und Altersabteilung.

Alle drei Ortsfeuerwehren haben Nachwuchsabteilungen, freut sich der Stadtbrandinspektor. Ihnen gehören 63 Knirpse in den Mini-Feuerwehren an. 58 Jungen und Mädchen sind es in den Jugendfeuerwehren (10 bis 17 Jahre).

Die Weichen für die künftige Feuerwache, die auf dem ehemaligen Süwag-Gelände an der Königsteiner Straße entstehen soll, sind gestellt. "Die Entwurfsplanung ist so gut wie fertig", teilte Bürgermeister Frank Blasch zu Beginn des Jahres mit und verkündete: "Wir arbeiten auf den Spatenstich im Jahr 2023 hin."

Das sind erfreuliche Perspektiven. Weniger angetan ist der Stadtbrandinspektor davon, dass die Feuerwehr mitunter "bei Kleinigkeiten" gerufen werde. Kromer hat ein Beispiel parat. Oben im Haus dringe Wasser ein, und es stelle sich heraus, dass die Dachrinne von Laub verstopft ist. Eine solche Reinigung ist eine Routineaufgabe des Eigentümers und kein Fall für die 1 12. Es seien nur "einige wenige Fälle" pro Jahr, komme aber vor. Da habe sich in der Mentalität und im Anspruchsdenken mancher Leute etwas verändert, sagt Kromer. ask

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