Von links: Schutzengel Michael Peters, Thomas, der eine Pechsträhne hat (Bernhard Fladung), und Todesengel Achim Schulz.
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Von links: Schutzengel Michael Peters, Thomas, der eine Pechsträhne hat (Bernhard Fladung), und Todesengel Achim Schulz.

Komödie

Flotte Aufführung kommt beim Publikum an

  • VonJuliane Schneider
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Der Altenhainer Theaterverein präsentiert sein neues Stück "Mehr als Durcheinander". Los ging es mit einem Ritual.

Altenhain -Die lange Schlange beim Kartenvorverkauf hatte die Schauspieler des Altenhainer Theaters in diesem Jahr zum Staunen gebracht. "Das waren bestimmt 50 Meter", schätzt Michael Peters, Urgestein der Truppe. "Wie bei einem Konzert." Schon eine Stunde vor Beginn hatten sich Zuschauer für das Erstehen eines Tickets angestellt. "Die Leute sind dankbar, dass endlich wieder etwas stattfindet", so der Schauspieler. Denn auch die jährliche Aufführung der Altenhainer im Gasthaus "Zum Grünen Baum" hatte im vergangenen Jahr coronabedingt pausieren müssen.

Auch die Schauspieler freuen sich, dass es jetzt wieder losgeht. Michael Peters mimt in der Komödie "Mehr als Durcheinander" von Ludwig Pausch in gewohnt lockerer Weise einen Schutzengel. Keine leichte Übung, denn sein Schützling, Bibliothekar Thomas (Bernhard Fladung), hat seit ein Spiegel in seiner Wohnung zu Bruch ging durchgehend Pech. Neben der Kündigung und einem Autounfall hat der Single sogar im eigenen Haus schon einige Blessuren davongetragen.

Von seinem Chaos genervt ist allerdings die langjährige Putzfrau Rosmarie (Andrea Reuels), die ihren Unmut immer wieder sehr deutlich kundtut. Dialoge, die beim Publikum im Grünen Baum für viele Lacher sorgen. Zwischen den Streithähnen stolziert "unsichtbar" der hell gekleidete, immer hungrige Schutzengel Michael Peters. Mal holt er sich ein "Lebberwurstbrötchen" oder ein Gürkchen aus der Küche seines Schützlings, dann wieder schmatzt er eine Banane und kommentiert, was um ihn herum passiert. Vor allem aber ist er damit beschäftigt einen Kontrahenten loszuwerden, der ebenfalls in der Wohnung auftaucht.

Auch die Liebe ist mit im Spiel

Der in schwarz gekleidete Todesengel Waldemar (Achim Schulz) nämlich hat den Auftrag, den frustrierten Bibliothekar ins Jenseits zu befördern, was in den Büchern des Engels aber längst noch nicht vorgesehen ist. Und so entspannt sich auf der Bühne ein unterhaltsames Nebeneinander von unsichtbaren Boten und dem ahnungslosen Bibliothekar, dessen Schicksal eine ungeahnte Wendung erfährt, als die jüngere Sandra (Tatjana Lennartz) als Vertretung von Putzfrau Rosemarie auf der Matte steht. Denn natürlich ist auch bei dieser Komödie ein bisschen Liebe im Spiel. Eine flotte Aufführung, die beim Publikum sehr gut ankommt.

Zum Schluss stellt Michael Peters wie jedes Jahr die Schauspieler und ihre Rollen mit einem selbst erstellten lustigen Gedicht vor. Rituale wie dieses haben ihren festen Platz in der 18-köpfigen Gruppe. Schon bevor der Vorhang aufgeht, starten sie immer mit einem lauten Ruf gemeinsam in den Abend.

In diesem Jahr sind nur fünf Schauspieler auf der Bühne. Nicht jeder habe in diesem Jahr mitproben wollen, weil man jederzeit mit einem coronabedingten Abbruch hatte rechnen müssen.

Hygienekonzept erstellt

Es werden aber ohnehin viele helfende Hände vor der Bühne gebraucht, unter anderem um den Impfstatus zu kontrollieren. Mit gelben Leuchtwesten, auf denen "Theatersecurity" steht, sind Vereinsmitglieder überall im Einsatz. Es sei schon mit viel Aufwand verbunden gewesen, das Hygienekonzept zu erstellen, so Peters. Im Saal habe man sich sogar für 2 G entschieden und die Zahl der Zuschauer von sonst 150 auf 100 reduziert.

Unten in der Gaststätte, deren Mitarbeiter die Bewirtung mit Getränken übernommen haben, ist nur 3 G erforderlich. Nach der Vorstellung bleiben am Sonntag noch einige zum Speisen in den unteren Gasträumen.

Drei Vorstellungen sind am Wochenende gelaufen, weitere drei sind für dieses Wochenende geplant. Bis auf wenige Restkarten sind alle sechs Aufführungen ausverkauft.

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