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Hauptbrandmeister Peter Zengeler, Betreuer der Alters- und Ehrenabteilung der Sodener Wehr, an der historischen Pumpe, die im Badehaus ausgestellt ist.

Ausstellung mti Einsatzfahrzeugen

Freiwillige Feuerwehr feiert ihren 150. Geburtstag ganz groß

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Acht Mann waren einst nötig, um die Pumpe zu bedienen, mit der die Feuerwehr Brände löschte. Heute sind gigantische Fahrzeuge im Einsatz, die wie aus einem Science-Fiction-Film wirken.

In neuem Glanz steht sie im Foyer des Badehauses: die alte Handpumpe, mit der die Geschichte der Bad Sodener Feuerwehr vor 150 Jahren begann. „Ein Maler hat die goldene Aufschrift noch mal nachgepinselt“, sagt Peter Zengeler, Betreuer der Altersabteilung, die die Ausstellung zum Jubiläum liebevoll vorbereitet hat.

Bis 1930 sei die Saugdruckspritze im Einsatz gewesen. Mit Pferden sei sie sogar im Ersten Weltkrieg nach Frankfurt gefahren worden, um dort beim Löschen des Großbrandes zu helfen, erzählt der ehemalige Wehrführer. Bad Sodener Bürger hatten damals für ihre Anschaffung zusammengelegt. „Zum Schluss hatten noch 50 DM gefehlt.“ Acht Mann seien nötig gewesen, um die Pumpe per Hand zu bedienen, der Schlauch sei aus reinem Hanf.

Neben dem Badehaus steht eine zweite historische Handpumpe. Eine Leihgabe, sagt Zengeler. Die Bad Sodener hätten früher eine baugleiche in ihrem Bestand gehabt. „Die ist jetzt aber in einem Freilichtmuseum bei Hamburg ausgestellt. Es wäre etwas weit gewesen, sie hierher zu transportieren.“ 1982 habe man sie aus Platzmangel dem Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda übergeben. „Die bekamen aber gleich drei davon und haben unsere daher als Leihgabe nach Hamburg gegeben.“

Im Alten Kurpark vor dem Badehaus wird derweil tüchtig gefeiert. Umringt von vielen Besuchern zeigen die Hunde der Rettungshundeeinheit in einer Übung, wie sie für den Ernstfall trainiert werden – nur eine von vielen Aktionen an diesem Tag. Auf der großen Bühne beglückwünscht Wehrführer Sven Griese die Kreisjugendfeuerwehr zu ihrem 50. Geburtstag, den man mit der Feierlichkeit zusammengelegt hat, abends spielt dort noch die Live-Coverband „CNO“. Befreundete Feuerwehren präsentieren in der eigens dafür gesperrten Königsteiner Straße historische Wagen aus ihrem Bestand im Wechsel mit hochmodernen Fahrzeugen.

Was heutzutage möglich ist, zeigt Christian Heil an dem großen Sonderlöschmittelfahrzeug der Darmstädter Werkfeuerwehr Merck, wo er als Oberbrandmeister arbeitet. Bei Chemieunfällen könne das monströse Fahrzeug aus bis zu zwei Kilometer Entfernung mit einer Fernbedienung gesteuert werden, erklärt er interessierten Festbesuchern. 3000 Liter Wasser, 4000 Liter Schaum, 1,5 Tonnen Pulver und 300 Kilogramm C0 2 führe der Wagen mit sich. „Bei einem üblichen Einsatzfahrzeug sind es gerade mal 1200 Liter Wasser, 200 Liter Schaum und gar kein C0 2.“ Imposant auch der große Löscharm, der mit einer Wurfweite von 90 Metern 6000 Liter pro Minute abgeben könne. „Dass wir Fachleute wie Christian Heil bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden haben, freut uns natürlich“, sagt Pressesprecher Alexander Zengeler.

Fahrzeuge wie dieses brauche man vor Ort allerdings nicht. Lediglich den Wagen mit dem Teleskopmast, der einen Korb 50 Meter hoch ausfahren kann und der von weitem schon die Blicke der Besucher auf sich zieht, habe man mal von der Infraserv Höchst ausgeliehen. „Den haben wir mal zum Löschen eines Dachstuhls benutzt“, erinnert sich Zengeler. Grund sei aber die größere Arbeitsfläche gewesen. „In den Korb passen mehr Leute als in unseren, der 30 Meter hoch ausgefahren werden kann.“

Mit einem ökumenischen Gottesdienst und Frühschoppen endet am Sonntag die große Jubiläumsfeier, die freitags schon mit einem Galaabend für die Feuerwehrleute und ihre Unterstützer begonnen hatte. An das große Jubiläum erinnern wird neben der Festschrift ein großes Foto mit allen Aktiven und Altersabteilung, das vor dem Badehaus aufgenommen wurde. Es wird sich einreihen in die Aufnahmen vergangener Feiern, die in der Stadtgalerie zu sehen sind.

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