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Vorsichtig beobachten diese beiden Fußgänger den Verkehr. Sie stehen in Höhe der Klinik und schauen, wann sie die Kronberger Straßen überqueren können. Einen Zebrastreifen gibt es dort nicht.

Verkehr auf Kronberger Straße

Diese Stelle in Bad Soden ist ein gefährliches Pflaster

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Neulich ist nahe der Sodener Klinik ein Kind (9) angefahren worden. Wie sicher ist es in diesem Teil der Kronberger Straße für Fußgänger? Wäre es nicht sinnvoll, einen Zebrastreifen anzulegen? Die Stadt kennt das Problem, handelt aber noch nicht.

Ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger – wer auf der Kronberger Straße entlang dem Eichwald zwischen Heinrich-Heine-Weg und Schwalbacher Straße unterwegs ist, muss höllisch aufpassen. Da ist zum einen der rege Publikumsverkehr, der durch das Krankenhaus bedingt ist. Zum anderen fahren dort viele Autos, die in die Stadt hinein oder in alle möglichen Richtungen hinausfahren. Nicht zuletzt lockt der Eichwald viele, Spaziergänger, Jogger und Hundebesitzer an, die die Straße queren wollen.

Entlang der Kronberger Straße parken viele Fahrzeuge, wenn Besucher ins Krankenhaus wollen und nicht das Parkdeck auf dem Gelände der Klinik benutzen. Der Parkstreifen ist schmal, und die Leute, die ihr Fahrzeug verlassen wollen, stehen unmittelbar auf der stark frequentierten Verkehrsstraße. Außerdem sind in Höhe der Klinik zwei Bushaltestellen.

Eine besorgte Leserin

Dass in diesem Straßenabschnitt nicht öfter Unfälle passieren, scheint an ein Wunder zu grenzen. Am Freitag vor einer Woche wurde ein neunjähriger Junge von einem Auto angefahren, als er hinter einem stehenden Linienbus in Höhe des Krankenhauses auf die Straße trat, teilte die Polizei neulich mit (wir berichteten). Die Autofahrerin, die auf der Kronberger Straße in Richtung Schwalbacher Straße, also zum Ortsausgang hin, unterwegs war, hatte den Jungen offensichtlich zu spät gesehen. Der Junge, so meldete die Polizei, klagte über Schmerzen an der rechten Körperseite und wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

„Muss erst ein schlimmer Unfall passieren?“, schrieb daraufhin eine Leserin ans Kreisblatt, mehrfach habe sie die Stadt Bad Soden darauf aufmerksam gemacht, dass es lebensgefährlich sei, die Kronberger Straße in Höhe des Krankenhauses zu überqueren. Wer die Situation kennt, weiß, dass die Bushaltestelle exakt gegenüber dem Eingangsbereich zum Krankenhaus angebracht ist und jeder Patient oder Besucher, der von außerhalb kommt und in die Klinik will, die Straße genau dort überqueren muss. Und nachdem der neue Klinikkomplex errichtet wurde, stellt sich die Situation noch komplexer und für die Verkehrsteilnehmer unüberschaubarer dar. Könnte da nicht wenigstens ein Zebrastreifen Sicherheit schaffen?

„Nicht ideal“

Nein, das mit dem Zebrastreifen habe die Stadt geprüft, erklärt Bürgermeister Frank Blasch auf Nachfrage. Laut Straßenverkehrsordnung sei das rechtlich nicht zulässig, da zu wenige Personen die Straße queren. Das Aufeinandertreffen von fließendem, ruhendem und abbiegendem Verkehr sei schwierig, räumt der Rathauschef ein. Auch existiere neben dem Parkstreifen kein richtiger Fußweg. Die gesamte Situation rufe nach einer „grundsätzlichen Neuordnung“. Doch das würde einen ernsten Eingriff in den Eichwald bedeuten, Bäume müssten gefällt werden, und es würde eine Menge Geld kosten. Ein derartiges Vorgehen stehe zurzeit nicht oben auf der Prioritätenliste.

Mit der Verkehrsampel, die jetzt an der Kreuzung Kronberger zur Schwalbacher Straße installiert worden sei, bestehe für die Fußgänger dort ein sicherer Übergang. Trotzdem räumt der Rathauschef ein, dass die Situation nicht ideal ist. Wenn die Klinikbaustelle fertig ist, werde er sich die Sache noch mal gemeinsam mit der Polizei anschauen, versichert der Bürgermeister. Vielleicht könne man für die Fußgänger in der Mitte der Straße eine Verkehrsinsel anlegen.

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