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Hingucker, Leckeres und Außenwaschbecken

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Von: Juliane Schneider

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Lumumba gab’s am Stand der Notfallseelsorge: Sabine Zeitler und Helmut Nowotka stoßen mit Julia und Patrick Simon (von links) aus Sossenheim an.
Lumumba gab’s am Stand der Notfallseelsorge: Sabine Zeitler und Helmut Nowotka stoßen mit Julia und Patrick Simon (von links) aus Sossenheim an. © juwi

Viele Helfer machen den Weihnachtsmarkt attraktiv. Veranstaltungsleiter Marc Nördinger freut sich über „phänomenale“ Besucherzahl.

Bad Soden -Weihnachtlich geschmückte Buden ziehen sich durch den idyllischen Kurpark, in der Konzertmuschel stimmt der Posaunenchor ein feierliches „O Tannenbaum“ an. Hier wird auch gleich der Nikolaus vorbeikommen, um den Kindern Geschenke zu verteilen.

Neben duftenden Leckereien dient den kleinen Gästen auf dem Bad Sodener Weihnachtsmarkt der Streichelzoo von Kleintierzüchter Andreas Kühnel als Anlaufpunkt. „Ist das hier der Hasenhimmel?“, fragt ein Mädchen seine Mutter, als sie das kleine Häuschen mit der roten Wärmelampe betreten, in dem neben Hasen auch Wachteln herumwuseln. Auf dem Gelände davor sind besondere Geflügelrassen ein echter Hingucker.

Auch im Badehaus gibt es etwas zu bestaunen: Auf einer Riesenlegoplatte ist der Bahnhof aus Lego aufgebaut, den die Stadt zum großen Bahnhofsjubiläum in Auftrag gegeben hatte, diesmal erweitert um lokale, historische Gebäude wie den Wilhelmsturm und das Paulinenschlösschen. Dazwischen auch Ortsfremdes, wie die Mondlandung. In seinem Büro stehe noch eine riesige Ritterburg, verrät Veranstaltungsleiter Marc Nördinger. Alles wurde geliefert und aufgebaut vom Verein Born2Brick.

Mit seinen Mitarbeitern hat sich der Kultur-Abteilungsleiter der Stadt wieder jede Menge einfallen lassen, um den Markt am zweiten Adventswochenende zu einem Publikumsmagneten zu machen. Mit Erfolg: „Phänomenal“ sei die Besucherzahl am Samstagabend gewesen, auch dank des überaus passenden Wetters.

In den Fenstern des Badehauses sind auch in diesem Jahr wieder eine Krippe und ein historisches Spielzeug, ein Kolonialwarenladen, ausgestellt, davor eine vom Bauhof eigens gebaute Rampe, die für gute Sicht auf die Ausstellungsstücke sorgt. Die Idee sei zu Coronazeiten entstanden, als die Märkte hatten ausfallen müssen, so Nördinger.

Ausgefeilt auch das System zum Waschen der schmutzigen Glühweinbecher. Für deren Sauberkeit sorgt seit einem Jahr eine industrielle Spülanlage. „Die Standbetreiber bringen das schmutzige Geschirr vorbei und tauschen es gegen sauberes ein.“ Helfer rekrutiere man aus den Ferienspielmitarbeitern. Eine Neuheit in diesem Jahr: die Außenwaschbecken, die der Main-Taunus-Kreis zur Pflicht gemacht habe. Auch hier hat der Bauhof mit einer selbst gebauten Konstruktion Kreativität bewiesen.

Mit 62 liegt die Zahl der Buden zwar in diesem Jahr etwas niedriger. Aber gerade die Geräumigkeit im Park finden Julia und Patrick Simon aus Sossenheim attraktiv. Am Stand der Notfallseesorge des Main-Taunus-Kreises, die zum ersten Mal dabei ist, haben sie sich einen Lumumba gekauft, Kakao mit Rum und Schlagsahne, und sind bester Laune. „Meine Frau gibt zu viel Geld aus, können Sie mir helfen?“, scherzt Patrick Simon, der langjährige Notfallseelsorger Helmut Nowotka rät seiner Partnerin schmunzelnd, ihn für diese Frechheit heute alles zahlen zu lassen.

Ein bisschen Spaß tut gut in diesen Tagen. Normalerweise haben es die ehrenamtlichen Seelsorger in lila Uniform mit ernsten Einsätzen zu tun. Rund um die Uhr stehen die 40 geschulten Helfer- unter der Leitung einer Pfarrerin - bereit, um in Krisensituationen zu helfen, wenn ein Angehöriger plötzlich verstorben ist, auch durch Unfall oder Suizid. Dazu unterstützen sie die Polizei beim Überbringen von Todesnachrichten und betreuen Unfallopfer und -zeugen.

Auf dem Weihnachtsmarkt kommt es zu vielen, guten Gesprächen. Für ihr brasilianisches Patenkind sammeln die Konfirmanden, die am Stand des Jugendcafés vegane Waffeln und Plätzchen verkaufen. Neben 20 Vereinen laden gewerbliche Stände zum Kauf geschmackvoller Weihnachtspräsente. Die beliebten Tonlichter vom tunesischen Stand am Parkrand sorgen dabei gleichzeitig für stimmungsvolles Ambiente.

Wer ein Erinnerungsfoto schießen möchte, ist beim Gewerbeverein an der richtigen Adresse. Ablichten könne sich die Besucher alternativ auf einem Schlitten neben dem leuchtenden Weihnachtsbaum, dem Familiensofa oder aber als Engelchen und Teufelchen vor einer Stoffwand. Diese Variante wählen Andrea und Marcial de la Vega, die mitsamt Mops-Hündin Rani einen Rundgang auf dem Markt machen. Wie jedes Jahr, an beiden Tagen. Das Angebot gefällt ihnen sehr gut. Nur ein Bratwurststand mehr wäre nicht schlecht . . .

Lilian, Andreas, Luise und Nele (von links) am Stand des Jugendcafés, wo es Plätzchen und auch Waffeln gab.
Lilian, Andreas, Luise und Nele (von links) am Stand des Jugendcafés, wo es Plätzchen und auch Waffeln gab. © juwi

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