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In der Stoßzeit ist die B 519 "ein unüberwindbares Hindernis"

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An dieser Kreuzung stößt die Kirchstraße von rechts auf die B 519/B 8. Einige Ampeln sind zugehängt, weil Fußgänger und Radfahrer den Knotenpunkt gar nicht erreichen. Es fehlt an Wegen.
An dieser Kreuzung stößt die Kirchstraße von rechts auf die B 519/B 8. Einige Ampeln sind zugehängt, weil Fußgänger und Radfahrer den Knotenpunkt gar nicht erreichen. Es fehlt an Wegen. © Knapp

Der ADFC vermisst Querungshilfen für Radfahrer. Oder sichere Wege für Passanten, beispielsweise in Altenhain.

Bad Soden - Fast überall ist von der Verkehrswende die Rede - von einem besseren ÖPNV, sicheren Rad- und Fußwegen. Aber wenn es darum geht, Ankündigungen mit Leben zu erfüllen, hapert es manchmal kräftig. Ein Paradebeispiel liefert die Kreuzung, an der in Altenhain die Kirchstraße (K 797) auf die B 519/B 8 trifft. Ampeln für Fußgänger und Radfahrer sind seit zig Jahren vorhanden, aber mit Planen überzogen und nicht in Betrieb. Denn es gibt weder für Spaziergänger, Läufer und Wanderer noch für Radler Wege, die zu diesem vielbefahrenen Knotenpunkt führen.

Ministerium lässt die Lage analysieren

Dabei erscheint eine Verbindung in Richtung Hornau wichtig und sinnvoll. Denn vom Ortsausgang ist es nur ein Katzensprung in Richtung beliebter Ausflugsziele. Auf der westlichen Seite der Bundesstraße befindet sich das Liederbachtal mit dem Beidenauer Grund und der "Roten Mühle", von wo aus auch Schneidhain und Königstein gut erreichbar sind. "Für Alltagsradfahrende von Altenhain nach Königstein stellt die B 519 heute ein zur Hauptverkehrszeit nahezu unüberwindbares Hindernis dar", beklagt Gabriele Wittendörfer, Bad Sodener Bürgerin und Vorsitzende des ADFC im Main-Taunus-Kreis. ADFC steht für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Wittendörfer: "Obwohl die Distanz klein ist und die Höhenmeter zwischen Altenhain und Königstein zu bewältigen sind, ist diese Radverbindung heute nicht sicher nutzbar."

Auch weiter nördlich klemmt es. Wer über die Königsteiner Straße (L 3266) und durch Neuenhain nach Königstein radelt, habe auch nach der Einmündung auf die B 519 "keine Chance auf den dort vorhandenen, linksseitig geführten Radweg zu kommen". Deshalb, so fordert die ADFC-Chefin, brauche es auch dort eine Querungshilfe. Dieser Vorschlag genieße bei der Landesbehörde Hessen Mobil keine Priorität, sagt Bad Sodens Bürgermeister Frank Blasch (CDU). Ein Tickchen besser sieht es in Altenhain aus, wo die Kirch- auf die Bundesstraße trifft. Im Oktober 2021 schrieb der Verwaltungschef an die schwarz-grüne Landesregierung, in der seine Partei der große Partner ist.

Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ist aber ein Grünen-Politiker: Tarek Al-Wazir. Sein Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) hat Hessen Mobil Ende Dezember gebeten, die Situation an der Altenhainer Kreuzung "weitergehend zu analysieren". Ein Ergebnis der Untersuchung und ein Echo aus Wiesbaden sind bisher nicht bekannt.

Frank Blasch sieht eine "brisante und höchst gefährliche Gefahrensituation" entlang der B 519/B 8. Da eine Fußgängerampel fehlt, flitzen Passanten oft einfach so über die gut frequentierte Bundesstraße. Auf Kreisblatt-Anfrage versicherte der Bürgermeister, in Bad Soden sei der politische Wille vorhanden, die Rad- und Fußweg-Verbindung zu schaffen und finanziell dazu beizutragen. 225 000 Euro sind im Gespräch. Planerisch könnte es auch deswegen schwierig werden, weil viele Flächen auf der westlichen Seite der B 519/B 8 in privater Hand sind. Auf Altenhainer Seite existiert städtischer Besitz. ask

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