Matthias Fay schlendert durch Neuenhains Mitte. Er ist seit September Vorsitzender des Gewerbevereins in Bad Soden.
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Matthias Fay schlendert durch Neuenhains Mitte. Er ist seit September Vorsitzender des Gewerbevereins in Bad Soden.

Gewerbeverein

"In Zeiten der Pandemie fehlt die Lebensqualität"

Matthias Fay ruft dazu auf, die Einzelhändler im Ort zu unterstützen.

Bad Soden -Werbung am Ortseingang oder auch ein Adventssuchspiel für Kinder in lokalen Geschäften: In Zeiten von Corona hat sich der Gewerbeverein Bad Soden kleinere Aktionen einfallen lassen, um die Bürger dazu zu bewegen, im örtlichen Handel einzukaufen. Bereits im vergangenen Jahr war unter dem Motto "Geht net fort, kauft im Ort" dafür geworben worden.

Gleiches gelte auch in Zukunft, betont Vorsitzender Matthias Fay, seit September 2021 der neue Vorsitzende des Gewerbevereins Bad Soden, der damit Thomas Braun ablöste. Die Situation für Gewerbetreibende habe sich mittlerweile "zwar eingependelt", doch Gewerbetreibende seien während der Pandemie unterschiedlich stark betroffen. Gerade Gastronomie und Hotels seien am stärksten betroffen. Die Lage für den Handel bezeichnet er mit der 2 G-Regel als "erträglich". In diesem Zusammenhang kritisiert er auch die alte Bundesregierung, die die Gastronomiebetriebe im Vorjahr mit der Entscheidung, ihr Lokal mit 3 G- oder mit 2 G-Regel zu öffnen, allein gelassen habe.

"Viele Restaurantbesitzer stehen mit dem Rücken zur Wand. Die neue 2 Gplus-Regel macht es jetzt nicht einfacher, die Vorgaben zu erfüllen. Es wäre wirtschaftlich interessanter gewesen, komplett zu schließen, um danach schneller wieder öffnen zu können", betont der 40-Jährige. Eine zusätzliche Hürde, so Fay weiter, sei, dass die Überbrückungshilfe fehle, weil die Betriebe ja geöffnet bleiben dürfen und kritisiert die "Salamitaktik der Regierung". Fay weiter: "Viele Dinge waren während Corona vorhersehbar. Ich verstehe nicht, warum sie nicht gleich gesagt haben, wie es ist, wie die Dinge stehen. Sie sollten uns Gewerbetreibenden zutrauen, mit Infos umzugehen. Mehr Ehrlichkeit wäre wünschenswert gewesen." Die Corona-Regeln würden immer komplizierter. "Einfach mal in der Stadt bummeln, das gibt es so gut wie nicht mehr. Zum Spaß einkaufen oder Eventshopping auch nicht. Die Leute hasten in die Stadt oder in die Läden und arbeiten ihren Einkaufszettel ab."

Neuer Internetauftritt ist in Arbeit

Mit Beginn der Pandemie habe der Verein in Zusammenarbeit mit der Stadt mit "Geh net fort, kauft im Ort" geworben. Und er habe Plakate mit den Worten "Danke, dass ihr zu uns kommt" aufgestellt. Das alles seien kleine Dinge, um an die Gemeinschaft zu appellieren. "Während der Pandemie musste die Stadt die Handbremse anziehen, das ist fehlende Lebensqualität, das soziale Miteinander fehlt." Ein jeder sollte sich daher überlegen, wo und wie er leben möchte, so der Vater einer dreijährigen Tochter. Damit weiterhin Geschäfte fußläufig erreichbar blieben, sollte der Einzelhandel in der Stadt unterstützt werden.

In Zeiten der Pandemie sei die Wertschätzung für das Gewerbe insgesamt aber gestiegen. "Die Menschen haben gemerkt, dass es viele kleine Einzelhändler gibt, die viel machen, um die Stadt lebenswert zu machen." Der Gewerbeverein, der rund 100 Mitgliedsbetriebe zählt, schaffe etwa Arbeitsplätze, bringe Leute in die Stadt und unterstütze Vereine. "Die Ehrenamtlichen des Gewerbevereins wollen sich vernetzen und in der Gemeinschaft engagieren, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen", sagt der Einzelhändler aus Neuenhain.

In dieser Zeit den Vorsitz eines Vereins zu übernehmen sei sehr herausfordernd gewesen, gibt Fay offen zu. "Man hatte völlig neue Erlebnisse. Da ist eine große Motivation für die Arbeit erforderlich." Jetzt würden neue und frische Ideen gesucht, dazu seien auch die Mitglieder bezüglich ihrer Wünsche und Bedürfnisse befragt worden. Nun werde man mit viel Engagement herangehen, um die Entwicklung des Vereins weiter voranzutreiben. Dazu gehöre beispielsweise auch der neue Internetauftritt, der gerade in Arbeit sei. Nun hoffe er darauf, dass die Verantwortlichen in der neuen Regierung alles besser machen. Daher blicke er positiv in die Zukunft, versichert Fay. nay

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