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Klimaneutral durch den Alltag kommen

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Von: Esther Fuchs

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An dieser Ladestation wurde zur Demonstration ein Bobbycar "betankt". Beim Tag der erneuerbaren Energien wurde viel vorgeführt und diskutiert.
An dieser Ladestation wurde zur Demonstration ein Bobbycar "betankt". Beim Tag der erneuerbaren Energien wurde viel vorgeführt und diskutiert. © efx

Beim Informationstreffen werden Möglichkeiten zum Energiesparen aufgezeigt.

Bad Soden -"Einkaufen mit Packtaschen statt Kofferraum. Über 15 Prozent des Verkehrs ist Einkaufsverkehr" lasen aufmerksame Besucher am Sonntagnachmittag auf einem Plakat des ADFC. Anlässlich des "Tags der erneuerbaren Energien" waren Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs zum Bürgerhaus Neuenhain geradelt. Dort veranstaltete am Sonntagnachmittag der kürzlich erst gegründete Verein "Klimabewusstes Bad Soden" seinen ersten großen Informationstreff. Eingeladen war jeder, der sich für klimafreundliche Energien interessiert und möglichst klimaneutral durch den Alltag kommen möchte.

Aufruf zur Verkehrswende

"Es gibt nichts Gutes - außer man tut es", ermunterten die ADFC-ler um Gabriele Wittendorfer. Die Sprecherin des ADFC-Main-Taunus informierte die Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile des Radfahrens und rief zur Verkehrswende auf.

Philip Horster, Vereinschef von Klimabewusstes Bad Soden, war zugegen und mischte sich mit seinen Mitstreitern unter die Menschen. Das Thema sei brandaktuell, betonte Horster. Er sehe gute Chancen für ein Leben mit erneuerbaren Energien. Nicht nur in Bad Soden helfe Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit, um das Thema in den Köpfen weiter voranzubringen.

Das Wetter am vergangenen Sonntag brachte Horster ins Schwärmen. In seiner Ansprache stellte er auf die bereits aktiven Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen in Bad Soden und dem Main-Taunus-Kreis ab, "die gerade Freudensprünge machen und richtig viel Strom produzieren".

In Bad Soden gebe es noch sehr viel Potenzial auf den Dächern für Solar- und Photovoltaikmodule, so der Vereinsvorsitzende, der sich auch für "Energieeffizienzgewinne an Fenstern und Wänden, für den Austausch von fossilen Heizungsanlagen mit erneuerbaren Systemen wie Pellets, für den Umstieg zu E-Mobilität sowie Fahrräder, Carsharing und den ÖPNV gerade im öffentlichen Nahverkehr" einsetzte.

Michael Best informierte am Stand des BUND (Bund Umwelt- und Naturschutz) über Möglichkeiten, Energie einzusparen. Mitgebracht hatte er auch das Kartenspiel der Kelkheimer Schülerfirma "Carducation", das er sehr lobte. Das Schüler-Start-up-Unternehmen weise spielerisch auf die Problematik des Klimawandels hin und zeige Auswege auf.

Umweltfreundliches Auto noch zu teuer

Interessiert näherte sich Norbert Böse dem Stand und ließ sich kurze Zeit später auch bei Nicole Schwinn und Elektromeister Salen Kapetonovic beraten. Die beiden Mitarbeiter von Elektro Technik Degen erklärten, wo man die sogenannten Wallboxen für das künftige Hybrid- oder Elektroauto bekommt und wie sie am heimischen Stromkreislauf angeschlossen werden müssen.

Norbert Böse kam aus Sulzbach zum Tag der erneuerbaren Energien in Neuenhain. Ein neues umweltfreundlicheres Auto könne er sich derzeit noch nicht leisten. "Das steht erst in drei Jahren an", erklärte der Senior, der trotzdem umweltbewusst lebt, Rad fährt und Besitzer dreier Solaranlagen ist. Er habe in eine Fläche auf dem Dach der Sulzbacher Feuerwehr und eine auf dem Dach des Wasserwerks investiert. Zu Hause habe er sein Dach mit Solar bestückt, so Böse.

Experten aus der Region gaben am Sonntagnachmittag Bürgern wie Norbert Böse wertvolle Tipps. Lokale Unternehmen präsentierten ihre Kompetenz zur klimafreundlichen Umgestaltung des Eigenheims. Berater diverser Vereine und Verbände erklärten, wie die Zukunft mit erneuerbaren Energien aussehen kann.

Andreas Wöll von der Landesenergieagentur Hessen sprach zum Thema Solarenergie. Es entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch zwischen allen Anwesenden. Ein Gewinnspiel rundete den Informationstag ab. Hauptpreis: eine Balkonsolaranlage.

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