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Darstellung bildet ab, wie der Feuerwehr-Neubau aussehen soll. Im Vordergrund befindet sich die Königsteiner Straße.

Feuerwehr

So sieht der erste Entwurf für das neue Heim der Bad Sodener Feuerwehr aus

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Das Gerätehaus an der Hunsrückstraße ist marode. Es soll in einigen Jahren an die Königsteiner Straße umziehen. Der Bürgermeister findet die Planungen der Architekten gut. Jetzt sind die Stadtverordneten am Zug.

Sie tüfteln, planen und rechnen seit Jahren. Langsam wird’s konkreter. Architekten, die Fachleute der Stadtverwaltung und Politiker beschäftigen sich zunehmend intensiv mit dem Feuerwehr-Neubau. Das Preisgericht, das 19 Architektenvorentwürfe und Modelle unter die Lupe genommen hatte, tagte vor sechs Monaten. Jetzt stellte der zum Sieger gekürte Preisträger, das Architektenbüro Jöllenbeck & Wolf aus Walldorf (bei Heidelberg), erstmals genauere Planungen für den Neubau vor. An der Sondersitzung im alten Gerätehaus, Hunsrückstraße, nahmen die Stadtverordneten des Bauausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses teil. Zudem waren zahlreiche Feuerwehrleute sowie interessierte Bürger gekommen.

Es handele sich um eine reine Informationsveranstaltung, machte Bürgermeister Frank Blasch (CDU) deutlich. Seit Juni habe die Stadtverwaltung mit den Planern zahlreiche Gespräche geführt. Jetzt liege ein Entwurf des Gebäudekomplexes nebst Ausstattung und Kostenschätzung vor. „Wir können jetzt liefern, was Sie bestellt haben“, sagte Blasch zu den Stadtverordneten. Den Beschluss für den Feuerwehr-Neubau auf dem einstigen Süwag-Gelände hatte das Stadtparlament im Juli 2016 gefasst. Damals erwarb die Stadt das 16 000 Quadratmeter große Areal von der Süwag für 7,5 Millionen Euro.

Den Lärmschutz im Auge

Der Entwurf der Preisträger habe gepunktet, begründete Blasch, „weil er so kompakt ist“ und da das Kriterien wie Funktionalität und Lärmschutz optimal gelöst habe. Der gesamte Komplex sei städtebaulich ansprechend und behalte die Wirtschaftlichkeit im Auge.

Architekt Michael Jöllenbeck schilderte, wie schwierig es war, alle Anforderungen zu erfüllen. Zusätzlich zur Feuerwache sollen Wohnungen entstehen und eine Fläche für das Dienstleistungsgebäude. Der Lärmschutz spiele eine wichtige Rolle, ein Multifunktionsraum für 200 Leute sei zu integrieren.

Architekt Michael Jöllenbeck (rechts) besuchte im Sommer die Preisvergabe. Bei der Präsentation vorgestern war auch sein Kollege Armin Wolf dabei.

Damit es nicht zu laut wird, wurden Alarmanlage und Alarmausfahrt zu ebener Erde getrennt. Der Alarm befindet sich auf der Seite zum Bahndamm hin. Die Alarmausfahrt liegt direkt an der Königsteiner Straße. Wer erst im zweiten Schub rausfahren muss, findet seine Parkplätze am Bahndamm.

Die Feuerwehrleute fragen sich: Wie komme ich an mein Fahrzeug? Wie kommt mein Fahrzeug raus? Das haben die Architekten mit einem „Durchstich“ gelöst: Vom Übungshof durch die Fahrzeughalle direkt nach draußen. Für den Bereich Wohnen wird der Hof geteilt. Rechts zum Ende des Grundstücks hin sollen 10 Wohnungen gebaut werden. Sie sind für ehrenamtliche Feuerwehrleute vorgesehen. An das bestehende Wohngebiet auf der linken Seite des Geländes schließt sich das dreigeschossige Verwaltungsgebäude mit dem offiziellen Eingang an. Somit wird Lärmbelästigung durch ein- oder ausfahrende Fahrzeuge dort vermieden. „Wirtschaftlich ist nur, was klein ist“, betonte Architekt Armin Wolf. Sie hätten alle Funktionen durchgearbeitet und versucht, das Projekt entsprechend der städtebaulichen Bedingungen „von innen nach außen zu entwickeln“.

„Das größte Projekt“

Anschließend fragten die Ausschussmitglieder, ob etwa die Wohnungen, die mit 2 Millionen Euro Baukosten sehr teuer seien, nicht auf das Gebäude aufgestockt werden könnten. So sei Fläche zu gewinnen. Um Wohnungen auf die Fahrzeughallen zu packen, müssten andere Voraussetzungen geschaffen werden, das Tragwerk sei nicht dafür vorgesehen, entgegneten die Fachleute. Der Multifunktionsraum, der über die gesamte Breite des Obergeschosses geplant ist, könne für Veranstaltungen in Teilen abgetrennt werden, erklärten die Architekten. Wie viel eigentliche Nutzfläche neben der Feuerwache etwa für Gewerbe bliebe, Areal, das die Stadt ja dann veräußern könne? Neben rund 700 Quadratmetern für den Wohnungsbau, wurde geschätzt, bleibe eine Restfläche von rund 4000 Quadratmetern.

Weitere Fragen stellten sich zur Finanzierung. Mit drei Jahren Planung und zwei Jahren Bauphase, ziehe sich der gesamte Prozess über fünf Jahre hin, merkte HFA-Vorsitzender Felix Fischer (CDU) an. „Wie läuft das mit den Zahlungen“? Dazu gebe es noch keine Entscheidungen, antwortete Bürgermeister Blasch. Nur so viel – bis 2023 müssten die Beträge im Haushalt eingestellt werden. „Das ist das größte Projekt in der Stadt heute und für die Zukunft“, hob Blasch hervor, das könne man nicht mit einem Fingerschnippen beschließen: „Wir haben Zeit für weitere Beratungen“. Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer betonte, dass das, was vorliege, eine optimale Lösung sei: „Für heute und für die Zukunft“. Das Projekt wird Anfang 2019 in den Ausschüssen beraten.

So schlüsseln sich die Kosten auf

Die Stadt Bad Soden und der Magistrat haben für den geplanten Neubau der Feuerwache an der Königsteiner Straße eine Kostenschätzung vorgelegt und die Ausgaben aufgeschlüsselt. Die Kosten setzen sich in etwa wie folgt zusammen:Die Baukosten für die Feuerwache einschließlich Außenanlagen betragen 19,6 Millionen Euro. Darin enthalten ist ein Puffer von 30 Prozent für nicht kalkulierbare Baunebenkosten.

Der Bau der 10 Wohnungen für ehrenamtliche Feuerwehrleute kostet 2,13 Millionen Euro (einschließlich eines Sicherheitsaufschlages in Höhe von 30 Prozent). W Für das Gesamtpaket Feuerwache ergeben sich rund 21,8 Millionen Euro (einschließlich 30 Prozent Sicherheitsaufschlag).

Die Stadt hat eine finanzielle Förderung des Landes Hessen in Höhe von 624 000 Euro erhalten. Eine Förderung aus Mitteln des Main-Taunus-Kreises steht nach Angaben des Sodener Bürgermeisters Frank Blasch (CDU) noch aus. Der Bürgermeister weist darauf ausdrücklich hin, dass die Feuerwehr eine klassische kommunale Aufgabe sei

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