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Ein gelber Kranwagen hat ein großes Loch in die Wand dieses Hauses gerissen. Das Gebäude befindet sich im Abschnitt der Königsteiner Straße zwischen der Paul-Reiss-Straße und der Parkstraße. Feuerwehrleute sicherten gestern den Unfallort ab.

Unfall

Kranwagen kracht in Hauswand - drei Menschen verletzen sich

Ein Schwerlaster ist gestern von der Königsteiner Straße abgekommen. Er rammte mehrere Autos und ein Gebäude. Die Ursache ist noch unklar.

Es gibt einen lauten Knall, das Haus wackelt: Olga Tishurova erschreckt sich, steht von ihrem Arbeitsplatz auf und öffnet die Zimmertür. Staub und Dreck kommen ihr entgegen: Es ist ein Kranwagen in eine Wand des Gebäudes gefahren, in dem sich ihr Büro befindet. Ihre Kollegin, die in dem zerstörten Zimmer ihr Büro hatte, habe erzählt, dass sie sich in letzter Sekunde retten konnte. Sie habe gerade telefoniert, als sie das schwere Gefährt auf sich zu kommen sah, und ist von der Wand weggesprungen. Für den Fahrer des Kranwagens und zwei weitere Personen ging das Unglück nicht so glimpflich aus. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht, zwei davon sind laut Polizei schwer verletzt.

Ein gut zwei Meter großes Loch hat der Kranwagen in die Hauswand gerissen. Ziegelsteine sind hinab- und aus dem Haus hinausgebröckelt, Fensterrahmen hängen nur noch lose am Mauerrest. Zäune, Mülltonnen und Blech liegen verbogen auf dem Grundstück davor. Das Fahrerhäuschen des Kranwagens ist stark beschädigt. Offenbar hatte der 48-Jährige gegen 14 Uhr am Montag die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, wie die Polizei mitteilt. Der Wagen streifte drei geparkte Autos, riss ein mehrere Meter langes Tor aus der Verankerung, rammte zwei fahrende Pkw, überfuhr Grundstückszäune und fuhr in das Bürogebäude.

Zur genauen Ursache konnte Alexander Zengeler, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden, noch nichts sagen, auch nicht, ob der Sturm Einfluss hatte. Er ging am Montagabend noch davon aus, dass die Königsteiner Straße bis in die Nacht gesperrt bleiben muss. „Inzwischen sind das Technische Hilfswerk und ein Abschleppunternehmen vor Ort, um den Kranwagen zu bergen.“ Dabei werde eine Hauswand abgestützt. Auch ein Statiker war laut Polizei an dem Unglücksort. Ob das Haus bald wieder betreten werden kann, konnte Zengeler noch nichts sagen.

Der Schaden lag insgesamt nach ersten Schätzungen laut Polizei etwa bei einer Million Euro. Im Einsatz waren etwa 40 Feuerwehrleute und knapp 30 Kräfte vom Rettungsdienst, wie Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer berichtet. In dem Gebäude gibt es nur Büros, es war nicht bewohnt. Auch aus Sulzbach war Verstärkung nach Bad Soden gekommen.

von KATRIN WALTER

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