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Künstlerische Überraschung inbegriffen

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Von: Brigitte Kramer

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Malerin Antje Hottowitz und Fotograf Dick Byer sind für die Ausstellung "Schwarz-Weiß trifft Farbe 22" eine spannende Symbiose eingegangen.
Malerin Antje Hottowitz und Fotograf Dick Byer sind für die Ausstellung "Schwarz-Weiß trifft Farbe 22" eine spannende Symbiose eingegangen. © Kramer

Spannende Symbiose: Antje Hottowitz und Dick Byer präsentieren gemeinsame Arbeiten im Kunstkabinett.

Bad Soden -Es ist ein spannendes Experiment. Wenn sich ein Fotograf und eine Malerin in einer Symbiose begegnen, verspricht das eine künstlerische Überraschung. Der gebürtige Amerikaner Dick Byer und die Bad Sodenerin Antje Hottowitz haben dieses Experiment gewagt. Über Jahrzehnte ist Dick Byer mit der Kamera unterwegs gewesen, hat in aller Welt interessante Situationen und seltene Objekte mit der Linse erfasst. Ausschließlich in Schwarz-Weiß. Antje Hottowitz hingegen hat den Pinsel geschwungen und farbige, atmosphärische Aquarell- sowie experimentelle Acrylarbeiten geschaffen. Eindrücke von ihren Reisen hat sie verarbeitet sowie mit Farben und unterschiedlichsten Motiven gespielt.

In der Ausstellung "Schwarz-Weiß trifft Farbe 22", die am Wochenende im Kunstkabinett im Badehaus im Alten Kurpark eröffnet wurde, präsentieren die beiden Künstler ihre Werke - unter einem interessanten Aspekt. Dick Byer stellt eine Reihe seiner Schwarz-Weiß-Fotografien aus, deren Motive Antje Hottowitz mit Farbe und reichlich Fantasie umgesetzt hat.

Ins Auge sticht die Trilogie "Pont Royal Paris". Intensive Blautöne hat die Künstlerin mit ihrer Maltechnik dem Schwarz-Weiß-Foto gegeben, hat mit Acrylfarben auf Leinwand gearbeitet. Die Brückenbögen hat sie nur angedeutet, in strahlendem Weiß über die Seine gezogen. Und um den Straßenlaternen den gleichen Glanz wie auf dem Originalfoto zu verleihen, verrät Hottowitz, habe sie zur Goldpapier-Verpackung von Ferrero Küsschen gegriffen. Die verstreut, glitzernden Teilchen auf ihrem Werk, die ihm zusätzlich Struktur geben, stammen aus dem Abfall der Firma Höchst: "Es sind Metallspäne."

Hervorragende Umsetzung

Dick Byers Fotografien, wie die Feiernden "Am Ufer der Seine um Mitternacht" oder die "Bibliothek Alexandria" sind interessant und besonders wertvoll, weil sie eine Atmosphäre wiedergeben und ein Objekt ablichten, die beide so nicht mehr existieren. Bei beiden Präsentationen ist Antje Hottowitz eine hervorragende Umsetzung gelungen. Die klare Architektur der Bibliothek überträgt sie in strenge farbige Flächen und die Tanzenden an der Seine haben sichtlich Freude zu mitternächtlicher Stunde.

Dass diese beiden Künstler ihre Werke jetzt im Kunstkabinett gemeinsam zur Schau stellen, ist kein Zufall. Vor genau zehn Jahren haben die Malerin und der Fotograf schon einmal im Kunstkabinett ausgestellt. Aber jeder für sich in einem der beiden Räume, die außerhalb der Schulferien von der Volkshochschule als Unterrichtsräume genutzt werden. Damals habe die Stadt die Schulungsräume mit Galerieschienen und entsprechender Beleuchtung ausgestattet und in Ausstellungsräume umgewandelt, erinnerte Stadträtin Renate Richter. Vier bis fünf kleinere Ausstellungen im Jahr fänden im Kunstkabinett statt. Vorwiegend von regionalen Künstlern.

Wie Antje Hottowitz ist auch Dick Byer seit Jahren Mitglied der Sodener Kunstwerkstatt. 1945 in Washington geboren, hat Byer viele Jahre in den USA und Deutschland als Wissenschaftler gearbeitet und sich 1991 in Bad Soden niedergelassen. Er bezeichnet sich als autodidaktischer Fotograf, liegt seit 60 Jahren mit der Kamera auf der Lauer. In der Stadt ist Byer in mehreren Vereinen aktiv und hat bei zahlreichen Ausstellungen seine Arbeiten präsentiert. "Kunst war immer wichtig in meinem Leben, besonders Fotografie, Skulptur, Töpferei und die Natur", verrät Dick Byer.

Antje Hottowitz, 1941 in Aussig an der Elbe (heute Tschechien) geboren, lebt seit 1978 in Bad Soden. Nach langen intensiven Berufsjahren in führenden Positionen im In- und Ausland, begann sie zunächst mit der Aquarell-Technik. Ab 1994 interessierte sich Hottowitz mehr für experimentelle Acrylmalerei. Sie besuchte Meisterkurse in Trier, am "Städel" in Frankfurt, Malwochen in der Toskana und verschiedene Workshops. Die Schwerpunkte ihres künstlerischen Schaffens, betont Antje Hottowitz, bestünden aus der Acrylmalerei sowie der Bildhauerei in Marmor und Travertin.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung "Schwarz-Weiß trifft Farbe 22" ist bis Sonntag, 24. April, im Kunstkabinett im Badehaus (Königsteiner Straße 86), Alter Kurpark, zu sehen. Geöffnet ist mittwochs, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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