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Um seine Verkaufsfläche zu vergrößern, will Lidl das angrenzende Grundstück entlang der Sulzbacher Straße zum Kreisel hin von einem privaten Eigentümer zu erwerben. Das Haus soll stehen bleiben, doch die Lagergebäude würden abgerissen.

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Lidl-Markt möchte erweitern

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Der Lidl-Markt an der Königsteiner Straße will vergrößern. Das hat Auswirkungen auf die Verkehrsführung und den Schulweg der Theodor-Heuss-Schüler. Wie man dies optimal lösen kann, steht in der kommunalpolitischen Diskussion.

Der Lidl-Markt an der Königsteiner Straße will seine Verkaufsfläche von 1000 auf 1250 Quadratmeter vergrößern sowie 17 zusätzliche Parkplätze anlegen. Das Warensortiment allerdings soll nicht erweitert werden. Eine entsprechende Anfrage hat der Supermarkt an die Stadt Bad Soden gestellt, die in der jüngsten Sondersitzung der beiden Ausschüsse Jugend, Kultur, Sport und Soziales sowie des Haupt- und Finanzausschusses kontrovers diskutiert wurde. Denn es sind mehrere Punkte, die bei dem Vorhaben eine Rolle spielen.

Um sein Areal zu vergrößern, plant Lidl das angrenzende Grundstück entlang der Sulzbacher Straße zum Kreisel hin, das zurzeit mit Lagerhallen und einem frei stehenden Haus bebaut ist, von einem privaten Eigentümer zu erwerben. Das Haus soll stehen bleiben, doch die Lagergebäude würden abgerissen, um die Fläche für Stellplätze nutzbar zu machen.

Anhand einer Präsentation erläuterte Stadtplaner Michael Henninger die aktuelle Situation. Genau zwischen dem zurzeit brachliegenden Grundstück und den aktuellen Lidl-Parkplätzen läuft der Schulweg für die Kinder von der Königsteiner zur Sulzbacher Straße und weiter zur Theodor-Heuss-Schule. Die Wegeverbindung gehört der Stadt. Für die Kinder würde die neue Lösung bedeuten, dass sie auf ihrem Schulweg quer über den Parkplatz laufen müssten. Auf der Suche nach einer Alternative schlägt die Stadtverwaltung vor, die Schulkinder an der Einmündung Gartenstraße mit einer Bedarfsampel über die Königsteiner Straße zu führen, weiter entlang des ehemaligen Süwag-Geländes über den Sulzbach, am Bahndamm entlang und mit einer weiteren Ampel über die Sulzbacher Straße zur Schule zu leiten. Das gebe mehr Sicherheit, argumentiert die Verwaltung.

Diese Lösung, einen Fußgänger- und Radweg entlang des Bahndamms von Sulzbach bis Bad Soden zu führen, sei ohnehin angedacht. Und die

Renaturierung

des Sulzbachs auf dem ehemaligen Süwag-Gelände werde bis Juli/August fertiggestellt, informierte Henninger. Lidl habe sich bereit erklärt, alle Kosten zu übernehmen, die mit der Änderung des Schulweges verbunden seien, fügte Henninger an. Außerdem beabsichtige Lidl die Wegeverbindung (also den bisherigen Schulweg) von der Stadt für rund 53 000 Euro zu erwerben. Die Stadt allerdings will sich ein Wegerecht zwischen dem frei stehenden Haus und dem geplanten Lidl-Parkplatzgelände sichern.

Von der Sicherheit des alternativen Schulwegs waren bei weitem nicht alle Ausschussmitglieder überzeugt. In der dunklen Jahreszeit, meinte Isabell Reuter (Grüne), würde sie niemandem zumuten neben dem noch unbebauten Süwag-Gelände entlangzugehen. „Das ist ein potenzielles Risiko.“

Eine neue Idee brachte Angelika Haizo (FDP) in die Debatte. Mit dem Bau einer Brücke über den Sulzbach könnte man „drei Fliegen mit einer Klappe schlagen“: Wegsicherheit für Fußgänger und Radfahrer und vor allem für die Schulkinder gewinnen.

Heiner Kappel (BSB) warb für eine Ortsbegehung mit „kundiger Verwaltung“. Und Ralph Basedow (CDU) outete sich als Kämpfer für die Innenverdichtung. „Die Stadt erhält 53 000 Euro und mehr Parkplätze“, argumentierte er. „Warum nicht Wohnbebauung an diesem Standort, wo die Menschen mitten in der Stadt alles zu Fuß erreichen könnten.“

Das Lidl-Vorhaben wird die Stadtverordneten noch eine Weile beschäftigen. Die Grünen meldeten Beratungsbedarf an, so wurde die Vorlage in die nächste Ausschussrunde geschoben.

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