+

Staatsanwaltschaft

Missbrauchsverdacht: Gegen früheren Erzieher in katholischer Kita kommt es nicht zur Anklage

Ob es in einer Kita in Neuenhain sexuellen Missbrauch gegeben hat, bleibt ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt.

Im vergangenen Mai hatte es große Aufregung in der katholischen Kindertagesstätte Maria Hilf gegeben. Im Raum stand der Verdacht, dass sich ein Erzieher, der über eine Leiharbeitsfirma vermittelt worden war, des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben könnte. Die Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung beendete mit sofortiger Wirkung das Arbeitsverhältnis und erteilte dem betreffenden Mann Hausverbot. Die Eltern wurden unterrichtet, alle Betroffenen erhielten Hilfsangebote vom Bistum Limburg. Dieses brachte als übergeordnete Stelle den Fall auch zur Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die daraufhin Ermittlungen gegen den Erzieher aufgenommen hatte, teilte jetzt auf Anfrage allerdings mit, dass das Verfahren eingestellt werden musste. Eine entsprechende Verfügung sei bereits erfolgt, so Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Der Grund: „Ein hinreichender Tatverdacht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern konnte letztlich nicht erbracht werden.“

Die mutmaßlich geschädigten Kinder sind gerade einmal zwei oder drei Jahre alt. Bei ihrer richterlichen Vernehmung, die in Anwesenheit einer aussagepsychologischen Sachverständigen durchgeführt worden sei, so Niesen, hätten sie keine Angaben gemacht. Somit sei „eine Begutachtung über die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben nicht möglich“ gewesen. Die Beweislage habe daher keine andere Möglichkeit gelassen als die Verfahrenseinstellung.

Auch für Pfarrer Alexander Brückmann ist das eine Neuigkeit. Die Einstellung nennt er „eine der möglichen Varianten, mit denen zu rechnen war“. Die Frage, ob überhaupt etwas vorgefallen ist und wenn ja, was, bleibt offen. Da der Erzieher, gegen den sich der Verdacht richtete, kein Angestellter der Pfarrei gewesen sei, ändere die Einstellung des Ermittlungsverfahrens im Blick auf das fristlos beendete Arbeitsverhältnis nichts. Staatliche und kirchliche Stellen hätten der Pfarrei als Trägerin der Kita im Nachhinein bestätigt, völlig richtig gehandelt zu haben. „Dazu sind wir auch nach den kirchlichen Bestimmungen verpflichtet“, unterstreicht Pfarrer Brückmann.

(babs)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare