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An der Königsteiner Straße/Hubertushöhe steht diese Ampelanlage, die Hessen Mobil als erstes austauschen und erneuern will.

Akustische Signale

Neuenhain bekommt tickende Ampeln als Unterstützung für Sehbehinderte

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Entlang der Königsteiner Straße tauchen demnächst Bauarbeiter auf. Sie bauen die jetzigen Ampeln ab und stellen neue Anlagen auf. Anfang dieses Monats soll’s losgehen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis März 2019.

Bei den Neuenhainern tickt’s bald richtig – und das wird dann in etwa so klingen: Einige Sekunden geben die Fußgänger-Ampeln ein Signal ab, das sehbehinderten und blinden Menschen verrät, wo sie die Königsteiner Straße überqueren können. Dazu ticken die Anlagen langsam. Schaltet eine Ampel auf Grün, ändert sich das Signal: Es wird deutlich schneller. Wer wartet, weiß: Ich kann jetzt losgehen.

Damit Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen, sicher über die Königsteiner Straße kommen, benötigen sie solche intelligenten Ampeln, die nicht nur sichtbar auf Grün, Gelb und Rot programmiert sind, sondern auch Töne von sich geben. Im Sodener Stadtteil Neuenhain macht sich Hessen Mobil nun an die Arbeit, um vier große Kreuzungen rundherum mit modernen Ampeln auszustatten und die alten Anlagen abzubauen. „Die Arbeiten beginnen Anfang Oktober 2018 und dauern voraussichtlich bis März 2019“, teilt Hessen-Mobil-Sprecher Stefan Hodes mit. Hessen Mobil ist die Straßen- und Verkehrsbehörde des Landes. Sie ist zuständig, weil die Königsteiner Straße eine Landesstraße ist (L 3266). Der Zeitplan sieht so aus:

  Am Knotenpunkt Königsteiner Straße /Hubertushöhe geht es los.

  Anschließend folgt die Kreuzung Königsteiner Straße/Hauptstraße/„Am Waldfeld“.

  Weiter geht es an der Königsteiner Straße/Altenhainer Straße /Schulstraße/Taunusstraße.

  Zum Schluss kommt der Knotenpunkt Königsteiner Straße/Hauptstraße/Drei-Linden-Straße an die Reihe.

„Die Kosten der Erneuerung belaufen sich auf circa 450 000 Euro“, informiert Stefan Hodes auf Kreisblatt-Anfrage und nach Rücksprache mit den Hessen-Mobil-Fachleute. Bei den neuen Ampeln in Neuenhain stehe zwar der Ausbau der Barrierefreiheit im Vordergrund. Aber auch andere Überlegungen spielen hinein. Hodes: „Die Wartungen und der Betrieb von alten Anlagen werden immer aufwendiger, da vermehrt Bauteile kaputt gehen und ersetzt werden müssen.“ Darüber hinaus, so die Hessen-Mobil-Experten, laufen viele alte Anlagen mit Signalgebern, die noch mit sogenannter Hochvolttechnik („Glühbirne“) betrieben werden und „somit Unmengen an Strom“ verbrauchen. Sie sollen nach und nach in LED-Technik umgerüstet werden. Die tickenden Ampeln, die Neuenhain bekommt, entsprechen „dem aktuellem Stand der Technik“ und erkennen auch, wie viel Verkehr herrscht, versichert die Wiesbadener Behörde.

Die Anlagen erfassen die Fahrzeuge und rechnen danach automatisch aus, wie sie schalten müssen, damit der Verkehr optimal fließt. Dazu setzt Hessen Mobil Induktionsschleifen, die im Boden eingelassen sind, ein und Videokameras.

Die neuen Ampeln an der Landesstraße 3367 zwischen Schwalbach und Neuenhain sind bereits installiert, waren vorige Woche aber noch nicht in Betrieb. Dort geht es um zwei Kreuzungen: L 3367/L 3015 (das ist die Straße Richtung Schwalbacher Wald) und L 3367/Kronberger Straße (der Abzweig zum Krankenhaus).

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