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Ohne eine Familie ist es doof

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Von: Brigitte Kramer

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Kinder singen zum Auftakt der Familien-Aktion, die im Sodener Familienzentrum vorgestellt wurde.
Kinder singen zum Auftakt der Familien-Aktion, die im Sodener Familienzentrum vorgestellt wurde. © Christian Weise

Natürlich war es nicht zufällig gewählt, dass Ulrike Scherf zur Vorstellung des Familien-Projektes der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) von Darmstadt in die neu erbauten Räume des

Natürlich war es nicht zufällig gewählt, dass Ulrike Scherf zur Vorstellung des Familien-Projektes der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) von Darmstadt in die neu erbauten Räume des Sodener evangelischen Familienzentrums in die Händelstraße kam. Seit sich das Sodener Zentrum mit Koordinatorin Martina Aleweld an der Spitze im Jahr 2008 gegründet hat, ist hier eine Vorzeige-Einrichtung für Familien entstanden.

994 763 Briefe

„Familie ist für die evangelische Kirche zentral“, betonte die stellvertretende Kirchenpräsidentin. Deshalb habe man sie mit dem Titel „Nicht allein – jede Familie ist anders“ bewusst zum Mittelpunkt einer speziellen Aktion gemacht und das Frühjahr ausgewählt, wenn das Thema Familie mit Feiern wie Konfirmationen, Taufen, Muttertag und Hochzeiten emotional besonders besetzt sei. Fast eine Million rot-weiße Briefe in einer Impulspostaktion hat die EKHN an 994 763 evangelische Haushalte verschickt. Rund 500 Gemeinden nehmen an der Aktion teil. Ende April werde eine Evaluation durch das Institut EMNID erfolgen, berichtete Birgit Arndt, Geschäftsführerin des evangelischen Medienhauses. Die EKHN stellt für das Projekt 700 000 Euro bereit.

Ella findet’s kompliziert

Der pfiffig aufgemachte „Impulsbrief“ enthält Fragen und Anregungen, spricht Konflikte und Zusammenhalt in Familienbanden an. Die kleine Ella bringt das moderne Lebensumfeld zwischen Patchwork-Familie und alleinerziehenden Eltern in einem Video auf den Punkt: „Das ist schon ziemlich kompliziert – aber allein ist auch doof.“ Wie bunt sich das Zusammenleben von Vater, Mutter, Kind, gleichgeschlechtlichen oder kinderlosen Paaren, Alleinerziehenden oder Mehrgenerationen-Haushalten heute gestaltet, dafür stand das bunte Programm des Vormittags. Mit flotten Tischdecken, speziellen Bierdeckeln und farbenfrohen Servietten waren die Tische fürs Frühstück aufgedeckt. Liedermacher Clemens Bittlinger hatte eigens für den Auftakt der Aktion das Lied „Wir sind eine Familie, wir sind eine bunte Schar“ komponiert, das 30 Kinder aus den Sodener evangelischen Kitas aus voller Kehle trällerten. Nicht die äußere Form des Zusammenlebens sei aus evangelischer Sicht entscheidend, hob Ulrike Scherf hervor, sondern wie die Beziehung gefüllt sei. Jeder Mensch brauche eine verlässliche Gemeinschaft, die ihn trage und fördere.

Schnelle Hilfe

Ständig hinzuhören, was Familien heute brauchen, unterstrich Martina Aleweld, dazu fordere das Bad Sodener Familienzentrum auf. Unter dem Motto „Kurze Wege – schnelle Hilfe“ hätten sich Kooperationspartner wie Grundschulen, evangelische Familienbildung, Frühförderstelle der Erziehungsberatung, Jugend-Café, die Stadt sowie eine psychologische Praxis für Kinder zusammengetan. Ein Winterspielplatz für Ein- bis Sechsjährige sei vom Herbst bis Frühjahr im Gemeindehaus organisiert worden, wo auch Eltern sich treffen können. Aus Gesprächen mit Eltern wiederum sei die Notwendigkeit für eine Logopädie-Beratung entstanden. Auch gebe es Angebote für wöchentliche Seniorentreffs. Ein Storchencafé für werdende Eltern und ein Familien-Café mit Kindern bis zu zwei Jahren habe sich etabliert.

Pfarrer Dr. Achim Reis setzte ein besonderes Augenmerk darauf, wie sich mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Betreuung der Kinder entwickelt habe. Als er 1997 als Pfarrer in Bad Soden begann, habe die evangelische Gemeinde 70 Kinder betreut. Heute stünden in zwei Kita-Einrichtungen und dem neu gebauten Vorkindergarten 260 Plätze zur Verfügung.

(kra)

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