Neuenhain Schwalbacher Stra§e
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Neuenhain Schwalbacher Stra§e

Anschlüsse sind falsch gebaut

An der Schwalbacher Straße läuft einiges schief

  • VonManfred Becht
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Die Arbeiten in der Schwalbacher Straße verzögern sich. Und die Radfahrer sollen sich dauerhaft auf eine Umwegfahrt einstellen.

Schon im Mai war von einer Verzögerung um zwei Wochen die Rede gewesen, hervorgerufen von der Frostperiode im Januar. Das war etwas überraschend, denn wer eine Straßenbaumaßnahme professionell plant, muss eigentlich davon ausgehen, dass es im Winter kalt wird. Dass man bei Frost im Tiefbau nicht viel machen kann, ist ebenfalls bekannt.

Jetzt ist der Winter lange vorbei, aber die Verspätung ist erheblich angewachsen. Mit sieben Wochen Verzögerung müsse man rechnen, berichtete Erster Stadtrat Karl Thumser vor der Stadtverordnetenversammlung. Gerüchten, die Baustelle sei komplett eingestellt worden, widersprach Thumser. Aber die Neuenhainer haben gemerkt, dass da etwas nicht stimmt.

Anfänglich zufrieden

Gegenüber dem Kreisblatt erläuterte Thumser, was dahinter steckt. Die Baufirma habe weitere Aufträge angenommen und den Bautrupp, der in Neuenhain angefangen hatte, deswegen auf eine Baustelle nach Bonn geschickt. Anfänglich seien die Neuenhainer mit dem Lauf der Dinge sehr zufrieden gewesen, sogar zum Essen eingeladen habe man die Bauhandwerker. Deren Nachfolger aber sind nicht ganz so zügig unterwegs, und dann seien auch noch Anschlüsse falsch gebaut worden, das muss noch einmal geändert werden.

„Es ist nicht abzusehen, ob das wieder aufgeholt werden kann“, so Thumser im Parlament. Denn ein Abschnitt muss auf den anderen folgen; es ist nicht möglich, an mehreren Stellen gleichzeitig loszulegen. Eventuell könne man später, wenn in einem Abschnitt nur ein neuer Asphaltbelag aufgezogen werden muss, ein paar Tage gut machen, so Thumser. Allerdings weiß man, dass gerade im Tiefbau an anderer Stelle auch noch neue Probleme auftauchen können, die die Situation verschlimmern können.

Beschleunigend wirkt sich auf den weiteren Fortgang der Arbeiten sicher aus, dass auf den zeitweise geplanten Fahrradschutzstreifen entlang der Schwalbacher Straße verzichtet werden soll. Dies hat die Stadtverordnetenversammlung nach intensiver Diskussion mit der Mehrheit der Koalition und der FDP gegen die Stimmen von Grünen, BSB und AfD beschlossen. Statt dessen soll der Weg, der den Sodener Waldweg mit der Landesstraße am Waldrand entlang verbindet, asphaltiert und leuchtet werden.

Die Mehrheit begründet dies damit, dass die Verbreiterung der Schwalbacher Straße, die für einen Radfahrerschutzstreifen notwendig wäre, zwischen 350 000 und 400 000 Euro kosten würde, unter anderem weil es notwendig wäre, eine neue Friedhofsmauer zu bauen. Außerdem würden eine Reihe von Parkplätzen wegfallen. Es sei verständlich, dass die Anwohner sich dagegen wehren, dass Parkplätze wegfallen, so CDU-Mann Marcus Mann. Dazu kommt noch, dass die Landesstraßenbehörde Hessen mobil es ablehnt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde zu verringern.

Nur eine Notlösung?

„Was wir jetzt beschließen, ist eine Notlösung“, schimpfte die FDP-Stadtverordnete Bettina Stark-Watzinger. Die Grünen konkretisierten dies. Die Radfahrer müssten einen Umweg fahren, der auch noch steiler sei, hieß es. Die meisten Kinder und Jugendliche würden die jetzt beschlossene Strecke nicht nutzen. Die SPD appellierte an Eltern und Schüler, die Strecke über den Sodener Waldweg zu nutzen. Allerdings liegt auf der Hand, dass Schüler auf dem Weg zur Schule es eilig haben und keine Umwege fahren. Sie werden sich auch kaum von dem Argument der FDP überzeugen lassen, dass die Schulwegepläne ebenfalls Umwege beinhalten. Die AFD fürchtet sogar, dass der jetzt beschlossene Weg zu Unfällen und anderen Problemen führen wird.

Für die Grünen ließ Annelie Koschella auch Zweifel daran durchblicken, dass Hessen Mobil sich so strikt weigert, eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern zuzulassen. Aus den Unterlagen der Behörde gehe das nicht hervor. Der Magistrat will in diesem Punkt nachliefern – dass der jetzige Beschluss noch einmal in Frage gestellt wird, erscheint trotzdem eher unwahrscheinlich.

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