Die Polizei zeigt sich besorgt. In Bad Soden nimmt die Kriminalität zu. (Symbolbild)

 Polizei besorgt

Kriminalität: Die Gewalt in Bad Soden nimmt zu

Einige brutale Übergriffe im Umkreis des Bahnhofs haben in den vergangenen Monaten Schlagzeilen gemacht. Sie sind in der Statistik für 2018 nicht enthalten, sofern sie die Zeit seit Januar betreffen. Dramatisierung ist unangebracht. Aber die Stadt handelt.

Bad Soden - Bad Soden ist Mittelmaß, wenn man den Blick auf die Sicherheit richtet und wenn man die Sicherheit in Form der Kriminalstatistik messen möchte. Die kürzlich offiziell von der Polizei vorgestellten Zahlen besagen, dass Bad Soden 2018 auf eine Häufigkeitsziffer von 4179 kommt. Das heißt: Auf 100 000 Einwohner umgerechnet kommen 4179 Straftaten. Unter den zwölf Kommunen des Main-Taunus-Kreises nimmt Bad Soden damit den fünften Platz ein. Vier Orte sind sicherer – statistisch gesehen. Aber beim Vergleich kommt es immer auf den Bezug an: Für das Land Hessen wurde eine Häufigkeitszahl von 5971 errechnet. Im Vergleich zu dieser Zahl steht Bad Soden ordentlich da.

Kriminalität in Bad Soden: Frau sticht auf Mann ein

Ohnehin ist bei Statistiken Vorsicht geboten. Beispielsweise wurden für das Jahr 2017 acht Straftaten gegen das Leben angegeben, ohne dass Bad Soden – zugespitzt formuliert – kreisweit die Hauptstadt von Mord und Totschlag war. Vor zwei Jahren war jene Hebamme im Krankenhaus in die Kriminalitätsstatistik eingegangen, die Schwangeren blutverdünnende Mittel in lebensgefährlichen Dosen verabreicht hatte. Die Frau wurde inzwischen wegen mehrfachen versuchten Mordes zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

In der Bad Sodener Statistik für 2018 stehen zwei Tötungsdelikte: Einer stammt schon vom Jahresende 2017, als ein Mann bei einer Polizeikontrolle auf einen Polizisten zufuhr. Es kam zum Schusswaffengebrauch, ohne dass jemand verletzt wurde. 2018 stach eine Frau ihrem Lebensgefährten in Herznähe in den Oberkörper – es könnte Notwehr gewesen sein, aber das wurde noch nicht verhandelt. Der Mann überlebte.

Konzept ist in Arbeit

Insgesamt wurden 2018 in Bad Soden 943 Straftaten registriert. Das waren gerade einmal fünf Fälle mehr als 2017. Die Aufklärungsquote hat sich minimal um 0,8 Prozentpunkte auf 55,1 Prozent verschlechtert. Das ist im Vergleich kein guter Wert. Nur zwei MTK-Kommunen vermerken eine schlechtere Quote. Für den Kreis insgesamt beträgt sie 59,7 Prozent.

Die häufigste registrierte Straftat war auch in Bad Soden, wie in den meisten anderen Kommunen, mit 106 Fällen die Sachbeschädigung, allerdings waren das neun Fälle weniger als 2017. Auf den zweiten Platz hat mit 94 Fällen die leichte Körperverletzung den Diebstahl in und aus Kraftfahrzeugen (73 Fälle) abgelöst. Der Polizei macht diese Entwicklung Sorge: Sie fürchtet, dass die Körperverletzung in absehbarer Zeit das häufigste Delikt wird. Alleine in Bad Soden ist die Zahl in einem Jahr von 63 auf 94 Fälle angestiegen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass auch die schwere Körperverletzung binnen Jahresfrist von 33 auf 44 Fälle zugenommen hat. Auf den weiteren Plätzen der zehn häufigsten Straftaten in Bad Soden folgen der Diebstahl aus Dienst- und Büroräumen (65 Fälle), besagte schwere Körperverletzungen (44), Wohnungseinbruch (44), Fahrraddiebstahl (43), Warenkreditbetrug (42), Beleidigung (40) und Rauschgiftdelikte (36). Zurzeit arbeiten die Stadt und die Polizei an einem Sicherheitskonzept für Bad Soden. Bürger sind in das Projekt einbezogen.

(bt)

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