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Gemeinsam präsentierten Jan Willemsen (SPD), Jonas Pradt (AfD), Julia Kappel-Gnirs (BSB), Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt (CDU), Bürgermeister Frank Blasch (CDU), Birgit Czinkota (CDU), Sven Hahnel (FDP) und Harald Fischer (Grüne) das Banner zu ihrer Aktion.

Kommunalpolitik

Bad Soden: Politiker kaufen lokal und wollen damit Vorbild sein

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Die Kommunalpolitik in Bad Soden zieht an einem Strang wenn es um die Unterstützung der heimischen Geschäftswelt geht

Bad Soden -"Wir kaufen lokal - tun Sie es auch!" In großen weißen Lettern auf blauem Grund springt die Aufforderung ins Auge. Seit gestern ist das Banner am Ortseingang in Neuenhain nicht zu übersehen. Mit Schildern an den Ortseingängen und zum Beispiel mit Anzeigen werde ab sofort dafür geworben, an Ort und Stelle einzukaufen, essen zu gehen und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Ein deutliches Signal wollen die Bad Sodener Kommunalpolitiker damit setzen. Dazu trafen sich die sechs Chefs der im Stadtparlament gewählten Fraktionen mit Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt (CDU) und Bürgermeister Frank Blasch (CDU) gestern Vormittag auf der Wiese an der Kreuzung auf der Königsteiner Straße, wo es hinauf zum Wohnviertel "Fuchshohl" geht. Unterstützt von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs installierten sie dort das erste blaue Banner.

Der richtige Zeitpunkt für die Aktion

Gerade jetzt, wenn die strengen Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie gelockert würden, betonte Birgit Czinkota, sei es der richtige Zeitpunkt für diese Aktion. "Wenn die Geschäfte wieder öffnen und die Leute wieder essen gehen können, sollten sie das hier vor Ort tun."

Es gehe darum Einzelhändler, Dienstleister, Gaststätten und Restaurants, Kino und weitere Kultureinrichtungen in Bad Soden zu unterstützen. Alle brauchen Kunden. "Den Fokus auf Bad Soden zu richten, damit die Stadt so bleibt, wie wir sie alle schätzen", appelliert Julia Kappel-Gnirs. Anstatt im Internet zu bestellen, sollten die Bürger beim Händler an Ort und Stelle einkaufen oder bei ihm per Telefon bestellen.

"Wir müssen aufpassen, dass sich das Verhalten der Menschen in der gegenwärtigen Notsituation nicht auf unser Stadtbild und unsere Stadtwelt auswirkt", mahnt Frank Blasch. Auch die Stadtverwaltung unterstütze hiesige Unternehmen, indem sie etwa Masken und die Bücher für die Stadtbücherei hier im Ort kaufe.

Wenn sich Käufer umorientiert haben und jetzt im Internet bestellen, sieht Sven Hahnel die Gefahr, sie nicht wieder zurück nach Bad Soden holen zu können. Damit das gelinge, sei die Initiative gestartet worden.

Bereits vor Corona hätte sich die Geschäftswelt in der Stadt verändert, erinnert Kappel-Gnirs. Läden wurden etwa aus Altersgründen geschlossen, es fanden sich keine Nachfolger. Und jetzt müssten nicht wenige ums Überleben kämpfen. Besonders der Einzelhandel in Neuenhain sei aufgrund von mehreren Baumaßnahmen in den vergangenen Jahren gebeutelt worden, erklärt Kappel-Gnirs.

Über alle politischen Gräben hinweg

Jetzt stehe zum Beispiel das Reisebüro in der Hauptstraße vor einer existenziellen Herausforderung. Jeder sollte zum jetzigen Zeitpunkt seine Klientel direkt ansprechen, schlägt Jonas Pradt vor, "lasst uns heute loslegen und hier einkaufen". So könne jeder mit seiner Entscheidung Positives bewirken.

Dass diese Kampagne, die mit Anzeigen, Aufrufen in den sozialen Medien und mit städtischen Informationsschildern an den Ortseingängen zusätzlich begleitet werden soll, über alle "politischen Gräben" hinweg, wie Harald Fischer formuliert, so zügig zustande gekommen ist, darauf sind alle beteiligten Kommunalpolitiker stolz: "Es geht uns um Bad Soden. Wir fordern unsere Mitbürger auf, es uns gleich zu tun". brigitte kramer

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