Marcus Hientzsch sitzt im flottgemachten Oldtimer Mercedes GL. Co-Pilot Heinz Moldt hat vor dem Start der Balkan-Rallye das Fahrzeug noch einem letzten prüfenden Blick unterzogen.
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Marcus Hientzsch sitzt im flottgemachten Oldtimer Mercedes GL. Co-Pilot Heinz Moldt hat vor dem Start der Balkan-Rallye das Fahrzeug noch einem letzten prüfenden Blick unterzogen.

Für den guten Zweck

Spendenrallye durch den Balkan

  • VonEsther Fuchs
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Potenzielle Spender sind willkommen: Das Geld soll Kindern und Jugendlichen in der Spatzenscheune eine Reittherapie ermöglichen.

Neuenhain -"Das Ganze sollte eine Wohltätigkeitsrallye im großen Stil für die Kinder der Spatzenscheune werden", sagt Marcus Hientzsch, angesprochen auf die Balkan-Rallye 2021 mit seinem Co-Piloten Heinz Moldt. Die beiden Männer mögen Oldtimer und sind Abenteurer mit Herz. Marcus Hientzsch ist der Ehemann von Spatzenscheunen-Gründerin Anne Booth. Gemeinsam mit Heinz Moldt nimmt er seit Ende letzter Woche mit der Startnummer 333 an einem waghalsigen Rennen durch die Tundra und Taiga des Ostens teil und sammelt Spenden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich eine Reittherapie nicht leisten können.

Das bereits für Sommer 2020 geplante Unterfangen mussten die Abenteurer um ein Jahr verschieben. Die Veranstalter sagten die Balkan-Rallye 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ab. Nun, mit einem Jahr Verspätung, starteten die Piloten von Neuenhain aus in Richtung Dresden, dem Startpunkt der Rallye. Bis Anfang September werden sie als Team "G Force One" für den guten Zweck on Tour sein.

Der bereits 2020 begonnene Spendenaufruf in der Familie, unter Freunden, Kollegen und im Internet trug bereits Früchte. Etwas über 20 000 Euro zeigt das derzeitige Spendenbarometer im Internet. Bis zum Ende der Rallye soll es weiter anwachsen. Immerhin kostet die Reittherapie etwa 2400 Euro pro Jahr, pro Reiter. Eine Stange Geld, die sich nicht jeder leisten kann. Gesetzliche Krankenkassen dürfen krankengymnastische Behandlungen auf dem Pferd nicht mehr bezahlen.

Noch knapp zwei Wochen werden die Abenteurer in dem von ihnen aus Eigenmitteln auf Vordermann gebrachten 20 Jahre alten Mercedes-Geländewagen den Balkan durchqueren. Im Internet kann man ihren Ritt durch Tundra und Taiga mitverfolgen.

Vom Erfolg beflügelt

Die Startnummer 333 wird den Hobby-Rennfahrern Glück bringen, davon sind Heinz Moldt und Marcus Hientzsch überzeugt. Die bisher zusammengetragenen Spenden wurden bereits eingesetzt. Bis Ende August sollen weitere Spenden weiteren Kindern und Jugendlichen eine Reittherapie ermöglichen. Den Ritt über staubige Straßen entlang unbekannter Orte und Dörfer kann man über den Link am Textende mitverfolgen. Den Road-Gringos geht es weniger um den Sieg als vielmehr um das soziale Engagement. Die Spenden werden eins zu eins weitergegeben. "Abzüge von der Spendensumme gibt es keine", betonen die Piloten und ergänzen: "Administration, Ertüchtigung des Autos, Fahrtkosten, Reparaturen und persönlicher Einsatz schmälern die Förderung um keinen Cent." Marcus Hientzsch: "Ursprünglich wollten wir mal vier Kindern mit Behinderung, deren Familien die finanziellen Mittel fehlen, die Reittherapie bezahlen." Doch vom Erfolg der Spendenakquise beflügelt, möchte man nun noch mehr Menschen helfen.

Das freut Lia Frankenbach und ihre Kollegin Thyrza Kiewik, die beiden Leiterinnen des Therapieteams der Spatzenscheune. Frankenbach überglücklich: "Das ist fantastisch. Wir freuen uns natürlich sehr und sind allen Beteiligten und Spendern unendlich dankbar. Mit einem solchen Erfolg hätten wir nicht gerechnet."

Derzeit hat die Spatzenscheune 14 Therapiepferde. "Eltern und Reiter waren sehr betrübt, als in der Krise der Reitbetrieb ins Stocken geriet. Nun haben alle wieder Hoffnung", so Frankenbach.

Die Reittherapie setzt auf die wohltuende und heilende Wirkung des Pferdes mit therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen. Die ganzheitliche Förderung des Reiters unter körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Gesichtspunkten steht im Mittelpunkt. Die Wohltätigkeitsrallye läuft noch bis Ende September. "Wir sammeln auch während der Fahrt weiter", ermuntert Marcus Hientzsch weitere potenzielle Spender.

Am 2. September wird das Team die Ziellinie in Salzburg durchqueren. Rallyefahrer und Reiter freuen sich auf finanzielle Gönner unter https://betterplace.org/f33393 . Einblicke in das Rennen erhält man unter http://findpenguins.com/2kzpkjrenaypg/trip/balkan-express-2021 .

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