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Durch dieses gusseiserne Tor geht es in den Jüdischen Friedhof hinein. Von Zeit zu Zeit gibt es dort auch Führungen.

Baustelle ruht bis März

Jüdischer Friedhof: Stadt saniert die eingestürzte, marode Mauer

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Nichts ist zu sehen. Weit und breit taucht kein Bauarbeiter auf.

Nichts ist zu sehen. Weit und breit taucht kein Bauarbeiter auf. Ist die Sanierung auf dem Jüdischen Friedhof denn schon beendet? Nein. Aber „aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse“ lässt die Stadt Bad Soden das Vorhaben „derzeit ruhen“.

„Voraussichtlich im März soll es hier mit Mörtelarbeiten weitergehen“, kündigt die Stadtverwaltung an. „Bis zum Abschluss der Arbeiten wird es dann rund drei bis vier Monate dauern.“ Der Jüdische Friedhof befindet sich an der Niederhofheimer Straße. Wer von der Limesspange und der B 8 aus Richtung Bad Soden einbiegt, entdeckt ihn auf der rechten Seite.

Der Jüdische Friedhof besteht seit ungefähr 1873. Er ist als Hessisches Kulturdenkmal eingestuft. Der Denkmalschutz redet bei der Sanierung folglich mit, damit der Charakter des Geländes erhalten bleibt und nicht verfälscht wird. Handeln ist dringend notwendig, weil Wind und Wetter der denkmalgeschützten Friedhofsmauer über Jahre hinweg zusetzten. Die Sanierungsarbeiten hatten im Sommer 2018 begonnen. Sie sind in drei Bauabschnitte geteilt. Der erste Teil sei erledigt, informiert die Stadtverwaltung auf Anfrage. Dabei ging es darum, die Schiefstellung zu richten und die Mauerkrone instand zu setzen. Nun stehen noch die Bauabschnitte zwei und drei aus, die im Frühjahr 2019 an der Reihe sind. „Der eingestürzte Mauerteil wird wieder aufgebaut“, schildern die Baufachleute aus dem Rathaus. Danach widmen sich die Sanierer dem Bereich der Wurzelstöcke, indem sie einen Stahlbetonwechselbalken einbauen. „Das dortige Fundament wird entfernt“, heißt es. „Dadurch entsteht ein Zwischenraum, in dem sich die Wurzeln ,ohne Zwang‘ ausbreiten können. Die aufstehende Wand wird wieder senkrecht gestellt und ausgebessert.“ Die Kosten der Sanierung werden vom Regierungspräsidium Darmstadt getragen, teilt Rathaus-Sprecher Wolfgang Heidecke mit. „Sie belaufen sich auf 130 000 Euro.“ Der erste Bauabschnitt schlage mit 75 000 Euro zu Buche. Weitere 55 000 Euro folgen für die Etappen zwei und drei in diesem Jahr. Mit den Arbeiten ist das Bauunternehmen Kleebolte im Flörsheimer Stadtteil Wicker betraut. Es ist ein Fachbetrieb für Baudenkmalpflege.

Die Interessengemeinschaft „Der Jüdische Friedhof Bad Soden“ hat die Geschichte des Kulturdenkmals erforscht. Dahinter stecken in erster Linie Elisabeth und Sven Hammerbeck. Das Ehepaar wurde 2018 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Bad Soden geehrt (das Kreisblatt berichtete).

(ask)

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