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Selina, Martin, Yoram untersuchen mit Lehrerin Susanne Frick die Wasserqualität des Dattenbachs.

Schülerprojekt

Bäche haben zu wenig Sauerstoff

Naturwissenschaftlicher Unterricht kann sehr spannend sein, wenn er sehr praxisnah ist. Dies haben Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule erfahren.

Die Eppsteiner Schüler, die mit Wasserproben und einem Testlaborset für Aquarien mitten im Dattenbach stehen, lieferten um die Mittagszeit am Fußweg einen ungewöhnlichen Anblick. Die Wasserproben sind Teil der Projektwoche der Freiherr-vom-Stein-Schule. Physik- und Chemielehrerin Susanne Frick leitet das Wasserprojekt für die 9. und 10. Klassen.

„Bei unserem Projekt überprüfen wir die Wasserqualität unserer Bäche, wodurch die Schüler sich mit der problematischen Wasserverschmutzung auseinandersetzen“, erklärt Susanne Frick. „Somit werden sie für dieses wichtige Thema sensibilisiert, und gleichzeitig kommen wir alle zusammen raus.“

Am ersten Tag des Projektes haben sich die 16 Schüler mit ihrer Lehrerin in das Thema Wasser eingearbeitet und das Analyseverfahren mit chemischen Stoffen wie Nitrat, Nitrit und Phosphat geübt. Am nächsten Tag ging es zum Wellbach, um das Wasser dort zu untersuchen, und am nächsten Tag wurde auch die Wasserqualität des Dattenbaches ermittelt. Schülerin Amrei (15) koordinierte viele Experimente, da die Chemie einer ihrer Favoriten ist. „Ich mag es, zu experimentieren und hinter die Dinge zu gucken. Es ist sehr interessant, zu sehen, was alles hinter der Natur steckt.“

Bei den Wasserproben werden verschiedene Werte wie die Temperatur, die Leitfähigkeit, der Sauerstoffgehalt, Amonium- und Nitratwerte und der PH-Wert entnommen. Werkzeug dafür sind ein Testlaborset für Aquarien, ein Leitfähikeitmessgerät. „Wir haben auch das Teichwasser eines Kollegen untersucht, der damit ein Problem hatte. Wir entwickelten die Lösung, dass um den Teich herum mehr Pflanzen zur Sauerstoffgewinnung benötigt werden“, berichtet Susanne Frick.

Spannend für die Schüler war die Auswertung der in Eppstein geprüften Bäche. Sie besagt unter anderem, dass der Sauerstoffgehalt der Bäche zum Teil gering ist, was durch den Sommer bedingt ist. Der Nitratgehalt ist niedriger als im vorigen Jahr, allerdings gebe es in Bereichen des Dattenbachs einen hohen Gehalt an Amonium durch die Landwirtschaft drumherum, erläutert die Lehrerin. Diese Werte sind allerdings nur schulintern ein Thema und werden nicht an die Stadt weitergegeben.

Das Projekt bietet den Schülern laut Susanne Frick die Möglichkeit, das Berufsbild eines Chemikers kennenzulernen. „Es macht Spaß, dass wir hier direkt am Bach sind und auch hier die Proben auswerten. Das ist besser, als es nur theoretisch in der Schule zu besprechen.“, sagt Selina (15). Amrei schließt sich dem an: „Außerdem wird man viel aufmerksamer für Müll in den Bächen. Darauf achte ich jetzt viel mehr.“

(rou)

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