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Günter Schneider (v.l.), Stephan Siegler und Michaela Kraft beim Stadtteilrundgang mit der CDU-Fraktion.

Umbau im Frankfurter Westen

Wie der Bahnhof Höchst langsam sein Schmuddelimage verliert

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Der Frankfurter Westen fühlt sich von der Politik im Römer oft vernachlässigt. Nach langen Jahren ist der ersehnte Umbau des Bahnhofs in Höchst in Gang gekommen. Die CDU nahm die Baufortschritte in Augenschein. Unser Autor auch.

Der Bahnhof in Höchst ist „der zweitwichtigste in Frankfurt“, leitete Michael zu Löwenstein den Rundgang durch den Bahnhof in Höchst ein. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Römer begrüßte eine Reihe von Fraktionskollegen, aber auch Vertreter aus dem Ortsbeirat und einige Bürger. Bei ihrer Veranstaltungsreihe „Fraktion vor Ort“ nehmen die Politiker Problemstellen in der Kommune in Augenschein.

Am Bahnhof in Höchst geschieht momentan eine Menge (wir haben berichtet). So ist der Platz nördlich des Bahnhofs inzwischen fertiggestellt, die Unterführung wird gerade hergerichtet, und für 4,6 Millionen Euro soll ab Frühjahr 2017 der Platz südlich des Bahnhofs in Angriff genommen werden. Wie berichtet, wird die Dalbergstraße in beide Fahrtrichtungen befahrbar, doch in der Bilanz werden eine Reihe von Parkplätzen verschwinden, wenn ein neuer, großer Busbahnhof errichtet wird.

„Die Bauzeit wird insgesamt 22 Monate dauern“, sagte Michael Wejwoda, beim Amt für Straßenbau und Erschließung für Planungsmaßnahmen zuständig. Er, sein Kollege Günter Schneider, Abteilungsleiter des Baubezirks West, und die Amtsleiterin Michaela Kraft standen den Kommunalpolitikern Rede und Antwort. „Wir sind froh, dass wir diese Fläche südlich des Bahnhofs endlich herrichten können“, sagte Schneider. Immerhin sind die Eigentumsverhältnisse verzwickt, ein Teil der Flächen gehört der Stadt, der andere Teil der Bahn.

Auf der Nordseite sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. 1,2 Millionen Euro hat der Umbau des Platzes gekostet, der vollständig im städtischen Eigentum ist. Neben Naturstein-Pflasterung hat er für die Anwohner auch mehrere versenkbare Glascontainer erhalten. „Ein Ärgernis ist, dass wir bei der Planung auf Bäume Rücksicht nehmen mussten, die inzwischen abgestorben sind“, sagte Schneider. 27 Parkplätze sind entstanden, und alle Zugänge zum Platz sind barrierefrei.

Hin und wieder fahren kleine Bagger über das Pflaster, rollen in Richtung Unterführung. Dort laufen die Bauarbeiten der Bahn noch. Manfred Walter, Bauverantwortlicher der DB Station und Service, erläuterte den Fraktionsvertretern die laufenden Maßnahmen.

„Die Bahnsteige sind inzwischen umgebaut“, sagte er, „sie sind barrierefrei erreichbar.“ An jedem Bahnsteig gibt es Aufzüge. Allerdings, so ganz barrierefrei ist es bei der Bahn selten. Der Grund: Die Züge sind nicht gleich hoch.

„Der Bahnsteig ist 76 Zentimeter hoch“, sagte Walter, „doch die S-Bahn hat 96 Zentimeter.“ Eine Stufe von 20 Zentimetern muss bewältigen, wer ein- oder aussteigen will. Zwar gibt es in jedem Zug Rampen, die bei Bedarf vom Triebwagenführer ausgefahren werden, doch bleibt es schwierig für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollatoren.

Die Bahnsteige 7 und 8 sind noch im alten Zustand, „sie werden im Regelbetrieb nicht mehr genutzt“, so Walter, „aber wir sind froh, wenn wir sie haben, falls es zu Baumaßnahmen kommt.“ So wie jetzt. Immerhin wurden die übrigen Bahnsteige im laufenden Betrieb umgebaut: Neue Bodenfliesen, ein Aufzug und neue, mit Glasflächen versehene Regendächer sind jetzt in Höchst eingebaut. Die Umbaumaßnahmen kosteten rund zwölf Millionen Euro.

Die Unterführung soll bis zum Jahresende fertig sein. Etwa die Hälfte der neuen Bodenplatten mit Leitsystem für Sehbehinderte ist verlegt; ein Bauzaun trennt die Unterführung in der Hälfte. An den Wänden sind bereits glänzende weiße Kacheln verlegt. „Was noch fehlt, sind die Kacheln in den Treppenaufgängen“, sagte Walter. Und blickt versonnen auf das gelbe Empfangsgebäude des Bahnhofs: „Das ist das nächste, was wir renovieren müssen.“ Wann dies allerdings geschehe, sei noch nicht entschieden.

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