Wo jetzt noch Autos parken, wird schon bald gebuddelt. Der Bauzaun wird zeitweise eine Seite der Elisabethenstraße (vorne) blockieren. Sie wird dann zur Einbahnstraße. Foto: Knapp

Stadtentwicklung

Baukomplex für Bücherei, Stadtarchiv und Bank wird in Angriff genommen

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 Eine Baugenehmigung für den Gebäudekomplex am nördlichen Kellereiplatzrand gibt es zwar noch nicht. Doch Ende Juni sollen die vorbereitenden Arbeiten beginnen.

Hofheim - Wo gehobelt wird, fallen Späne, weiß das Sprichwort. Und wo gebaut wird, ließe sich entsprechend sagen, sind ein paar Einschränkungen unumgänglich. Das gilt besonders, wenn es um eine so große Baustelle geht, wie die, die in Kürze an der Elisabethenstraße eingerichtet wird. Dort soll ja nicht nur die neue Stadtbücherei samt Stadtarchiv entstehen, sondern auch noch die neue Zentrale der Taunus Sparkasse in der Kreisstadt. Außerdem sind je zwei Mietflächen für Gewerbe und Wohnen geplant.

Bauherr des Komplexes ist die stadteigene Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB). Deren Vertreter stellten gestern gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), Architekt Joachim Gottstein und Fachleuten aus der Verwaltung zuerst der Presse und später den Anwohnern vor, was die Baustelle für die Bürger an Einschränkungen bringen wird.

Der Plan für die 2. Bauphase: Der Bauzaun rückt auf die Elisabethenstraße sowie den Kellereiplatz.

Die größte ist sicher die, dass da, wo bald gebaut wird, dann nicht mehr geparkt werden kann. Ende Juni kommt der Bauzaun, Halteverbotsschilder werden rechtzeitig darauf hinweisen, ab wann der Parkplatz gesperrt ist. Inhaber von Parkausweisen für Dauerparker, die den Platz besonders häufig nutzten, seien informiert worden.

Mitte April habe man die Unterlagen für die Baugenehmigung beim Kreis eingereicht, sagt HWB-Geschäftsführer Josef Mayr. Die sei für die vorbereitenden Arbeiten wie das Aufheben des Asphalts noch nicht erforderlich. Wenn die Erdarbeiten beginnen sollen, Mayr rechnet mit Ende Juli/Anfang August, werde man dann erfahrungsgemäß auch die Genehmigung in Händen halten.

Wie Architekt Gottstein erläuterte, wird die Bauzeit drei Phasen haben, die unterschiedlich starke Einschränkungen mit sich bringen. In der ersten Phase, in der die von Mayr angesprochenen vorbereitenden Arbeiten passieren, wird lediglich der Gehweg an der Südseite der Pfarrgasse nicht nutzbar sein. Größer sind die Einschränkungen, die für die zweite Phase nötig werden. Für das Ausheben der Baugrube für Tiefgarage und Stadtarchiv braucht es mehr Platz. Deshalb muss in diesem auf drei Monate angesetzten Zeitraum (bis voraussichtlich Ende Oktober) der Bauzaun bis auf die Mitte der Elisabethenstraße verschoben werden.

Auch ein Teil des Kellereiplatzes wird dann benötigt, so dass in dieser Phase dort die nördliche Parkreihe nicht zur Verfügung steht. Die Elisabethenstraße kann von der Einmündung Pfarrgasse bis zur Einfahrt auf den Kellereiplatz nur einspurig (von Nord nach Süd) befahren werden. Auch die in diesem Abschnitt liegende Bushaltestelle und die Fußgängerampel müssen verlegt werden. Die Bushaltestelle rückt ein Stück nach Norden und wird behelfsmäßig oberhalb der Kreuzung Pfarrgasse eingerichtet, die fußläufige Verbindung vom Chinon-Center in Richtung Altstadt wird - ampelgesichert - ein Stück Richtung Süden verlegt.

"In Phase 3 rückt der Bauzaun wieder so weit zurück, dass es keine Beeinträchtigung auf dem Kellereiplatz mehr geben wird", verspricht Architekt Gottstein. Auch der Bürgersteig zwischen Kellereiplatz und Pfarrgasse soll von da an wieder voll nutzbar sein, so dass die Bushaltestelle wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren kann und der Fußgänger-Überweg wieder vorm Eingang zum Chinon-Center ist.

Ist für den Verkehr rund um die Baustelle das Schlimmste geschafft, geht es mit dem Bauen erst richtig los. Einen Generalunternehmer für das gesamte Projekt wird die HWB nicht suchen. Sie habe gute Erfahrung damit, Einzelvergaben zu machen, erläuterte Geschäftsführer Mayr. Das sichere ihr mehr Einfluss. Wie die Fassade der drei Baukörper aussehen wird, darüber stimme man sich derzeit noch mit dem Denkmalschutz ab, so Architekt Gottstein. Der hat wegen der Nähe zur Altstadt ein Mitspracherecht. Das auf 12,2 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt soll bis zum Frühsommer 2021 fertiggestellt sein.

Das Eröffnungsfest für den Kreisstadtsommer, das traditionell am letzten Juni-Wochenende gefeiert wird, ist die erste große Freiluft-Veranstaltung, die von der Baustelle am nördlichen Kellereiplatz-Rand betroffen ist. Die Kreisstadtsommer-Eröffnung, die von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. Juni, mit viel Musik, Kleinkunst und Kulinarischem lockt, wird auf den Platz am Untertor und auf den Tivertonplatz (Kinderprogramm) verlegt. Der Ludwig-Meidner-Platz ist wie gewohnt ebenfalls Veranstaltungsort.

Auch der Gallusmarkt, der immer am Wochenende nach dem Fest des heiligen Rochus (16. Oktober) abgehalten wird, kann nicht so stattfinden, wie es die Hofheimer über viele Jahre gewohnt sind. Die Fahrgeschäfte werden in diesem Jahr auf dem Platz am Untertor aufgebaut, dafür wandert der Krammarkt auf Kellerei- und Chinonplatz. Wohn- und Transportfahrzeuge der Schausteller sollen zusätzlich "Am alten Bach" aufgestellt werden. Für das Weindorf ist der Tivertonplatz vorgesehen. Der Wochenmarkt wird auf den Ludwig-Meidner-Platz verlegt. Die Stadt hat mit dem Rummel auf dem Platz am Untertor schon gute Erfahrungen gemacht, denn auch als der Kellereiplatz neu gestaltet wurde, mussten die Fahrgeschäfte bereits dorthin ausweichen.

Betroffen ist nicht zuletzt die Eisbahn, die vor allem für viele Schüler gar nicht mehr wegzudenken ist als Freizeitvergnügen für die Advents- und Weihnachtszeit. Die Bahn, die normalerweise in der Mitte des Kellereiplatzes aufgebaut wird, solle voraussichtlich direkt vor die Garagenzeile am Südrand des Platzes rücken, so Erster Stadtrat Exner.

Dort ist allerdings nicht genug Raum, um auch eine Bahn für das Eisstockschießen zu ermöglichen. Diese solle daher separat im Graben des Wasserschlosses aufgebaut werden. Die Mehrkosten für eine zweite Eisanlage seien von der Stadt bereits bewilligt worden. Eine Verlegung auf den Chinonplatz sei mindestens so aufwendig und dort gebe es keine vergleichbar schöne Kulisse wie vor dem Kellereigebäude, machte Exner deutlich. babs

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