Hinter einem Gerüst ist der östliche Gartenpavillon am Bolongaropalast nun verschwunden.
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Hinter einem Gerüst ist der östliche Gartenpavillon am Bolongaropalast nun verschwunden.

Bolongaropalast Höchst

Baustelle am Bolongaropalast

  • Sebastian Semrau
    VonSebastian Semrau
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Still ruht weiterhin die Sanierung des Bolongaropalasts. Aber an den beiden Gartenpavillons wird kräftig gewerkelt. Ob der östliche zumindest als Übergang kulturelle Veranstaltungen während der Palastsanierung aufnehmen kann, bleibt weiter offen.

Das Gerüst steht. Die ersten Arbeiter machen sich schon am Dach des östlichen Gartenpavillons am Bolongaropalast zu schaffen. Weil hier bis zu ihrem Tod im März 2013 die Schauspielerin Rosemarie Fendel wohnte, wird er auch als Fendel-Pavillon bezeichnet. „Er bekommt ein neues Dach und die Außenwände werden statisch ertüchtigt“, berichtet Henning Brandt, Verwaltungsstellenleiter in Höchst, über die nun anstehenden Arbeiten. Die Bauzeit solle fünf bis sechs Monate betragen, die Kosten sich um die 300 000 Euro belaufen.

Am westlichen Pavillon, wo das Standesamt sein Zuhause hat, ist man da schon einen Schritt weiter. Die Außenarbeiten sind abgeschlossen. Dafür geht es hier nun innen zur Sache. Derzeit würden Arbeiten im Erdgeschoss, wo die Büros des Standesamtes untergebracht sind, vorbereitet, erklärt Brandt. Ist der Innenausbau abgeschlossen, ist der westliche Pavillon fertig. „Wir hoffen ab Herbst, spätestens aber Ende des Jahres mit dem Standesamt ins Gebäude zurückkehren zu können“, sagt der Verwaltungsstellenleiter.

Schönster Trausaal

Derzeit müssen Trauungen im Haupttrakt des Bolongaropalasts abgehalten werden. Die Räume im Pavillon, die als Frankfurts schönster Trausaal gelten und seit 1960 als solcher genutzt werden, sind schon seit Anfang 2012 nicht zu nutzen. Insgesamt wird die seit mehr als drei Jahren dauernde Sanierung des westlichen Pavillons, der größer ist als der östliche, am Ende wohl rund 1,2 Millionen Euro gekostet haben, erklärt Henning Brandt.

Für den östlichen veranschlagt er eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich für die komplette Sanierung. Doch nachdem jetzt der Bau für Dach und Außenwände begonnen hat, ist noch gar nicht klar, was innen überhaupt passiert. Dennoch, sagt Brandt, „ist es derzeit der richtige Zeitpunkt, die Sanierung anzugehen. Innen geht es aber erst weiter, wenn klar ist, was passiert“. Zwei mögliche Verwendungen für den Pavillon stehen derzeit zur Diskussion. So könnte er wieder zum Wohnen genutzt werden. Maximal drei Wohneinheiten fänden auf 50 Quadratmetern im Souterrain, 100 Quadratmetern im Erdgeschoss und 60 Quadratmetern im Obergeschoss Platz. Für diese Lösung hatte sich der Ortsbeirat im November ausgesprochen – allerdings mit denkbar knapper Mehrheit. Die SPD-Fraktion im Römer dagegen favorisiert eine kulturelle Nutzung. Dafür hatte auch Markus Großbach, Vorsitzender des Kultur- und Museumsvereins Bolongaro, kürzlich im Montagsinterview dieser Zeitung geworben – zumindest als Kulturschaufenster während der Zeit der Sanierung.

Vorlage in Arbeit

Die Bauarbeiten dort sollen, erklärt Brandt, im Herbst 2016 beginnen. Nach der Verabschiedung des Raumprogramms Anfang März samt aktualisierter Kostenschätzung in Höhe von 28 151 258 Euro im Magistrat bereite das Hochbauamt derzeit die Bau- und Finanzierungsvorlage vor. „Das dauert etwa ein Jahr“, sagt der Verwaltungsstellenleiter.

Noch unklar ist, ob das Bürgeramt in den Palast zurückkehrt. Es war bereits im Dezember vergangenen Jahres in die Räume der früheren Dresdner Bank an der Dalbergstraße gegenüber des Höchster Bahnhofs umgezogen. „Es zeichnet sich ab, dass es dort bleibt“, sagt Brandt. Der neue, noch zentralere Standort sei von den Bürgern sehr gut angenommen worden und auch die Mitarbeiter seien sehr zufrieden. „Und“, sagt Brandt mit einem Augenzwinkern, „man findet jetzt rund um den Bolongaropalast hin und wieder einen Parkplatz.“

Sollte das Bürgeramt nicht zurückkehren, wäre weiterer Platz im Bolongaropalast entstanden. „Im Raumplan ist er als Verwaltung vorgesehen.“ Dies wäre zumindest die günstigste Lösung. „Da gibt es keine großen Ansprüche“, sagt Brandt. Derzeit werde geprüft, welche Verwaltung dort überhaupt untergebracht werden könnte. Für Gastronomie wäre der Bereich nicht geeignet. Die ist auf der anderen Seite des Gebäudes im Raumplan vorgesehen – allerdings unter Vorbehalt. „Man muss schauen, wie der finanzielle Spielraum aussieht“, sagt Brandt. „Das Geld ist endlich.“

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