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Sie schaffen ein Heim für Vögel am Dattenbach: Ivana Vucina, Torsten Wolf, Alexander Simon, Kurt Müller, Matthias Derstroff (v. l.).

Naturschutz in Vockenhausen

Behausung mit Pool-Blick

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Nistkästen für Wasseramseln und andere Vögel installierten gestern Umweltschützer und Bürgermeister Alexander Simon im Vockenhäuser Wald.

„Mutig, mutig, Herr Bürgermeister“, hätten sich die Zuschauer wohl gedacht, wenn am gestrigen Vormittag welche dabei gewesen wären. Denn Alexander Simon balancierte über die quer durch den Dattenbach gelegte Leiter, um beim Anbringen eines Nistkastens selbst Hand anzulegen – und das in Straßenschuhen, während seine Mitstreiter vom Naturschutzbund (Nabu) sich mit Gummistiefeln ausgerüstet hatten. Um es vorweg zu nehmen – Simon ging nicht baden, holte sich noch nicht einmal nasse Füße.

Die Wasseramsel ist der Vogel, der die Naturschützer zu dem Balanceakt auf der rutschigen Leiter veranlasste. Dieser gefiederte Freund nämlich macht seinem Namen alle Ehre und nistet am liebsten direkt über einer Wasserfläche, und somit war ein entsprechender Nistkasten – nach unten offen – genau über dem Bachlauf anzubringen. Der Vogelnachwuchs ist so vor allerlei Feinden geschützt. Ob die Nisthilfe freilich hoch genug über dem Bach angebracht wurde, wird sich beim nächsten Hochwasser zeigen – die Naturschützer sind da nämlich unterschiedlicher Meinung.

Beim jährlichen Gespräch mit den Naturschutzverbänden seien die Teilnehmer auf die Idee zu dieser Aktion gekommen, berichtete Simon. Die Kosten für acht Nistkästen aus einem Holz-Beton-Gemisch hat die Stadt übernommen. Ein weiterer Kasten für Wasseramseln soll am Daisbach unterhalb der Comenius-Schule installiert werden; in der Nähe der Embsmühle wurden noch Zaunkönige, Kleiber, Meisen und Fledermäuse auf diese Weise unterstützt.

Nabu-Vorstandmitglied Kurt Müller nutzte die Gelegenheit, um vorzuschlagen, den Eppsteiner Stadtwald zertifizieren zu lassen. Er könnte ein Gütesiegel erhalten, wenn bestimmte ökologische Kriterien und Nachhaltigkeitsregeln eingehalten würden. Dies würde bei der Waldbewirtschaftung zwar höhere Kosten verursachen, die aber durch höhere Erlöse beim Holzverkauf wieder ausgeglichen würden, berichtete Müller.

(bt)

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